Drei Tage nach dem 3:1 in der Conference-League-Qualifikation beim Motherwell FC hat der SC Freiburg das Erstrundenspiel im DFB-Pokal bei der Fortuna sicher mit 5:1 (1:0) gewonnen.
In der Neuauflage des Zweitrundenspiels aus dem Vorjahr erzielten Lucas Höler (18.), Igor Matanovic (71., 90.+4), Lukas Kübler (74.) und Jordy Makengo (80.) die Treffer für die überlegenen Gäste, die in der vergangenen Saison bis ins Halbfinale vorgestoßen waren. Für die Fortuna traf der frühere Freiburger Fabian Schleusener, der bis zum Sommer beim KSC gespielt hatte.
Höler hatte nach dem Pokalerfolg allen Grund zur Freude - und trotzdem keine Zeit zu verlieren. "Hubschrauber gibt es keinen, aber der Flieger geht in einer Stunde, deswegen müssen wir uns eh beeilen. Wir können nach Freiburg fliegen. Also sollte es jetzt losgehen, schaffe ich es trotzdem hoffentlich", sagte der Angreifer, der mit seiner Frau sein zweites Kind erwartet.
Schuster nur mit kleinen Kritikpunkten
"Wenn man 5:1 gewinnt, dann ist vieles richtig gelaufen. Wir sind eine Runde weiter, das zählt unterm Strich", sagte Trainer Julian Schuster im Sportschau-Interview. "Wir hatten beim Stand von 1:0 kurz eine Phase, wo wir Torschuss zwei und drei zugelassen haben. Das ist einer der wenigen Punkte, die ich kritisieren würde."
Ein zweiter Kritikpunkt galt der Tatsache, dass die Freiburger den Gegner trotz guter Chancen zu lange "am Leben" gelassen hatten. "Wir hätten das davor dann auch klarmachen können, hatten dazu die Möglichkeiten", sagte Schuster. Das Fazit fiel dann ebenso schlicht wie zufrieden aus: "Zwei Pflichtspiele, zwei Siege. Das ist für den Moment okay."
Schuster kann aus dem Vollen schöpfen
In Düsseldorf profitierten die Freiburger einmal mehr von der mittlerweile breiten Qualität im Kader. Insgesamt fünf Wechsel im Vergleich zum Spiel in Motherwell hatte Schuster vorgenommen. Statt Qualitätsabfall kann Schuster bei Wechseln von der Bank nachlegen. So kam Matanovic als Joker und steuerte in 25 Minuten zwei Treffer und einen Assist bei.
Die Breite des Kaders macht es Schuster möglich, die jeweilige Anfangsformation von der "geistigen und körperlichen Frische" seiner Spieler abhängig zu machen. Übertreiben sollte man es bei den Wechseln aber nicht: "Auf der anderen Seite dürfen auch die Abläufe und Mechanismen nicht darunter leiden. Da haben wir sehr viele Optionen als Trainerteam."
Ähnlich sieht es Matthias Ginter. "Viele Spieler spielen schon jahrelang zusammen. Es wird jedes Jahr gefühlt nochmal punktuell verstärkt mit Neuzugängen. Dieses Jahr waren es wieder vier oder fünf. Wir sind sehr ambitioniert als Verein", sagte der Innenverteidiger. "Dafür braucht es logischerweise mehr als elf oder 18. Da braucht es jeden. Da ist unser Credo und deswegen ist es sehr, sehr wichtig, dass wir viele gute Spieler haben.
Motherwell und Werder vor der Brust
Bei der Vorbereitung auf das Spiel in Düsseldorf habe laut Schuster zudem geholfen, dass der Sport-Club bereits die Saison in der Qualifikation zur Conference League eröffnet hatte. Dadurch sei die Mannschaft im Rhythmus, der Fokus verändere sich. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt dem Sport-Club nicht. Am Donnerstag steht das Rückspiel gegen Motherwell auf dem Programm, bei dem der Einzug in die Conference League sichergestellt werden soll.
Schuster geht das Spiel optimistisch an. "Wir können es nicht absprechen, dass wir uns eine gute Ausgangssituation erarbeitet haben durch das Hinspiel", sagte der 41-Jährige. "Zuhause haben wir auch immer wieder unsere Leistungen abrufen können und natürlich wollen wir - wie auch letztes Jahr - eine lange Saison haben mit sehr, sehr vielen Spielen und dafür müssen wir am Donnerstag den nächsten Schritt gehen."