Kündigung wegen Eigenbedarf

Drohende Entmietung: Familie aus Hamburg-Eimsbüttel sucht neues Zuhause

Es ist bereits das zweite Mal, dass eine Hamburger Familie aufgrund einer Eigenbedarfskündigung umziehen soll.

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Von Autor/in Petra Stein

Hier haben sie ihre Wurzeln geschlagen: im Zentrum von Hamburg, Quartier Eimsbüttel, nah am innerstädtischen Leben und doch familiär. Nils, Silke und ihr knapp zweijähriger Sohn wohnen in einem gewachsenen, sozialen Umfeld, meistern ihren Alltag mit relativ kurzen Wegen und befinden sich in vertrauter Umgebung. Doch nun steht dieser Lebensmittelpunkt plötzlich auf der Kippe. Der Familie wurde die Wohnung gekündigt. Sie sieht sich plötzlich gezwungen, eine neue Bleibe auf dem angespannten Hamburger Wohnungsmarkt zu finden. Schon zum zweiten Mal seit sie in Hamburg zusammenwohnen.

Plötzlich Kündigung: Der Schock sitzt tief

Im September dieses Jahres erfahren sie, dass sie ihre 3-Zimmer-Mietwohnung verlieren sollen. Die neue Eigentümerin der Eigentumswohnung in einem Mehrfamilienhaus hat eine Eigenbedarfskündigung für die Familie ausgesprochen.

„Es ist, als würde uns der Boden unter den Füßen weggezogen“, beschreibt Familienvater, Nils Promer, die Situation. „Wir haben uns hier alles so eingerichtet, dass es für uns und unseren Sohn funktioniert. Jetzt müssen wir alles infrage stellen.“ Besonders schmerzhaft ist der Gedanke, dass Nachwuchs Enno sein vertrautes Umfeld verlieren soll. Die drohende Eigenbedarfskündigung hängt wie ein Damoklesschwert über dem Familienleben.

Drohende Entmietung: Familie aus Hamburg-Eimsbüttel sucht neues Zuhause
Drohende Entmietung: Familie aus Hamburg-Eimsbüttel sucht neues Zuhause privat

Ihre Nachbarschaft aus dem Netz zeigt Unterstützung

Bei ihrer Suche nach einer neuen Bleibe in Hamburg setzen Nils und seine Frau Silke auch auf eine besondere Ressource: die Unterstützung ihrer Nachbarschaft.

Sie nutzen die digitale Nachbarschaftshilfe von nebenan.de, um ihre Wohnungssuche online in ihrem Quartier zu teilen. „Wir haben schon vor Jahren angefangen, uns mit Nachbarn über diese Plattform auszutauschen“, erzählt Nils Promer. „Dadurch hatten wir nach Online-Erstkontakt schon einige kurze, aber persönliche Begegnungen mit Menschen aus dem Stadtteil Eimsbüttel. Jetzt hoffen wir, dass die Community auch bei der Wohnungssuche helfen kann.“ Er schätzt sehr den Austausch mit den Menschen aus der Nachbarschaft, die er über nebenan.de gefunden hat.

Kontakte über das Netzwerk nebenan.de

Dass sein Konzept so angenommen wird und aufgeht, freut auch Philipp Witzmann, Geschäftsführer von nebenan.de. „Allein in diesem Jahr hatten wir über 30.000 Beiträge mit den Schlagwörtern ‚Wohnung gesucht‘ oder ‚Suche Wohnung‘“, sagt er.  „Unsere Plattform ist mehr als ein digitaler Marktplatz. Es geht darum, dass Menschen sich im echten Leben begegnen und sich gegenseitig unterstützen – sei es durch das Verleihen von Werkzeug, praktische Hilfe im Alltag oder, wie in diesem Fall, bei der Suche nach einer neuen Wohnung.“ Und tatsächlich: Für Silke und Nils gab es bereits Tipps und Hinweise auf vielleicht bald verfügbare Mietwohnungen aus der Nachbarschaft.

Geschäftsführer von nebenan.de ist Philipp Witzmann
Geschäftsführer von nebenan.de ist Philipp Witzmann nebenan.de

Flyer-Aktion zu Weihnachten

Außer einer Anzeige auf nebenan.de macht die Familie auch über Flyer auf sich aufmerksam. „Vitamin B ist im Moment das Wichtigste oder was am meisten Erfolg verspricht“, vermutet Nils nach den vergangenen Monaten der Wohnungssuche in Hamburg. „Über Bekannte an der Kita unseres Sohnes oder Hinweise aus der Nachbarschaft haben wir auch von interessanten Angeboten gehört. Insgesamt waren wir bei sieben Besichtigungen bislang.“ Nach einer Flyer-Aktion in den Hamburger Herbstferien bereitet das Paar nun eine weitere auf den ersten Weihnachtsmärkten in ihrem Quartier vor. 

Drohende Entmietung: Familie aus Hamburg-Eimsbüttel sucht neues Zuhause
Drohende Entmietung: Familie aus Hamburg-Eimsbüttel sucht neues Zuhause privat

An Weihnachten mal rauskommen

Obwohl sie sich in Eimsbüttel wohlfühlen, haben Nils und Silke ihren Suchradius nun schon um wenige Kilometer erweitert. „Für Enno ist das alles ein Stück Zuhause. Ihm das zu nehmen, würde uns das Herz brechen. Deshalb nehmen wir jetzt auch weitere Lauf- und Fahrtwege im Alltag in Kauf“, gibt die Familie zu verstehen.

Für Weihnachten 2025 hat das Paar auch schon eine Idee. Sie wollen sich erstmals eine kleine Auszeit nehmen. Bei Ennos Oma und Opa in Thüringen. Die tägliche Herausforderung bleibt die Wohnungssuche. Aber Nils und Silke hoffen, dass sich bis zu den Feiertagen noch jemand aus der Nachbarschaft in Hamburg meldet oder noch weitere Hinweise eingehen werden. „Am Ende läuft alles über Kontakte“, ist sich Nils Promer sicher.

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Petra Stein