Heimsieg gegen Kiel

"Sahnetag": So wurde Naatan Skyttä von FCK-Coach Torsten Lieberknecht heiß gemacht

Dank Dreierpacker Naatan Skyttä hat der 1. FC Kaiserslautern gegen Holstein Kiel gewonnen und sich im Aufstiegskampf der 2. Bundesliga zurückgemeldet. Die Stimmung bei den Pfälzern war im Anschluss blendend.

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Stand

Von Autor/in Johann Schicklinski

Es gibt Tage, da gelingt fast alles. Dies belegte die sechste Minute der Nachspielzeit der ersten Häfte im Heimspiel des 1. FC Kaiserslautern gegen Holstein Kiel (4:1). Eigentlich wartete auf dem Betzenberg schon alles auf den Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Richard Hempel, da eroberten die Roten Teufel noch einmal den Ball. Angreifer Marlon Ritter kam im Duell mit Kiels David Zec zu Fall, die weiteren Holstein-Defensivspieler warteten auf einen Pfiff des Referees, der aber ausblieb. FCK-Mittelfeldspieler Naatan Skyttä spielte indes einfach weiter und haute den Ball trocken und humorlos von der Strafraumgrenze ins Tor der Norddeutschen. Der dritte Treffer des Finnen im ersten Abschnitt war der Beleg, dass an diesem Tag bei den Pfälzern und insbesondere bei Skyttä alles klappte - zumindest in den ersten 45 Minuten.

Erstes Profitor von FCK-Eigengewächs Mika Haas

In der zweiten Hälfte, in der die Roten Teufel nach der Gelb-Roten Karte für Zec (50.) lange in Überzahl waren, erspielten sich die Gastgeber dann weitere zahlreiche Chancen, agierten aber lange nicht mehr so eiskalt und konsequent wie in Halbzeit eins. Insbesondere der eigentliche Torjäger Ivan Prtajin, der in dieser Spielzeit bereits achtmal einnetzte, agierte vor dem gegnerischen Kaste unglücklich, sein Treffer wollte einfach nicht fallen und ließ sich auch nicht erzwingen.

Der Kroate wird es verschmerzen, denn das Spiel gegen Kiel war dank der Treffer von Sommer-Neuzugang Skyttä (7. Minute, 11., 45.+6) bereits so gut wie entschieden, dazu traf Eigengewächs Mika Haas (38.) mit seinem ersten Profitor. Kiel kam lediglich zum zwischenzeitlichen Anschluss durch Alexander Bernhardsson (28., Foulelfmeter).

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Ein ganz besonderer Kniff von FCK-Coach Lieberknecht

"Wir haben die letzten Spiele unnötig Punkte liegengelassen, deshalb war es total wichtig, dass wir uns heute so präsentiert haben", bilanzierte der zufriedene FCK-Trainer Torsten Lieberknecht am ARD-Mikrofon. Der 52-Jährige gab zu, dass er mit Skyttä vor dem Spiel gegen Kiel noch einmal unter vier Augen gesprochen hätte. "Als wir vorher im Wald spazieren waren, habe ich ihm gesagt: 'Heute ist dein Wetter - ein typisches finnisches Sommerwetter. Deshalb schau, dass du heute deine beste Leistung bringst!' Er musste schmunzeln. Ich glaube, es hat ihm geholfen, zu diesem Sahnetag zu kommen", führte Lieberknecht seine ganz spezielle Motivation aus.

"Drei Tore zu schießen - das kommt nicht alle Tage vor. Vor allen Dingen nicht bei ihm, aber er hat es sich einfach verdient. Er bringt Fußball pur und viel Freude auf dem Platz", sagte der Coach und kündigte an: "Ich werde mal googeln, was Sahnetag auf finnisch heißt."

"Wir waren voll drin"

Lieberknecht lobte nicht nur Skyttä, er war mit der Leistung der gesamten Mannschaft hochzufrieden. "Wir hatten viele Ballgewinne und dann die Effizienz, aus diesen auch Tore zu machen", sagte der 52-Jährige. "Wir waren voll drin und haben nur nach dem Gegentor kurz gewackelt."

Mika Haas: "Belohnung für meine harte Arbeit"

Treffer-Debütant Haas freute sich indes "unglaublich. Ich weiß bis jetzt noch nicht, wie der Ball genau reingegangen ist, aber das spielt auch keine Rolle. Tor ist Tor. Es war eine Belohnung für meine harte Arbeit". Der 20-Jährige lobte aber auch Dreierpacker Skyttä. "Er hat ein unfassbares Spiel gemacht. Bei ihm war jeder Schuss ein Treffer. Schön rausgespielte Tore, ganz überlegt abgeschlossen. Besser geht es gar nicht", lobte Haas.

Top-Talent Dion Hofmeister schreibt Geschichte

Die Kirsche auf der FCK-Torte am Sonntag war dann das Debüt von Dion Hofmeister (Jahrgang 2009). Das 16-jährige Top-Talent ist damit jüngster Profi der Klubhistorie. Hofmeister, gebürtig aus Neustadt an der Weinstraße, spielt seit 2018 bei den Roten Teufeln und ist aktueller Kapitän der U17. Für ihn gab es nach der Partie ein Sonderlob von Marlon Ritter: "Er macht es richtig gut."

Haas und Hofmeister sind gute Beispiele dafür, dass bei den Roten Teufeln die Verzahnung zwischen Nachwuchs und Profis wieder gut funktioniert. Auch Leon Robinson stieß über die zweite Mannschaft zu den FCK-Profis und nimmt mittlerweile eine tragende Rolle ein, was für die Arbeit bei den Pfälzern spricht.

Und so sieht die Welt beim 1. FC Kaiserslautern nach zuvor zwei sieglosen Spielen mit dem Dreier gegen Kiel wieder gut aus. Der Klub gehört als aktuell Sechster zur erweiterten Spitze der 2. Liga. Kommendes Wochenende steht dann das Auswärtsspiel beim Vorletzten Eintracht Braunschweig an (29.11., 13 Uhr). Es gelte nun, nicht nachzulassen, forderte Lieberknecht: "Wir denken weiterhin von Spiel zu Spiel. Braunschweig hat aktuell seine Probleme, ist aber trotzdem ein schwerer Gegner."