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Bananenflankenliga: Wo Teilhabe auf dem Platz beginnt

Trikots, Turniere, Teamgeist: Die Bananenflankenliga zeigt, wie Fußball Kinder mit geistiger Beeinträchtigung stärkt – für viele Familien ist hier ein kinderfreundlicher Ort.

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Von Autor/in Andrea Wieland

Der Ball rollt übers Fußballfeld, Eltern stehen am Spielfeldrand, Kinder rufen durcheinander. Einer zieht sofort alle Blicke auf sich: „Manni Ballnane“, die fußballspielende Banane auf den Trikots der Mannschaften. Gelacht wird viel an diesem Nachmittag. Aber für viele Familien bedeutet die Bananenflankenliga weit mehr als Freizeitspaß.

Hier stehen Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung nicht am Rand, sondern mitten auf dem Platz.

Wo aus Training Gemeinschaft wird

Die Idee entstand 2011 in Regensburg. Zwei Heilerziehungspfleger wollten einen Ort schaffen, an dem Kinder mit geistiger Beeinträchtigung Fußball selbst erleben können — nicht als Zuschauer, sondern als Teil einer Mannschaft. Aus dem kleinen Projekt wurde eine Bewegung: Heute trainieren bundesweit an 27 Standorten rund 1000 Kinder und Jugendliche.

Je größer die Nachfrage wurde, desto klarer wurde auch: Es braucht Strukturen, die die einzelnen Teams verbinden. Seit 2017 unterstützt deshalb ein eigener Verband neue Standorte, organisiert Partnerschaften und vernetzt Trainerinnen und Trainer. Auch in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gibt es inzwischen Teams — etwa in Ortenau, Ulm, Koblenz, Trier oder der Südpfalz.

An den Spieltagen tragen alle Mannschaften denselben Stil: gleiche Trikots, gleiche Idee — nur die Farben unterscheiden sich je nach Standort. Auf jedem Shirt: das Maskottchen „Manni Ballnane“. Direkt am Anfang stand dabei eine Frage: Warum eigentlich „Bananenflanke“?

Christian Oparaugo erklärt, wie der ungewöhnliche Name entstanden ist. Er ist der Vorsitzender der Bananenflankenliga.

Das Maskottchen sorgt inzwischen längst für Wiedererkennung — auf Fußballplätzen, in Stadien und manchmal sogar im Urlaub, erzählt Oparaugo. Immer häufiger tauche die Banane auch in den sozialen Netzwerken auf.

Eltern finden am Spielfeldrand Anschluss

Die Spieltage der Bananenflankenliga sind für viele Familien mehr als ein sportlicher Termin. Während die Kinder trainieren, spielen oder jubeln, kommen auch Eltern miteinander ins Gespräch. Denn passende Freizeit- und Sportangebote für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung sind vielerorts selten.

Sören Köhler erlebt das jede Woche. Er arbeitet als Lehrer in Bayreuth und trainiert nachmittags viele Kinder, die er vormittags bereits in der Schule unterrichtet. Für ihn geht es deshalb nicht nur um Fußball.

Für viele Eltern ist es echt ein Geschenk, dass es uns gibt. Weil es so ist, dass es ein Sportangebot für Kinder, Jugendliche mit geistiger Behinderung halt ganz, ganz selten nur gibt.

Von der Bank aufs Feld

Mitmachen können Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 27 Jahren. Entscheidend ist dabei nicht Leistung oder Talent. Wichtig ist vor allem, dass alle spielen können. Die Trainer achten bewusst darauf, dass wirklich jedes Kind Einsatzzeiten bekommt — angepasst an die eigenen Fähigkeiten.

Gerade das unterscheidet die Bananenflankenliga von vielen klassischen Sportangeboten: Niemand soll dauerhaft auf der Bank sitzen. Und manche Standorte denken bereits weiter. Nach dem Vorbild der „Alten Herren“ entstehen Ideen für Teams, in denen Spielerinnen und Spieler auch nach dem 28. Geburtstag weitermachen können. Denn viele erleben hier etwas, das weit über Fußball hinausgeht: Zugehörigkeit.

Sören Köhler beobachtet, wie wichtig genau dieses Gefühl für viele Kinder und Jugendliche ist.

Vielleicht ist genau das die größte Stärke der Bananenflankenliga: Dass hier nicht entscheidend ist, wer die meisten Tore schießt. Sondern dass jedes Kind dazugehört.

ARD startet Mitmachaktion zur Kinderfreundlichkeit

Vor diesem Hintergrund startet die ARD am 17. Mai die Mitmachaktion #unsereKinder.Teilnehmende können kinderfreundliche Orte und Aktionen für Kinder auf einer deutschlandweiten Karte markieren.

Aber sie sind auch aufgerufen, dort einen Pin zu setzen, wo es Probleme gibt. Gemeinsam mit UNICEF will die ARD herausfinden, welche Veränderungen notwendig sind, damit Deutschland kinderfreundlicher wird.

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Andrea Wieland