FIFA-WM 2026

Edeljoker Deniz Undav wird zum "Finisher" und Vorbereiter

In seinem ersten WM-Spiel war Deniz Undav vom VfB Stuttgart gleich an drei Toren beteiligt. Es ist seine Empfehlung für mehr Spielzeit an Julian Nagelsmann.

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Von Autor/in Michael Richmann

Deniz Undav hatte einen guten Tag im Büro. "Tore zu machen ist mein Job", sagte er vor dem Spiel gegen Curaçao. Nach dem 7:1-Sieg zum Auftakt der FIFA-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko ist klar: Der 29-Jährige hat geliefert. Undav war nach seiner Einwechslung (64. Minute) an gleich drei Toren beteiligt.

Und wie! Vor dem Treffer von Nathaniel Brown (68.) hatte er mit einem einzigen Kontakt per Hacke die gesamte Abwehr von Curaçao ausgehebelt. Bundestrainer Julian Nagelsmann sprach von einem "Straßenkicker-Gen".

Deniz Undav ist "ein Finisher" und "eine Waffe"

Der Treffer zum 6:1 (78.) war laut Nagelsmann "ein klassisches Deniz-Undav-Tor". Joshua Kimmich hatte Platz im Strafraum, Querpass an den Fünf-Meter-Raum, Undav, Tor. "Er ist ein Finisher. Und den brauchst du bei so einem Turnier", sagte Nagelsmann.

Kurz vor Schluss schickte Undav Kai Havertz steil. Ball erobern, Situation einschätzen, umschalten - und wieder hatte Undav nur ein einziges Mal den Ball am Fuß. "Ein super Ball", sagte Nagelsmann. Havertz hatte anschließend keine Mühe mehr, das Ding über Eloy Room hinweg zum 7:1-Endstand zu lupfen. Über Vorbereiter Undav sagte er: "Wenn man so eine Waffe hat, dann muss man sie auch das eine oder andere Mal nutzen."

Undav bekommt Anerkennung von Nagelsmann und Havertz

War das schon ein Plädoyer für mehr Spielzeit? Klar ist: Dem Stuttgarter ist die Joker-Rolle eigentlich zu wenig, aber er macht einfach das Beste aus ihr. 27 Einsatzminuten reichten ihm, um seinen großen WM-Wert zu beweisen. "Deniz hat es mit einem Tor und zwei Vorlagen sehr gut gemacht", lobte Nagelsmann.

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Insgesamt kann Undav nun sieben Tore in zehn Länderspielen vorweisen. Eine Top-Quote und ein gutes Argument. "Es war sein erstes WM-Spiel, wenn ich mich nicht irre", sagte Havertz und irrte sich dabei keineswegs. "Wenn er direkt Scorer-Punkte sammelt, dafür ist er hier. Das hat er auch die ganze Saison über gezeigt."

Undavs Aufstieg vom Kreisverkehr auf die WM-Bühne

Undav selbst hat sich nach dem Spiel nicht geäußert. Doch im Team-Quartier in Winston-Salem erinnerte er sich an die WM 2014: "Ich war zuhause bei meinen Eltern. Wir haben jedes Spiel geschaut. Nach den Siegen sind wir dann immer rausgefahren und haben im Kreisverkehr gejubelt."

Jubeln möchte er auch 2026. Und er möchte seinen Teil dazu beitragen, dass Deutschland jubeln kann. Doch der Weg vom Kreisverkehr über Eintracht Braunschweig, den SV Meppen, Saint-Gilloise und Brighton & Hove Albion auf die WM-Bühne kommt ihm immer noch ein wenig surreal vor: "Wenn ich darüber nachdenke, wo ich nicht nur vor zwölf war, sondern noch vor vier Jahren. Da hätte ich mir das niemals erträumen können, hier dabei zu sein."

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Autor/in
Michael Richmann
Michael Richmann ist Sportredakteur, Podcast- und Feature-Autor für SWR Sport und SWR Kultur.