Die beiden Verbandspokalsieger aus Rheinland-Pfalz blickten gespannt auf die Auslosung im Deutschen Fußball-Museum in Dortmund. Am Ende durften beide Teams jubeln, denn beide spielen gegen große Vereine des deutschen Fußballs. Der FK Pirmasens (Pokalsieger Südwestdeutscher Fußball Verband) empfängt den Bundesligaaufsteiger Hamburger SV. Der FV Engers (Pokalsieger Fußballverband Rheinland) spielt gegen Champions-League-Teilnehmer Eintracht Frankfurt.
Vorfreude in Pirmasens
Recht schnell nach der Auslosung konnte man auf der Homepage des FKP folgendes lesen: "Wir kommunizieren zeitnah hier und über unsere Social-Media Kanäle über Ort und Zeitpunkt und wie man Karten erwerben kann. Bis dahin bitte keine Anfragen." Der Hamburger SV bringt traditionell viele Fans zu Auswärtspartien mit und auch in und um Pirmasens dürfte die Nachfrage nach Tickets für das Spiel groß sein. Schließlich gehört der Hamburger SV, trotz siebenjähriger Zugehörigkeit zur zweiten Liga, zu den Publikumsmagneten des deutschen Fußballs. Insgesamt ist der Sportpark Husterhöhe für 10.000 Zuschauer zugelassen.
HSV-Boss Kuntz kommt in die Heimat
Mit HSV-Sportchef Stefan Kuntz kommt ein alter Bekannter auf die Husterhöhe. Kuntz hat eine besondere Beziehung zu dem Klub, der nur rund 40 Kilometer von seiner Heimat entfernt ist. In einer HSV-Pressemitteilung wird Kuntz wie folgt zitiert: "Für mich persönlich ist das natürlich ein besonderes Los. Ein Traditionsverein in meiner Heimat", so Kuntz. "Ich erinnere mich an viele heiße Duelle in meiner Jugend zwischen Borussia Neunkirchen und dem FK Pirmasens. Auch mein Vater lief dort in den 60er Jahren im alten Stadion auf." Ein weiterer Fun-Fact: HSV-Torwarttrainer Sven Höh beim FK Pirmasens ausgebildet wurde.
FK Pirmasens – ein Traditionsverein aus der 5. Liga
Zwischen Pirmasens und Hamburg liegen rund 650 Kilometer. Der FKP war in den 1950er Jahren eine echte Hausnummer im deutschen Fußball. Mehrfach kämpfte man in der Endrunde um die Meisterschaft, spielte in der Oberliga ganz oben mit. 2006 sorgten die Pirmasenser bundesweit für Schlagzeilen, als sie in der ersten Pokalrunde Werder Bremen rauswarfen – als Oberligist, im Elfmeterschießen.
Beim bislang letzten Duell erzielte Uwe Seeler vier Tore
Auch mit dem HSV gibt es eine gemeinsame Historie. Zwei Pflichtspiele stehen in den Geschichtsbüchern: 1958 und 1962 trafen beide Klubs in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft aufeinander. 1958 setzte sich der HSV mit 2:1 durch, 1962 gab es ein 6:3 – besonders in Erinnerung blieb dabei ein Viererpack von Fußball-Legende Uwe Seeler. Mehr als sechs Jahrzehnte später kommt es nun zum Wiedersehen.
Nach zehn Jahren wieder im DFB-Pokal vertreten
FKP-Trainer Daniel Paulus sprach nach der Auslosung von einem "tollen Erlebnis für den gesamten Klub, unsere Fans, das Umfeld und die Stadt". In den Fanforen ist die Freude greifbar: "Ein Traumlos! Endlich mal wieder ein großer Gegner auf der Husterhöhe", heißt es da. Und: "Das wird ein Fest für die ganze Stadt."
Champions-League-Feeling beim FV Engers
Es ist sehr wahrscheinlich, dass Engers sein DFB-Pokal-Erstrundenspiel gegen Eintracht Frankfurt in ein größeres Stadion, beispielsweise das der TuS Koblenz (Stadion Oberwerth), verlegen wird. Gründe dafür sind laut Martin Hahn, Vorsitzender des FV Engers, die Stadion-Kapazität, die Infrastruktur und die technische Ausstattung vor Ort. In das Stadion am Wasserturm in Engers passen lediglich 3.000 bis 4.000 Fans. Ein Spiel gegen einen so populären Verein wie Eintracht Frankfurt (knapp zwei Stunden von Engers entfernt) hat sicherlich großes Interesse bei den Fans beider Vereine zur Folge.
Die Vorfreude in Engers ist groß
Der ehemalige Engerser Trainer Sascha Watzlawik und Kapitän Chris Meinert waren live in Dortmund bei der Auslosung dabei. Im Vereinsheim in Engers beim gemeinsamen Public Viewing war der Jubel über das Eintracht-Los groß. "Ich bin noch ein bisschen am Zittern", sagte der neue Trainer Julian Feit in einer ersten Reaktion der Rhein-Zeitung. Der Coach hatte sich genau das gewünscht: einen Top-Bundesligisten aus der näheren Umgebung. "Das ist sportlich geil und macht richtig Bock, sich mal mit so einer Mannschaft zu messen", ist Feit heiß auf das Pokalduell.
"Ich bin zuversichtlich, dass wir eine Überzahl von unseren Fans und eine tolle Stimmung im Stadion haben werden. Und dann schauen wir mal, was gegen die Eintracht geht", ergänzt sein Chef Martin Hahn. Allerdings wartet auf den FV Engers viel Arbeit. "Das wird eine Herkulesaufgabe, aber wir haben ganz viele ehrenamtliche Helfer hier und werden das schaffen", ist sich Hahn sicher.
| Eintracht Braunschweig | VfB Stuttgart | |
| SV Sandhausen | RB Leipzig | |
| FV Engers 07 | Eintracht Frankfurt | |
| Bahlinger SC | 1. FC Heidenheim | |
| FK Pirmasens | Hamburger SV | |
| SG Sonnenhof Großaspach | Bayer Leverkusen | |
| Dynamo Dresden | FSV Mainz 05 | |
| Hansa Rostock | TSG Hoffenheim | |
| Sportfreunde Lotte | SC Freiburg | |
| ZFC Meuselwitz | Karlsruher SC | |
| RSV Eintracht Stahnsdorf | 1. FC Kaiserslautern | |
| SSV Ulm 1846 Fußball | SV Elversberg |
Wann wird gespielt:
Die erste Pokalrunde ist für den 15. bis 18. August festgelegt. Ziel aller Teams ist das Pokal-Endspiel am 23. Mai 2026 im Berliner Olympiastadion. Für die Teilnahme an der ersten Runde kassieren die Vereine je 210.000 Euro.