Toxicity im Gaming

Beleidigungen, Flame, manchmal auch gezielter Hass. Toxisches Verhalten gehört für viele leider fest zum Gaming-Alltag.

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Von Autor/in Chris Kappaun

Fast jeder kennt es. Ein falscher Move, ein verlorenes Match – und plötzlich explodiert der Chat. Beleidigungen, Flame, manchmal auch gezielter Hass. Toxisches Verhalten gehört für viele leider immer noch fest zum Gaming-Alltag. Die Frage ist längst nicht mehr, ob man damit in Kontakt kommt, sondern wie oft.

Dabei hat sich Toxicity über die Jahre verändert. Früher war es vor allem allgemeiner Rage: „unfähig“, „report pls“, Capslock-Geschrei. Heute kommt deutlich mehr dazu – gezielter Hass gegen bestimmte Gruppen. Sexismus, Queerfeindlichkeit, Rassismus oder rechte Codes tauchen nicht selten völlig unkommentiert in Chats auf. Und das macht einen großen Unterschied.

Frauen berichten häufig davon, entweder unterschätzt oder direkt auf ihr Aussehen reduziert zu werden. Ähnlich kann es Menschen aus der queeren Community, POC oder Spielerinnen und Spieler mit Behinderung gehen.

Re-Live Stream: Toxicity im Gaming

S-Tier der Toxizität: Welche Gaming-Communities sind am schlimmsten? | SWR MixTalk mit @chefstrobel

Voice Chats & Verantwortung

Eine zentrale Rolle spielen dabei Voice-Chats. Sie schaffen Nähe, Teamgefühl – aber sind auch echte Brandbeschleuniger. Die Hemmschwelle sinkt, Beleidigungen kommen direkter, persönlicher. Wer eine Stimme hört, wird schneller zur Zielscheibe. Für manche ist das der Punkt, an dem aus Spaß Stress wird.

Die Verantwortung liegt dabei nicht nur bei den Gamerinnen und Gamern. Plattformen und Entwickler gestalten den Raum, in dem gespielt wird. Systeme wie Verhaltensscores, schnelleres Bannen bei Chatverstößen – wie es Riot Games vormacht – oder sogar moderierte Voice-Chats zeigen: Es geht anders. Auch große Plattformen wie Roblox stehen in der Pflicht, klare Grenzen zu ziehen, gerade weil dort viele junge Menschen unterwegs sind.

Lösungen

Gleichzeitig braucht es konstruktive Lösungen von uns allen. Melden statt mitmachen. Muted den Chat, wenn er kippt. Support zeigen, wenn jemand angegriffen wird. Toxicity verschwindet nicht durch Schweigen – es besteht sogar das Risiko zur Normalisierung.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung: Allgemeiner Hass aus Frust ist etwas anderes als gezielte Angriffe auf bestimmte Gruppen. Beides ist problematisch, aber Letzteres trifft Menschen tiefer – und oft dauerhaft.

Welche Erfahrungen habt ihr mit toxischem Verhalten beim Gaming gemacht? Wurdet ihr schon mal Opfer oder habt euch sogar selbst toxisch verhalten? Wie geht ihr damit um?

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Chris Kappaun