Fußball | Bundesliga

Heidenheimer Systemabsturz in Leverkusen

Nach dem Heidenheimer 0:6-Debakel in Leverkusen sucht man beim FCH nach Erklärungen. Vor allem die fehlende Gegenwehr sorgt für Unverständnis bei Verantwortlichen und Fans.

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Von Autor/in Pirmin Styrnol

Sichtlich grimmig machte sich Heidenheim-Coach Frank Schmidt nach dem Spiel auf den Weg in die Katakomben. Seine Spieler wurden indes zunächst von den mitgereisten Fans in den Senkel gestellt. Mit fünf Punkten steht der 1. FC Heidenheim nach zehn Spielen auf dem letzten Tabellenplatz. Dabei ist es weniger die magere Punktausbeute als vielmehr die schwache Leistung, die den Verantwortlichen zu denken gibt: "Nach zehn Spieltagen ist das schon sehr bitter und ernüchternd, hier so zu stehen. Aber da sind wir selbst schuld dran, das haben wir auch verdient zum jetzigen Zeitpunkt", so Frank Schmidt selbstkritisch.

"So darf es nicht laufen", gab auch der sichtlich geknickte FCH-Kapitän Patrick Mainka später am SWR-Mikrofon zu. "So, wie es heute gelaufen ist, kommen wir da unten nicht raus", so Mainka weiter. Man müsse noch härter zu sich selbst sein, so der Verteidiger: "Die Fetzen sind schon von den Fans zu uns geflogen, jetzt müssen wir auch untereinander Tacheles reden."

Heidenheim lässt Gegenwehr vermissen

"Ich habe mich vor zwei Wochen vor die Mannschaft gestellt, aber ich kann ja nicht alle zwei Wochen die gleiche Leier anschlagen", so Heidenheims Cheftrainer Schmidt am SWR-Mikrofon: "Das war zu wenig. Vor allem wenn man bedenkt: Wir haben normal trainiert diese Woche, und Leverkusen hat eine englische Woche gehabt", fasste der 51-Jährige sein Unverständnis nach der höchsten Niederlage der noch jungen Heidenheimer Bundesliga-Geschichte zusammen. Leverkusens Torjäger Patrik Schick (2./22.), Jonas Hofmann (16.), Ernest Poku (27.) und der bärenstarke Ibrahim Maza (45.+1) sorgten schon vor dem Seitenwechsel bei einem famosen Sturmlauf für klare Verhältnisse. Während sich Maza (53.) nach dem Wechsel erneut belohnte und erhöhte, ließ der FCH jegliche Gegenwehr vermissen.

"Es ist mit der bitterste Moment für uns. 6:0 verlieren, vor allem in der Art und Weise, das kennen wir nicht", erklärte Frank Schmidt und ergänzte: "Ich habe das heute auch nicht erwartet." Eine Woche nach dem Punktgewinn gegen Eintracht Frankfurt (1:1) enttäuschte das Team von Schmidt auf allen Ebenen. Und dennoch: Das Entscheidende sei, jetzt nicht auf die Mannschaft "draufzuhauen". "Wir liegen jetzt am Boden. Da kommt nach so einem Spiel auch noch ein bisschen Häme dazu, das ist das Schlimmste", so Schmidt. Zeit zur Analyse hat der FCH in den nächsten Tagen.

"So geht's nicht weiter" - Patrick Mainka

Am kommenden Wochenende findet wegen der WM-Qualifikationsspiele der Nationalmannschaft nämlich keine Bundesliga statt. Das nächste Heimspiel gegen den Tabellen-16. Borussia Mönchengladbach wird also erst in rund zwei Wochen ausgetragen. Patrick Mainka erwartet daher klare Kante in der Kabine: "Jetzt müssen wir die 90 Minuten aufarbeiten und dann so schnell wie möglich vergessen." Eines sei jedenfalls sicher: "So geht's auf jeden Fall nicht weiter", ist sich der Kapitän sicher.

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Pirmin Styrnol