Sein erstes Spiel für den Karlsruher SC in der 2. Bundesliga habe er kaum erwarten können, erzählt Moritz Broschinski nach dem 2:1 (1:0) gegen Arminia Bielefeld am Mikrofon von SWR Sport. "Gänsehaut. Ich habe mir schon den ganzen Tag gedacht: Boah, Erwärmung und den Quatsch brauche ich nicht, ich wollte nur raus und dass der Schiri das Spiel anpfeift."
Perfekter Start für Broschinski und den KSC
Als die Partie dann lief, war der 1,90 Meter große Angreifer voll da. Im Wildparkstadion, seinem neuen Zuhause, erzielte der Neuzugang vom FC Basel beide Treffer. Vor der Pause brachte er den KSC mit einem Linksschuss in Führung (35. Minute), nachdem er im Strafraum einen sehenswerten Haken geschlagen hatte. Im zweiten Durchgang profitierte er von einem Torwartfehler und köpfte nach einer Ecke mühelos ein (78.). Beide Tore legte Kapitän Marvin Wanitzek auf. "Wir haben auch im Training ein sehr, sehr gutes Verständnis. Das hat sehr gefruchtet mit uns beiden", sagte Wanitzek. "Es ist immer wichtig für einen Stürmer, gut zu starten. Ich hoffe, dass er das Selbstvertrauen mitnimmt."
Broschinski konnte in Basel nicht überzeugen
Das Selbstvertrauen könnte nämlich bei seiner letzten Station gelitten haben. Beim FC Basel trat er selten positiv in Erscheinung. Die Schweizer waren nicht zufrieden mit ihrem deutschen Stürmer: Nur drei Tore in 30 Pflichtspieleinsätzen. Die Leihe zum KSC war die logische Konsequenz für Broschinski, der bereits Bundesliga-Erfahrung sammeln konnte. In seinem ersten Bundesligaspiel, am 19. Spieltag der Saison 2023/24 für den VfL Bochum gegen die TSG Hoffenheim, erzielte er neun Minuten nach seiner Einwechslung sein erstes Tor.
KSC-Coach Senft lobt Broschinski
Einstände liegen ihm offenbar. In Karlsruhe schenkte ihm sein neuer Trainer Maximilian Senft sofort das Vertrauen und wurde belohnt. Folglich war es auch für den 37-jährigen Wiener ein gelungenes Zweitliga-Debüt beim KSC. "Es war ein extrem aufregendes Spiel, mit den Gesängen der Fans einfach sensationell. Vor allem zu sehen, dass die Jungs miteinander das Ding rocken, war ein gutes Gefühl", sagte er. Von seinem Stürmer war er nicht nur wegen der beiden Treffer begeistert. "Er hat sich extrem für die Mannschaft aufgeopfert. Das zeichnet ihn auch wirklich aus."
KSC verteidigt aufopferungsvoll
Nicht nur ihn. Das gesamte Team des KSC hat in der Schlussphase bewiesen, dass es beißen und zusammenhalten kann. Nach dem Anschlusstreffer des gebürtigen Karlsruhers Marvin Mehlem in der 80. Minute war die Partie plötzlich wieder offen, doch die Badener hielten trotz einiger angeschlagener Spieler dagegen. "Jeder war gewillt, das Tor zu verteidigen und die drei Punkte einzufahren. Ganz großes Lob an das Team. Ich bin der, der die Beeren erntet, aber ohne meine Jungs kann ich das auch nicht schaffen", sagte Broschinski.
Bereits vor der Partie zeigten sich viele Fans euphorisch. Der gelungene Auftakt wird die gute Stimmung weiterhin anheizen. Broschinski hat daran maßgeblichen Anteil. Ob er schon jetzt der neue Publikumsliebling in Karlsruhe sei? "Das hast du gesagt, nicht ich", antwortete er und lächelte.