"Ich bin leider gesperrt nächste Woche. Ich werd's von der Tribüne betrachten", sagte KSC-Verteidiger Christoph Kobald, der seine zehnte Gelbe Karte bekommen hatte, nach dem Paderborn-Spiel am ARD-Mikrofon, angesprochen auf das letzte Spiel seines jahrelangen Trainers Christian Eichner am kommenden Sonntag im Wildpark gegen Bochum (15:30 Uhr). "Ich glaube, es werden viele Tränen fließen", wurde der 28-Jährige emotional. "Es soll ein denkwürdiger Abschied für ihn werden, und dann gehen wir in die Sommerpause", meinte Kobald.
Dann startete er eine Lobeshymne auf den scheidenden Trainer. "Er hat mich seit Tag eins unterstützt, hat mich immer reingeworfen, hat immer an mich geglaubt. Er ist menschlich einfach überragend. Das war der beste Trainer, den ich je hatte", kam der Österreicher ins Schwärmen über den Coach, der seit sechs Jahren als Cheftrainer an der Seitenlinie steht.
Dass das 2:2 bei Aufstiegsaspirant Paderborn an jenem Tag in den Hintergrund rückte - verständlich. "Ich muss der Mannschaft unendlich dankbar sein dafür, was sie in den letzten Wochen geleistet hat", befand Christian Eichner nach der Partie im SWR-Interview. Auch bei den Ostwestfalen war den Badenern der Wille, ihrem Trainer eine gelungene Abschiedstour zu schenken, anzumerken.
Wenig sportliche Relevanz, dafür viele Emotionen beim KSC
Den Rückstand durch Filip Bilbija (20. Minute) egalisierte Fabian Schleusener in seinem vorletzten Spiel für den KSC mit Beginn der Schlussviertelstunde (75.), Shio Fukuda drehte vier Minuten später sogar die Partie (79.). Sebastian Klaas traf kurze Zeit später zum 2:2-Endstand (85.). Ein Ergebnis, das aus sportlicher Sicht wenig Relevanz für den KSC besitzt. Kein Wunder, dass sich nach dem Spiel vieles um Eichners anstehender letzter Woche als KSC-Trainer drehte.
"Wenn ich ehrlich bin, habe ich ein bisschen Angst davor, in diese letzte Woche zu gehen", gab der scheidende Übungsleiter nach dem Spiel offen zu. "Aber es ist jetzt gut, dass sie kommt." Auf Rang acht der Tabelle stehend kann der KSC das letzte Heimspiel der Saison zum Schaulaufen nutzen. "Ich habe die Mannschaft nach Hause geschickt mit der Bitte, dass wir uns gegenseitig die schönste Woche der letzten Jahre bescheren." Er wolle einfach mit riesiger Freude zum Training kommen. "Ich werde jeden Tag genießen", sagte der 43-Jährige und fügte hinzu: "Dann wird's aber auch Zeit, dass es Sonntag halb sechs ist."