Bundesliga

"Einfach ärgerlich" - Mainz 05 verspielt Drei-Tore-Führung gegen die Bayern

Sicherer Klassenerhalt vertagt: Mainz 05 brilliert gegen den Rekordmeister, wird dann abgekocht und hadert nach dem Spiel mit dem Auftritt in der zweiten Halbzeit.

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Von Autor/in Michi Glang

Nach 45 Minuten war bereits alles angerichtet für die Klassenerhaltsfeier bei Mainz 05 angesichts der 3:0-Führung, am Ende standen die Rheinhessen aber mit leeren Händen da - 3:4. So schlichen die Spieler mit hängenden Köpfen statt siegestrunken feiernd vom Feld.

"Wir haben einfach das, was uns in der ersten Halbzeit stark gemacht hat, in der zweiten Halbzeit vermissen lassen. Dann lässt du Bayern München einfach einen Angriff nach dem anderen fahren. Wir hatten auch einfach nicht mehr den Mut, für Entlastung zu sorgen", sagte Dominik Kohr nach dem Spiel im Sportschau-Interview.

Kohr: "Einfach ärgerlich" für Mainz 05

Kohr (15. Minute), Paul Nebel (29.) und Sheraldo Becker (45.+2) hatten die Mainzer gegen einen mitunter indisponierten Rekordmeister klar in Führung geschossen. Bayern-Trainer Vincent Kompany reagierte zur Pause und brachte die Superstars Harry Kane und Michael Olise, später auch Jamal Musiala. Was folgte, war ein Sturmlauf der Münchner, dem die 05er nichts entgegenzusetzen hatten: Nicolas Jackson brachte den FC Bayern in der 53. Minute zurück ins Spiel, Olise per Traumtor (73.), Musiala (81.) und Kane nach einem Patzer von Torhüter Daniel Batz (83.) drehten das Spiel.

Einzig die überragende Qualität der Bayern für die Niederlage verantwortlich zu machen, das wollten die Mainzer nicht und schlugen stattdessen selbstkritische Töne an. "Keiner wollte mehr so richtig den Ball. Dann wird es halt auch schwer, dass du mal durchatmest und Kräfte sammelst, Bayern München auch mal laufen lässt und aufs vierte Tor gehst", sagte Kohr über die Leistung nach dem Wechsel. "Es ist einfach ärgerlich, dass wir heute solche Gegentore in der Anzahl kassiert haben."

Fischer: "Wir sind bestraft worden"

Mainz-Trainer Urs Fischer bewertete die 90 Minuten ganz ähnlich wie Torschütze Kohr. "Das ist für alle ärgerlich. Es ist unnötig, dass wir das Spiel noch aus der Hand geben. Aber eine fantastische erste Hälfte reicht einfach nicht gegen Bayern in dieser Saison", sagte der Schweizer. "Dafür wurden wir heute bestraft."

Auch der 60-Jährige legte den Fokus auf den Auftritt der eigenen Mannschaft statt auf den Gegner. "Das hat überhaupt nichts mit den Einwechslungen der Bayern zu tun, sondern mit unserer Leistung. Wir waren in der ersten Hälfte mutig, hatten Ballbesitz und konnten uns immer wieder auch aus Drucksituaionen befreien. Wir waren sehr präzise und das Umschaltspiel war wirklich gut", sagte Fischer. "In der zweiten Halbzeit war nichts mehr davon zu sehen. Da haben wir einfach nachgelassen und die Bayern entsprechend eingeladen."

Mainz kann Klassenerhalt auf St. Pauli eintüten

Damit ist auch die Rettungsmission von Fischer noch nicht komplett abgeschlossen. Der Schweizer hatte die Rheinhessen im Dezember auf Rang 18 übernommen. Sechs Punkte hatten die Mainzer damals auf dem Konto, ebenso viele Rückstand auf das rettende Ufer. Weil auch St. Pauli am 31. Spieltag verlor (0:2 beim 1. FC Heidenheim), haben die 05er weiter acht Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz und können den Klassenerhalt kommende Woche im direkten Duell bei den Hanseaten nachholen.

So kam bei den 05ern dann auch kein allzu großer Ärger über den vergebenen Sieg gegen die Bayern auf. "Wir müssen positiv bleiben. Wir können mit der Leistung in der ersten Halbzeit sehr zufrieden sein. Die zweite Halbzeit müssen wir aufarbeiten und positiv ins nächste Spiel gehen. Da können wir den Sack zumachen", so Kohr.