Mehr Grün in der Stadt

Schulen pflastern ab: Wie Toni Deutschlands Schulhöfe entsiegelt

Vor drei Jahren startete Toni Will „Schulen pflastern ab“ – das Projekt holt Erde und Pflanzen zurück in die Stadt und bringt Artenvielfalt auf Deutschlands Schulhöfe.

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Stand

Von Autor/in Andrea Wieland

In der Sendung Logo hörte der heute 14-jährige Toni erstmals vom Konzept, versiegelte Flächen in Städten wieder in Grünflächen zu verwandeln. Er war sofort begeistert vom niederländischen "Tegelwippen", einem Wettbewerb, bei dem jede Stadt, jede Kommune, jede Privatperson gegeneinander antreten kann. Toni rief das Projekt „Schulen pflastern ab“ ins Leben.

Warum Entsiegeln? Klima, Artenvielfalt und Wohlfühlen

Betonierte und zugepflasterte Flächen speichern Wärme, lassen Regenwasser nicht versickern und bieten weder Schatten noch Lebensraum. Wer sich an heißen Tagen auf dem Schulhof oder dem Pausenhof aufhält, spürt es sofort: Wo Pflanzen wachsen und die Erde frei liegt, ist es kühler und angenehmer.

Projekt "Schulen pflastern ab" in Hamburg
Projekt "Schulen pflastern ab" in Hamburg Bild: Tamara Will Tamara Will


Grünflächen sorgen nicht nur für bessere Temperaturen, sondern sind auch Rückzugsraum für Tiere, Insekten und Bienen. Das steigert die Artenvielfalt und macht den Schulhof schöner und lebendiger – für alle, die ihn nutzen.

Weniger Überschwemmung, mehr Lebensqualität

Versiegelte Flächen führen bei Starkregen schnell zu Überschwemmungen, weil das Wasser nicht versickern kann. Wird das Pflaster entfernt und Pflanzen gesetzt, funktioniert der Boden wieder als Schwamm. So werden nicht nur Überschwemmungen gemildert, sondern auch der natürliche Wasserkreislauf und das Mikroklima verbessert.

Projekt "Schulen pflastern ab" in Hamburg
Projekt "Schulen pflastern ab" in Hamburg Bild: Tamara Will Tamara Will

Wie funktioniert „Schulen pflastern ab“ konkret?

Das Prinzip ist einfach: : Jede und jeder (!) kann sich beteiligen. Man kann überall abpflastern, nicht nur auf Schulhöfen, auch auf einem Privatgrundstück oder einem Firmengelände. Man sucht versiegelte Bereiche, nimmt diese Stück für Stück auf und ersetzt sie durch Erde, Blumen oder kleine Büsche. Man darf völlig frei entscheiden, wo man entsiegeln will und trägt es für irgendeine Schule ein. Auf öffentlichen Flächen muss vorher das jeweilige Bezirksamt gefragt werden.

Mitmachen lohnt sich: Deutschlandweites Ranking für Schulen

Sobald eine Schule Flächen entsiegelt, werden die Quadratmeterzahl und Fotos dokumentiert. Die Ergebnisse werden auf der Website gesammelt und im Ranking veröffentlicht. So können deutschlandweit Schulen sichtbar machen, wie viel Grün sie zurückgewinnen – und sich gegenseitig motivieren.

Projekt "Schulen pflastern ab" in Hamburg
Projekt "Schulen pflastern ab" in Hamburg Bild: Tamara Will Tamara Will

Kleine Schritte, große Wirkung

Toni und „Schulen pflastern ab“ zeigen, dass jede Schule einen Unterschied machen kann. Jeder Quadratmeter weniger Pflaster bedeutet mehr Natur, weniger Hitze, bessere Luft und ein schöneres Umfeld für alle.

Weitere Möglichkeit zum Entsiegeln vor der Haustür

abpflastern ist ein deutschlandweiter Wettbewerb, bei dem Städte und Gemeinden in einem freundschaftlichen Wettstreit Flächen entsiegeln.

Mehr zum Thema in der ARD-Story "Zugepflastert"

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Autor/in
Andrea Wieland