Raus aus dem Alltag, rein ins Abenteuer: Die schönsten Sommerferien müssen nicht teuer sein. Oft liegen die spannendsten Orte direkt vor der Haustür. Familien aus Baden-Württemberg haben der ARD-Mitmachaktion #unsereKinder ihre ganz persönlichen Lieblingsorte verraten – und dabei ganz nebenbei eine spannende Frage beantwortet:
Was macht einen Ort eigentlich kinderfreundlich?
Die Antworten reichen von Jugendfarmen und Tierparks bis zu Stadtteilen, in denen Kinder mitreden dürfen. Sie zeigen: Kinder brauchen keine spektakulären Attraktionen. Sie brauchen Orte, an denen sie spielen, entdecken und ihre Welt mitgestalten können. Hier könnt ihr sehen, was bisher eingetragen wurde:
Wo sind Kinder willkommen – und wo nicht? Die große Deutschlandkarte zu #unsereKinder
Wo Kinder sicher spielen können – und wo Familien Probleme sehen: Entdeckt Orte, Projekte und Erfahrungen auf der #unsereKinder-Karte.
Tiere hautnah erleben
Viele Einträge auf der #unsereKinder-Karte haben etwas gemeinsam: Kinder dürfen dort selbst aktiv werden. Statt nur zuzuschauen, können sie Tiere versorgen, die Natur entdecken oder zusammen draußen unterwegs sein.
Auch der Kinderbauernhof am Brennlesberg in Gomaringen wird von Familien besonders empfohlen. Zwischen Ziegen, Hühnern und Ponys erleben Kinder Landwirtschaft hautnah und lernen spielerisch den Umgang mit Tieren und der Natur. Auch Schulen und Kindergärten besuchen den Hof regelmäßig.
Wer Tiere liebt, sollte außerdem einen Ausflug zum Vogel- und Tierpark Crailsheim einplanen. Der Park ist kostenlos zugänglich und wird durch Spenden getragen. Neben Vögeln leben dort unter anderem Meerschweinchen, Schafe und Hasen. Rund um den Tierpark laden Streuobstwiesen, ein Planetenweg und Spazierwege zu einem entspannten Ferientag ein. Von dort genießen Familien außerdem einen weiten Blick über Crailsheim. Wer eine Pause braucht, kann im Biergarten der kleinen Gaststätte "Villa" einkehren.
Mach mit! Kennst du auch so einen kinderfreundlichen Ort?
Kennst du einen Ort, an dem Kinder spielen, toben und einfach Kind sein können? Setz deinen Pin auf der ARD-Karte!
Hier dürfen Kinder einfach Kinder sein
Kaum ein Ort zeigt so gut, was Familien unter einem kinderfreundlichen Ort verstehen, wie die Jugendfarm in Stuttgart-Möhringen. Mehr als 80 Kinder kommen hier an einem „normalen Nachmittag“ vorbei – ohne Anmeldung, Mitgliedschaft oder Leistungsdruck. Wer möchte, baut Hütten, versorgt Tiere, macht Feuer oder hilft beim Heumachen. Andere treffen einfach Freunde oder entspannen. Gerade diese Freiheit macht den besonderen Reiz der Jugendfarm aus.
Das Gelände sei wie eine kleine grüne Insel mitten in Stuttgart, erzählt Antje Fydrich vom Jugendfarmverein Möhringen-Vaihingen e.V.. Zehn Pferde, zwei Esel, Schafe, Ziegen, Gänse und eine Katze gehören genauso dazu wie Werkstätten, Wiesen und viel Platz zum Toben. So entstehen Orte, an denen Kinder Selbstvertrauen, Gemeinschaft und Selbstwirksamkeit erleben – ohne Stundenplan. Alle Schulkinder ab 6 Jahren sind willkommen.
Jugendfarmen tauchen auf der #unsereKinder-Karte immer wieder auf. Das überrascht kaum. Sie verbinden vieles, was Familien wichtig ist: Natur, Tiere, Bewegung, Gemeinschaft und die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen.
Auch die Jugendfarm auf den Härten in Kusterdingen bei Tübingen wurde auf der Karte eingetragen. Dort bauen Kinder Hütten, versorgen Tiere, helfen im Garten oder verbringen einfach den ganzen Tag draußen.
Ebenso empfehlen Familien die Jugendfarm Freiberg/Rot bei Stuttgart: "Der Ort zum Spielen, Lachen und tierische Freunde finden. Hier könnt ihr Tiere streicheln, auf Ponys reiten, kreativ bauen und basteln oder einfach spielen und toben."
Heidelberg zeigt, wie Kinderbeteiligung funktioniert
Familien wünschen sich auch Orte, an denen Kinder mitreden und ihre Umgebung mitgestalten können. Ein besonderes Beispiel ist Heidelberg-Rohrbach. Dort hat die Kinderbeauftragte Barbara Pfeiffer gemeinsam mit Kindern einen Stadtteilplan entwickelt. Darin stehen keine Sehenswürdigkeiten für Erwachsene, sondern Lieblingsorte von Kindern: Spielplätze, Treffpunkte, sichere Wege oder Orte zum Entdecken. Pfeiffer macht das alles ehrenamtlich - neben ihrem Beruf und ihrer Mutterrolle.
Wer Heidelberg besucht, kann den Kinder-Stadtteilplan nutzen und Rohrbach aus Kinderperspektive entdecken. Spielplätze, Grünflächen und Treffpunkte wurden von Kindern selbst ausgewählt.
Aus dem Kinder-Stadtplan ist längst mehr geworden. Schulen, Vereine, Kindergärten und die Schulsozialarbeit arbeiten heute enger zusammen. Kinder gestalten Plakate für Stadtteilfeste, entwickeln eine Kinderrechte-Rallye und bringen ihre Ideen regelmäßig in die Stadtteilentwicklung ein. So wird Kinderbeteiligung vom Schlagwort zum Alltag.
Gemeinsam spielen verbindet
Viele Familien nennen auf der #unsereKinder-Karte Orte, an denen Kinder unkompliziert zusammenkommen können. Genau das gelingt der Sprach- und Spielkiste in Asperg - organisiert vom Kinderschutzbund Orts- und Kreisverband Ludwigsburg e.V. Beim gemeinsamen Spielen, Basteln und Entdecken entstehen Freundschaften – unabhängig davon, welche Sprache Kinder sprechen oder woher sie kommen. Der Deutsche Kinderschutzbund veranstaltet dort und an weiteren Orten auch Sommerferienfreizeiten.
Wo fühlen sich Kinder unwohl?
Die Einträge auf der #unsereKinder-Karte zeigen nicht nur, was gut funktioniert. Sie machen auch sichtbar, was Familien vermissen. Besonders häufig geht es um zu viel Verkehr, fehlende Treffpunkte, unsichere Schulwege oder Spielplätze, die erneuert werden müssten.
Die Karte wird damit nicht nur zu einer Sammlung schöner Orte, sondern auch zu einem Spiegel dessen, was Kinder für ein gutes Aufwachsen brauchen.
Welcher Ort fehlt? Mach mit!
Kennt ihr einen Ort, an dem Kinder besonders gerne Zeit verbringen? Oder einen Platz, der kinderfreundlicher werden sollte? Dann tragt ihn hier ein. So entsteht eine wachsende Sammlung von Ausflugstipps, Ideen und Projekten, die Familien im ganzen Land inspirieren kann – weit über die Sommerferien hinaus.