2. Fußball-Bundesliga

"Es hat einfach nicht sein sollen": FCK hadert mit Last-Minute-Remis gegen Nürnberg

Vergangene Woche war der 1. FC Kaiserslautern in Karlsruhe noch der gefeierte Last-Minute-Sieger, gegen den Club ließen die Pfälzer nun spät zwei Punkte liegen. Dennoch stimmt die Richtung bei den Roten Teufeln.

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Stand

Von Autor/in Johann Schicklinski

Die 89. Minute im Zweitligaspiel zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem 1. FC Nürnberg stellte alles auf den Kopf. In einer umkämpften Partie, die über weite Strecken einem Abnutzungskampf ohne wirkliche spielerische Highlights glich, sahen die Pfälzer schon fast wie der Sieger aus.

1:0 führten die Roten Teufel, als FCK-Abwehrspieler Jan Elvedi nach einem Nürnberger Einwurf Gäste-Akteur Luka Lotschoschwili auf den Fuß trat. Schiedsrichter Sören Storks entschied auf Elfmeter für die Franken. So weit, so normal.

Ein echter Stimmungskiller für den FCK

Im Anschluss an den Pfiff des Unparteiischen meldete sich allerdings der VAR. Es ging um eine potenzielle Abseitsstellung beim Nürnberger Angriff. Die Überprüfung zog sich so lange, dass Referee Storks zwischendurch beide Mannschaften informierte und um Geduld bat, während FCN-Schütze Robin Knoche mit dem Ball bereits am Elfmeterpunkt wartete.

Nach knapp fünf Minuten fiel dann die finale Entscheidung: Strafstoß für den Club. Knoche blieb eiskalt und verwandelte humorlos zum 1:1-Ausgleich (90. Minute +4). Aus Kaiserslauterer Sicht bleibt festzuhalten: Es kann eigentlich nicht sein, dass ein VAR-Check dermaßen lange dauert. Und: Der späte Ausgleich der Gäste war ein Stimmungskiller für die Roten Teufel.

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Marlon Ritter: "Habe eher mit zwölf Minuten Nachspielzeit gerechnet"

Dazu kam: Trotz der fünfminütigen Unterbrechung gab es nur vier Minuten Nachspielzeit, was bei den Gastgebern für Unverständnis sorgte. "Da habe ich keine Erklärung dafür", monierte Marlon Ritter gegenüber SWR Sport: "Der Check hat schon sehr, sehr lange gedauert und ich habe eher mit zwölf Minuten Nachspielzeit gerechnet."

Novum für FCK-Coach Torsten Lieberknecht

Viel passierte in der dann eher knapp bemessenen Nachspielzeit auch nicht mehr. Durch das Remis ist die Super-Serie des FCK gerissen. Die Pfälzer hatten ihre ersten vier Heimspiele der Saison gewonnen. Torsten Lieberknecht, der in seinen ersten sechs Spielen als Lauterer Trainer sechs Siege feiern durfte, erlebte also ein Novum: Erstmals als Coach der Pfälzer ging er in einem Pflichtspiel auf dem Betzenberg nicht als Sieger vom Platz.

Für ihn war der lange VAR-Check "nicht die Geschichte des Spiels", sondern, "dass wir eine Vielzahl an Konterchancen nicht zu Ende gespielt haben. Wenn wir das 2:0 erzielt hätten, wären wir als verdienter Sieger vom Platz gegangen".

Daniel Hanslik (45.) hatte vor 48.000 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion die Führung für die Roten Teufel erzielt. Im Anschluss ließen die Pfälzer die letzte Konsequenz in ihren Offensivaktionen vermissen - was auch dem Fehlen von Top-Torjäger Ivan Prtajin (Muskelfaserriss) geschuldet gewesen sein dürfte.

Zur Wahrheit gehört aber auch: In der Anfangsphase hätte Nürnberg in Führung gehen müssen, doch Julian Justvan rutschte bei seinem Elfmeter weg und setzte diesen dadurch übers FCK-Tor (15.).

Schlüsselszene: Nürnbergs Julian Justvan rutscht beim Elfmeter in der 15. Minute weg und verschießt.
Schlüsselszene: Nürnbergs Julian Justvan rutscht beim Elfmeter in der 15. Minute weg und verschießt.

Wenn man aus FCK-Sicht das Positive betonen will, dann machen folgende Fakten Mut: 19 Punkte aus zehn Spielen sind eine starke Zwischenbilanz. Zuhause sind die Roten Teufel ungeschlagen, als Fünfter gehören sie zur erweiterten Spitzengruppe der 2. Liga.

Top-Talent Dion Hofmeister steht erstmals im FCK-Kader

Zudem stand mit Dion Hofmeister (Jahrgang 2009) ein Top-Talent erstmals im FCK-Kader. Der 16-Jährige, gebürtig aus Neustadt an der Weinstraße, spielt seit 2018 bei den Roten Teufeln und ist aktueller Kapitän der U17.

Zu einer Einwechslung kam es zwar gegen Nürnberg nicht, aber alleine, dass er im Aufgebot war, zeigt, dass die Verzahnung zwischen Nachwuchs und Profis in Kaiserslautern wieder gut funktioniert. Weitere Beispiele sind etwa Mika Haas oder Leon Robinson.

Und so herrschte beim FCK nach dem Nürnberg-Spiel zwar Frust, aber insgesamt war die Unzufriedenheit auch nicht zu groß. "Nürnberg ist keine schlechte Mannschaft", sagte Keeper Julian Krahl: "Wir können nicht erwarten, dass wir jede Mannschaft hier dominieren, auch wenn es der Betzenberg ist. Wir müssen uns vorwerfen lassen, dass wir das Spiel nicht gekillt haben."

Das Glas war für Krahl aber dennoch eher halbvoll: "Es war weder ein schlechtes Spiel noch hatten wir eine schlechte Einstellung. Die Mannschaft hat toll gearbeitet, das Stadion stand hinter uns - es hat heute einfach nicht sein sollen."