Fast hätte der 1. FC Heidenheim nach der Partie gegen den 1. FC Köln mit leeren Händen dagestanden. In der Nachspielzeit konterten die Gäste den FCH noch einmal aus. Marius Bülter flankte von links auf Ragnar Ache auf den langen Pfosten, doch die Direktabnahme des Angreifers parierte Heidenheims Keeper Diant Ramaj mit einer Glanztat, so dass es beim 2:2 blieb. Für den Klub von der Ostalb eigentlich zu wenig, weil er gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf zweimal geführt hatte und durch das Remis auf Abstiegsplatz 17 bleibt. Und doch hätte die Mannschaft von Trainer Frank Schmidt aufgrund einer schwachen zweiten Halbzeit und zahlreicher Kölner Chancen auch verlieren können.
Marvin Pieringer: "Enttäuschung überwiegt"
Dementsprechend fiel das Heidenheimer Fazit aus. "Die Enttäuschung überwiegt leider. Wir wollten drei Punkte einfahren. Wenn du zuhause gegen Köln zweimal führst, musst du kaltschnäuzig genug sein, um den Laden dichtzuhalten", bilanzierte Stürmer Marvin Pieringer.
Pieringer hatte den FCH mit einem absoluten Traumtor in Führung geschossen (15. Minute). Eric Martel (18.) hatte für die Rheinländer ausgeglichen, ehe Julian Niehues (26.) das 2:1 für die Schwaben erzielte. In der ersten Halbzeit hätte Heidenheim weiter nachlegen können, ließ aber einige Gelegenheiten liegen. Kurz nach der Pause sorgte dann Kölns Said El Mala für den Endstand (48.). Danach dominierten die Gäste, ohne aber weitere Treffer zu machen.
"War natürlich ein geiles Tor"
"Es ist uns nicht gelungen, das 3:1 nachzulegen. Die zweite Halbzeit war dann zu dünn. Wir hatten zu viele schnelle Ballverluste und haben zu viel zugelassen. Deswegen können wir nicht zufrieden sein", sagte Pieringer, den sein artistischer Fallrückzieher-Treffer zumindest etwas tröstete. "Der Ball kam auf einer komischen Höhe in meinen Rücken. Es war die einzige Möglichkeit, ihn aufs Tor zu bringen", schilderte er. "Dass er dann so reingeht, hätte ich auch nicht gedacht. War natürlich ein geiles Tor."
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Frank Schmidt: "Wir laden Köln ein"
Frank Schmidt indes war untröstlich nach der Partie. Man merkte dem FCH-Coach seine Enttäuschung an. "In der ersten Halbzeit war es ein tolles Spiel. Dann laden wir Köln in der zweiten Halbzeit ein. Wir hatten keinen Zugriff mehr und haben viel zu viele Chancen zugelassen", resümierte er im Gespräch mit SWR Sport. "Wenn man zuhause in so einem wichtigen Spiel zweimal führt und dann am Ende mit einem Punkt zufrieden sein muss, dann ist das enttäuschend. Nur eine Halbzeit reicht halt nicht."
Julian Niehues: "Jetzt gilt es in Mainz zu punkten"
Defensivspieler Niehues warf indes bereits einen Blick aufs nächste Spiel in Mainz (Dienstag, 20:30 Uhr). "Wir haben einen Punkt, den wir hier zuhause mitnehmen, wollten aber drei", sagte er. "Jetzt gilt es, den Kopf nicht hängen zu lassen und in Mainz zu punkten."
Die Rheinhessen sind aktuell Letzter, und könnten mit einem Sieg an Heidenheim vorbeiziehen. Das gelte es zu verhindern, so Coach Schmidt. "Wir wollen das Positive aus dem Spiel gegen Köln mitnehmen", kündigte er an. Das will auch Pieringer, für den das Duell mit Mainz "ein ganz wichtiges Spiel gegen einen Gegner, der ganz unten drin steht" ist. Deshalb gebe es nur eine Devise, so der Stürmer. "Wir wollen dort die drei Punkte mit nach Hause nehmen!"