9 aus 34, das ist keine neue Lotterie, sondern die Torbilanz von Benedict Hollerbach in der vergangenen Bundesliga-Saison. Für Union Berlin traf der 24-jährige in 34 Spielen neunmal ins Tor. Das sind zwar nur halb so viele Treffer wie Jonathan Burkardt für Mainz erzielt hatte, aber damit bewegt sich Hollerbach immerhin in den Dimensionen von Florian Wirtz (10), Paul Nebel (9), Andrej Kramaric (9) oder Vincenzo Grifo (8). Zu Recht sagt der Mainzer Neuzugang von sich:"Ich bin relativ schnell, sehr antrittsstark und ich würde auch sagen, dass ich das Tor treffe."
Perfekte Ergänzung im Angriff
Natürlich kann man nicht erwarten, dass Benedict Hollerbach direkt eine ähnliche Bilanz wie Jonathan Burkardt aufweisen kann. Das Toreschießen muss sich bei Mainz vermutlich in der kommenden Spielzeit auf mehrere Schultern verteilen, aber die von Hollerbach scheinen breit genug, um eine stattliche Anzahl stemmen zu können. Und da wären dann ja auch noch Nadiem Amiri, Nelson Weiper und Paul Nebel. Die 05er scheinen gut aufgestellt zu sein, um im Angriff erfolgreich zu sein.
Mainz überzeugt mit schlagkräftigen Argumenten
In Mainz will Hollerbach den nächsten Schritt machen und vermutlich waren die zahlreichen Beispiele für positive Karriereverläufe von Mainzer Spielern ein schlagkräftiges Argument für den gebürtigen Bayer, nach Rheinhessen zu kommen. Die Gegend kennt er ja schon aus seiner Zeit bei Wehen Wiesbaden, wo er von 2020 bis 2023 insgesamt 96 Spiele absolvierte. Der Mainzer Sportvorstand Christian Heidel war jedenfalls positiv überrascht, dass der Wechsel von Hollerbach geklappt hat und war bereit, dafür die Mainzer Rekordablösesumme von geschätzt 10-12 Millionen Euro an Union Berlin zu überweisen. "Wir sind erst gar nicht davon ausgegangen, dass es möglich ist, ihn zu verpflichten. Das hat sich dann verhältnismäßig schnell ergeben. Und die Entscheidung, dass wir das versuchen wollen, die hat fünf Sekunden gedauert, weil Benedict einfach ein Mainz 05-Spielertyp ist", verrät Heidel im Gespräch mit dem SWR.
Ein Spieler mit Mainz 05-DNA
Sportdirektor Niko Bungert lobt Hollerbach als einen der dynamischsten und laufstärksten Profis der Bundesliga, der auf verschiedenen Offensivpositionen einsetzbar ist. Er passe mit seiner Spielweise perfekt zum intensiven und mutigen Fußballstil in Mainz. So einer kommt auch bei den Fans gut an. Das war schon bei den mitgereisten Anhängern im Trainingslager in Tirol spürbar, die den Neuzugang mit Sprechchören empfingen. Bei den intensiven Tagen in Österreich zeigte sich auch, dass Hollerbach mit anderen wichtigen Akteuren der Mannschaft harmoniert. Die Chemie stimmt. "Er ist ein verrückter, aber sehr sehr liebevoller Junge. Wir verstehen uns gut und haben schon eine gute Connection. Ich freue mich, dass er bei uns ist", sagt der Mainzer Spielmacher Nadiem Amiri.
Keine Anlaufphase durch strammes Programm zum Saisonstart
In wenigen Wochen ist die Eingewöhnungszeit vorbei, dann wird es ernst. Und das gleich mit einem Hammerprogramm. DFB-Pokal, Conference League-Playoffs, Bundesligastart. Die Mainzer müssen mit fünf Spielen in 14 Tagen gleich von null auf hundert Prozent kommen. Hollerbach kann da sofort zeigen, was in ihm steckt. Er ist ein Typ, der gewinnen will, aber auch feiern kann. Deshalb hofft er, in der Conference League irgendwann auf RCD Mallorca zu treffen. "Erstmal will ich dorthin zum Fußball spielen, dann zum Gewinnen und dann schauen wir mal. Ich kenne dort so eine berühmte Straße, die ganz gut besucht sein soll, vor allem nach einem Sieg", erzählt er augenzwinkernd. Man sollte ihm vielleicht irgendwann mal sagen, dass das mit dem Ballermann in der nächsten Saison leider nichts wird. Denn Mallorca hat knapp die Qualifikation für die Conference League verpasst. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.