Freiburger Fußball-Historie

Tor des Monats gegen Hoffenheim: Julian Schuster und sein unvergessenes Eckball-Kunstwerk

Am Samstag (15:30 Uhr) spielt der SC Freiburg bei der TSG Hoffenheim. Trainer Julian Schuster hat beste Erinnerungen an die Kraichgauer - als Spieler und als Kunstschütze.

Teilen

Stand

Von Autor/in Kersten Eichhorn

Julian Schuster war nicht unbedingt einer der torgefährlichsten Mittelfeldspieler in der Historie des SC Freiburg. In 184 Bundesligaspielen traf der Schwabe lediglich zehn Mal ins gegnerische Gehäuse. Einer dieser Treffer allerdings ist ihm selbst und auch vielen Fans des Sport-Clubs und allen Fußball-Feinschmeckern lebhaft in Erinnerung geblieben.

Von der linken Eckfahne in den rechten oberen Winkel

Es war der 9. April 2011, also vor knapp 15 Jahren, als sich Schuster als Kunstschütze versuchte und in die Bundesliga-Historie einzog: Mit einem direkt verwandelten Eckball traf der Freiburger Kapitän im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim nach 23 Minuten zur 1:0-Führung.

Ein genialer Treffer, der aber keineswegs dem Zufall oder den günstigen Windverhältnissen entsprungen war. Schließlich hatte der damalige SC-Trainer Robin Dutt seinem schlaksigen Mittelfeldmann mit dem feinen Füßchen zuvor immer wieder spezielle Übungseinheiten für die oft siegbringenden Standards verordnet.

Hoffenheims Tom Starke chancenlos gegen Schusters Kunstschuss

Die Schustersche Akribie auf dem Trainingsplatz sollte gerade in diesem badischen Duell gegen die Hoffenheimer Früchte tragen, als Julian Schuster in eben dieser 23. Minute zum Eckstoß von der linken Seite schritt, den Ball neben der Eckfahne platzierte und ihn schließlich mit einem wunderbaren Schlag aus dem rechten Bein, mit viel Effet und einer genialen Kurve über den Gästekeeper Tom Starke hinweg ins lange Toreck schnibbelte. Hoffenheim staunte, Freiburg jubelte.

Der Eckball-Treffer Tor des Monats April 2011

Schusters Kunststück, ein superschöner Türöffner zum Derbysieg an jenem 29. Spieltag der Bundesliga. Am Ende hatten die Freiburger das badische Duell im altehrwüdigen Dreisamstadion mit 3:2 gewonnen. Und: Der in dieser Art seltene und deshalb umso sehenswertere Treffer erhielt bei der Auswahl zum "Tor des Monats April" 2011 in der ARD-Sportschau den Zuschlag der Zuschauer.

Eine Riesen-Auszeichnung für den damals 24-jährigen Julian Schuster, dem die Medaille des Siegers von seinem Trainer höchstpersönlich, von Robin Dutt, überreicht wurde: "Eine tolle Auszeichnung, die man nicht jeden Monat bekommt", freute sich der Torschütze gegenüber dem SWR, "und ein schöner Abschluß einer tollen gemeinsamen Zeit. Ein perfekter Abschluß". Denn nach der Saison wechselte Dutt von Freiburg zu Bayer Leverkusen.

Julian Schuster in Hoffenheim gesperrt auf der Tribüne

Die Schönheit der Tore wird für Julian Schuster, seit Sommer 2024 auf der Trainerbank des SC Freiburg, an diesem Samstag (14.02.2026, ab 15:30 Uhr im sportschau.de-Livecenter), wenn die Breisgauer in Sinsheim wieder einmal auf die Hoffenheimer treffen, keinerlei Rolle spielen. Hauptsache - aus Sicht des Coaches - sie fallen überhaupt für sein Team, das seit neun Pflichtspielen gegen die Kraichgauer ungeschlagen ist.

Apropos Sicht: Die wird in diesem Duell für Schuster nicht die allerbeste sein. Denn der inzwischen 40 Jahre alte Coach des Sport-Clubs ist nach seiner vierten Gelben Karte aus dem Bremen-Spiel vom DFB gesperrt und muss - statt von der Bank aus - das Geschehen weit weg von der Tribüne aus verfolgen.

Übrigens: Julian Schusters "Tor des Monats" vor 15 Jahren war eines von bislang sieben Eckballtreffern in der Geschichte dieser Auszeichnung in der ARD-Sportschau.