Um 18:10 Uhr ging am Mittwochabend (09.07.) nichts mehr. Die knapp anderthalbtausend Tickets für das Benefizturnier für ein abgebranntes Gebäude, den sogenannten "Engerser Lokschuppen", waren vergriffen. Innerhalb einer Stunde seien sie weg gewesen, bestätigte der FV-Vorsitzende Martin Hahn dem SWR.
Hunderte Fans gingen leer aus - und mussten unverrichteter Dinge wieder abziehen. Und das für ein Event, an dem neben dem gastgebenden FV Engers mit der SG 99 Andernach und der SG 2000 Mülheim-Kärlich nicht gerade Weltklubs teilnahmen.
Schlange mehrere hundert Meter lang
Der Andrang auf die Karten war enorm, die Schlange derer, die für ein Ticket anstanden, war mehrere hundert Meter lang und wand sich um mehrere Kurven.
Doch was steckt hinter dem Hype um die begehrten Billets? Wenige Tage nach der Auslosung der ersten Runde des DFB-Pokals für die kommende Spielzeit, die Engers das Traumlos Eintracht Frankfurt beschert hatte, hatte der FV bekanntgegeben, dass es beim Benefiztunier die Möglichkeit des Ticket-Kaufs für das prestigeträchtige Duell mit den Hessen geben wird. Weiter hieß es damals, dass alle Besucher des Events bis zu fünf Eintrittskarten erwerben können.
Und das machten sich offenbar zahlreiche Anhänger zunutze. Neben den Einheimischen waren auch sehr viele Frankfurt-Fans darunter. Für das Spiel, das am 17. August (13 Uhr) in Koblenz stattfindet, haben die Hessen ein Gästekontingent von 4.600 Tickets erhalten. Angesichts der Fan-Massen, die der Tabellendritte der abgelaufenen Bundesliga-Saison regelmäßig mobilisiert, natürlich viel zu wenige. Und so versuchten zahlreiche SGE-Unterstützer, sich beim Benefizturnier mit Karten einzudecken.
Angesichts der regionalen Nähe, vom Rhein-Main-Gebiet nach Engers fährt man knapp 75 Minuten, nachvollziehbar. Erst recht, wenn man bei schönem Wetter ehrlichen Amateurfußball gucken kann und als Bonus noch die begehrten Tickets bekommt.
FV Engers bekommt "kalte Füße"
Die Pläne der SGE-Fans wurden allerdings vorab publik, wie es in Zeiten des Internets nun einmal so ist. Und in Engers bekamen die Verantwortlichen "kalte Füße" und ruderten zumindest etwas zurück. Vergangene Woche hieß es auf der Homepage des Vereins, dass jeder Besucher maximal zwei Tickets erwerben darf. Lediglich Vereinsmitglieder und Oberliga-Dauerkarten-Inhaber hätten demnach die Möglichkeit, sich das Eintrittskarten-Quintett zu sichern.
"Leider hat das Stadion in Koblenz nur begrenzte Kapazitäten. Wir wollen die Karten, die wir haben, möglichst fair verkaufen, und dabei natürlich vorrangig an unsere treuen Anhänger in der Region denken", wird der FV-Vorsitzende Hahn in der Mitteilung zitiert.
Viel Geld für den "Engerser Lokschuppen"
Einige Fans der Eintracht konnten jedenfalls auf diesem Weg noch einmal zuschlagen, während andere leer ausgingen. Die, die da waren, sorgten gemeinsam mit dem heimischen Anhang für eine Rekordkulisse. Und für jede Menge Geld in den Kassen. Und das wiederum kommt dem "Engerser Lokschuppen" zugute. Und genau darum geht es ja bei einem Benefizturnier.