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Noah Atubolu vom SC Freiburg: "Ich bin nicht der Typ, der im Hype abhebt"

Vom Freiburger Nachwuchstorhüter zum DFB-Hoffnungsträger: Im Interview mit SWR Sport spricht Noah Atubolu über das EM-Finale, seine Ziele und warum ihn der Hype um ihn kaltlässt.

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Von Autor/in Isabel Schmidt

Es hätte sein großer Moment sein können: Noah Atubolu stand im Juni dieses Jahres im EM-Finale mit der U21-Nationalmannschaft als Nummer 1 im Tor. Die Erwartung, den vierten Titel bei einer U21-Europameisterschaft einzufahren, war groß. Umso größer war dann die Enttäuschung, als sich das Team nach einem dramatischen Spiel mit 2:3 gegen England geschlagen geben musste. Die Niederlage zu verkraften, dauerte für den Torhüter ein paar Tage.

Von Tag zu Tag denkst du dir, wie geil wäre das jetzt, U21-Europameister zu sein. Der beste Titel auf dem Jugendniveau, den man gewinnen kann.

Für ihn war es das erste Finale auf Profi-Niveau und gleichzeitig seine letzte Chance, einen Titel im Jugendbereich zu holen, da er nun altersbedingt nicht mehr zum Kader gehört. Immerhin: Mit 22 Spielen bei einer U21-EM ist er nun alleiniger Rekordhalter unter den deutschen Torhütern. Er hat Manuel Neuer übertroffen, der 20 Spiele bestritten hat.

Englands Harvey Elliott (r) erzielt den Treffer zum 1:0
Torhüter Noah Atubolu im Tor beim Treffer zum 1:0 für England. Robert Nemeti

WM 2026? Noch weit weg, aber nicht unmöglich

Für den Freiburger Torhüter wäre einer der nächsten Schritte, in die A-Nationalmannschaft aufzusteigen. Die Frage dazu lässt ihn ein wenig nachdenken: "Mein Fokus war komplett die U21. Ich wollte einfach nur gut spielen, alles Weitere liegt nicht in meiner Hand."

Kein Druck, keine großen Ankündigungen, stattdessen Fokus auf gute Leistungen. Bundestrainer Julian Nagelsmann hat sich noch nicht persönlich gemeldet. "Ich habe noch nie mit ihm telefoniert", sagt Atubolu gelassen. Er konzentriere sich vorerst nur auf sich und seinen Anspruch, gut zu spielen. Das Ziel, irgendwann für die A-Nationalmannschaft zu spielen, ist aber dennoch da: "Es wäre ja komisch, wenn mein Ziel als deutscher Torwart nicht wäre, für Deutschland zu spielen."

Trotz "Hype" bleibt der Blick nach vorn

Dass der Platz im deutschen Tor hart umkämpft ist, ist bekannt. Marc-André ter Stegen, Alexander Nübel und Oliver Baumann konkurrieren miteinander. Und doch rückt Noah Atubolu immer näher heran. Die vergangene Saison war für den 23-Jährigen statistisch gesehen herausragend: zehn Spiele zu Null, nur zwei Torhüter haben ihn in dieser Statistik übertroffen. Dazu der Rekord mit vier gehaltenen Bundesliga-Elfmetern in Folge. Das legendäre Spiel mit 5:0 gegen Bremen, inklusive pariertem Strafstoß, war das i-Tüpfelchen auf eine ohnehin bemerkenswerte Spielzeit.

Erfolge dieser Art befeuern den "Hype" um ihn. Aber der junge Torhüter scheint auf dem Boden zu bleiben. Er sei einer seiner größten Kritiker. "Ich bin nicht der Typ, der abhebt, dafür ist mein Ziel einfach zu groß."

Neue Saison, neue Bühne - Europa wartet

In Freiburg beginnt die Saison für Atubolu und die Mannschaft im DFB-Pokal. Am 16. August treffen die Breisgauer auf die Sportfreunde Lotte. Einige Tage später (23. August) wird der SC Freiburg mit dem ersten Spiel gegen Augsburg in die neue Bundesligasaison starten.

Noah Atubolu ist ehrgeizig, will sich auch in der kommenden Saison weiterentwickeln. Was er bisher erreicht hat, genügt ihm nicht. Beste Voraussetzungen für einen Nationaltorwart von morgen.