Pleite bei Hertha BSC

Heidenheims Trainer Frank Schmidt: "Müssen uns in Grund und Boden schämen"

Der 1. FC Heidenheim enttäuscht am zweiten Spieltag der 2. Liga und kassiert bei Hertha BSC eine Klatsche. Trainer Frank Schmidt ärgert sich über die schwache Leistung seines Teams.

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Von Autor/in Johann Schicklinski

Es ist bislang nicht überliefert, was Heidenheims Trainer Frank Schmidt seiner Mannschaft in der Halbzeitpause des Spiels bei Hertha BSC gesagt hat. Und in welcher Lautstärke und Tonalität. Es ist aber anzunehmen, dass die Ansage des FCH-Coachs deutlich ausgefallen ist. Denn der Bundesliga-Absteiger lag nach der ersten Hälfte schon mit 0:3 bei den euphorisch aufspielenden Berlinern hinten.

Sebastian Grönning (2. Minute), Marten Winkler (26.) und der kurz vor dem Ende vom Platz gestellte Deyovaisio Zeefuik (35.) hatten früh für klare Verhältnisse gesorgt. Jan Schöppner gelang kurz nach der Halbzeit eine kleine Ergebniskorrektur (49.). Oluwaseun Adewumi setzte in der 90. Minute den Schlusspunkt für den Haupstadtklub.

Trainer Frank Schmidt wechselt in der Pause gleich vier Mal

Heidenheim ließ in der ersten Hälfte die Grundtugenden vermissen, die den Klub von der Ostalb normalerweise auszeichnen. Zweikampfintensität, eine gewisse Härte, Resilienz - das alles fehlte in Berlin. Viel zu oft waren die FCH-Akteure nur zweiter Sieger. Trainer Schmidt zog die Konsequenzen und tauschte gleich vier Spieler in der Pause aus. Im zweiten Durchgang trat Heidenheim dann zwar besser auf, am Ende stand aber trotzdem die verdiente 1:4-Klatsche.

"Ich bin stinksauer"

"Ich bin stinksauer", bilanzierte Coach Schmidt nach Abpfiff am ARD-Mikrofon. "Die erste Halbzeit war desolat. Da muss man sich in Grund und Boden schämen. Wir haben im Kollektiv versagt!"

Deutlichste Worte von Schmidt, der keine Erklärung für den Auftritt seiner Mannschaft hatte. "Wir wussten, was uns erwartet, weil wir vorher drüber gesprochen haben", befand er. "Aber die Hitze scheint bei dem ein oder anderen im Kopf ein paar Dinge verändert zu haben. So können wir uns nicht präsentieren."

Patrick Mainka: "Das wirft Fragen auf"

Ähnlich sah es Abwehrchef Patrick Mainka. "Die erste Halbzeit war bodenlos. Hertha BSC hat uns überrannt und hergespielt. Bei uns hat die Körpersprache überhaupt nicht gestimmt", kritisierte der Kapitän. Auch Mainka konstatierte: "Wir waren eigentlich vorbereitet. Und doch haben wir es nicht geschafft, uns zu wehren. Das wirft dann halt Fragen auf."

Offensichtlich ist bereits nach zwei Spieltagen der 2. Liga: Beim Ostalb-Club stimmt in den defensiven Abläufen einiges noch nicht. Zum Auftakt war Heidenheim ein 4:3-Erfolg gegen den Aufsteiger VfL Osnabrück gelungen. Macht in Summe zwar drei Punkte, aber bereits sieben Gegentore in zwei Partien.

"Schuss vor den Bug"

Klar, dass Trainer Schmidt mit dieser Statistik hadert. "Das geht so nicht", sagte der 52-Jährige, der bemüht war, zumindest einen positiven Aspekt aus der deutlichen Pleite seines Teams herauszufiltern: "Dass der Schuss vor den Bug so gesessen hat, so dass uns das kein zweites Mal passiert in dieser Saison."

Nun wartet auf den 1. FC Heidenheim das DFB-Pokalspiel beim SV Jeddeloh II (23.08., 13 Uhr), ehe es am 29.08. (13 Uhr) in der 2. Liga mit dem Heimspiel gegen Dynamo Dresden weitergeht. Auch das, immerhin, ein halbwegs positiver Aspekt für den FCH: Zwei rasche Chancen auf Wiedergutmachung, bei denen sich das Teams anders präsentieren kann als in Berlin.

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Johann Schicklinski