Etwa jeder dritte Teilnehmende von #besserwohnen hat Angst, dass das Geld in Zukunft nicht mehr für die Miete reicht. Damit ähneln die Ergebnisse dem Mietenreport 2025 des DMB (Deutscher Mieterbund e.V.): Dort sorgen sich knapp 29 Prozent, ihre Wohnung in Zukunft nicht mehr bezahlen zu können. Besonders groß ist die Angst bei Frauen, Haushalten mit Kindern und Haushalten mit einem Nettogesamteinkommen unter 4500 Euro.
Trotz überdurchschnittlichem Gehalt finde ich keine 4-5 Zimmer Wohnung die ich zahlen kann. [...] Ich finde es krass, dass ich als Lehrerin in Vollzeit keine adäquate Wohnung für mich und zwei Teenager finden kann.
Finanzielle Belastung durch Miete trifft vor allem ärmere Menschen
Die Miete, gemessen am Nettoeinkommen eines Haushalts, gilt als zumutbar, wenn sie unter 30 Prozent liegt. Fast die Hälfte der Teilnehmenden unserer Mitmachaktion zahlt mehr. Jeder Vierte von ihnen gibt sogar mehr als 40 Prozent seines Einkommens für Miete aus. Laut Eurostat trifft das eigentlich nur auf etwa ein Zehntel der Bevölkerung zu. Im armutsgefährdeten Teil der Bevölkerung trifft es etwa jeden Dritten. Die Ergebnisse von #besserwohnen weichen hier von repräsentativen Umfragen ab.
Hohe Mietpreise erschweren den Umzug
Trotz finanzieller Hürden - jährlich ziehen nach einer Studie der Deutschen Post etwa 8,5 Millionen Menschen um. Das sind mehr als die Einwohner von Berlin, Hamburg, München und Köln zusammengenommen.
Ich bin vor 3 Jahren in Rente gegangen und kann mir seitdem meine Wohnung nicht mehr leisten, finde aber keine günstigere. Sie dürfte viel kleiner sein, aber auch da gibt es nichts auf dem Markt. [...]
Doch hohe Mietpreise erschweren die Suche und halten einige sogar ganz von einem Umzug ab: Rund jeder fünfte Deutsche kennt diese Situation aus eigener Erfahrung oder hat es schon im Umfeld erlebt. Eine von ihnen ist Iris Konopik aus Hamburg: Weil sie bald in Rente geht, sucht sie eine kleinere und günstigere Wohnung.
Viele sind aber auch zufrieden mit ihrer Wohnsituation
Trotz angespanntem Wohnungsmarkt - viele Mieterinnen und Mieter sind zufrieden mit ihrer aktuellen Wohnsituation. Aus der Mitmachaktion geht hervor, dass zu einem Großteil individuelle Gründe für eine Unzufriedenheit mit der eigenen Wohnsituation verantwortlich sind. Gefolgt von der Vermieterin/dem Vermieter und einer zu kleinen Wohnung.
Wir suchen schon lange. Die Enge belastet die gesamte Familie, besonders im Herbst und Winter. Ich suche nach einer neuen Stelle um eine höhere Miete langfristig bezahlen zu können. [...]
Um die Probleme auf dem Wohnungsmarkt zu lösen, gibt es verschiedene alternative Konzepte, um die Situation von Mietenden zu verbessern: Die Stiftung "Daheim im Viertel" in München rettet geerbte Mietshäuser vor Spekulation, und schafft so Wohnraum mit dem Anspruch sozialer Mietpreise. Außerdem gründen immer wieder Menschen Wohnprojekte, in denen man sich sowohl sozial als auch finanziell einbringen kann. So kommen beispielsweise im HEck-Pilotprojekt in Tübingen Menschen aus mehreren Generationen zusammen, um sich einen ganz eigenen Wohnraum zu schaffen. Die ARD Story "#besserwohnen - wie stoppen wir die Mietkrise?" stellt unter anderem Modellprojekte vor, mit denen viele Sorgen von Mietenden kleiner werden könnten.