Nur drei Mütter gibt es derzeit in der Fußball Bundesliga. Eine von ihnen ist Meret Felde. Die Spielerin des SC Freiburg bekam Anfang April 2024 ihr erstes Kind. Sie erzählt, dass sie sich damals schon gefragt habe, ob die Geburt ihrer Tochter das Ende ihrer Fußballkarriere bedeuten würde. Und, ob sie überhaupt zurückkehren möchte. Doch sie habe schnell gemerkt, "mein Körper scheint doch recht gut zurückzukommen". Und so trainierte Meret Felde bereits sieben Monate nach der Geburt ihrer Tochter wieder beim Sport-Club.
Vorbilder in US-Profiligen
Diese Rückkehr war keine Selbstverständlichkeit. Im Vergleich zu den Profiligen anderer Länder hinkt die Bundesliga, was den Umgang mit Mutterschutz und die entsprechenden Regularien angeht, hinterher. Auch die ehemalige Nationaltorhüterin Almuth Schult musste diese Erfahrung während ihrer Karriere machen.
Liga-Betriebe wie die US-amerikanische NWSL (National Women's Soccer League) oder die norwegische Toppserien gelten als Vorbilder des Mutterschutzes im Profisport. In den USA erhalten Spielerinnen sechs Monate voll bezahlten Mutterschutz, medizinische Versorgung und Kinderbetreuung vom Verein. Die Regeln dieser Ligen erlauben dadurch Top-Spielerinnen wie Alex Morgan die problemlose Rückkehr in den Profisport.
TSG Hoffenheim hat Vorreiterrolle
In Deutschland führte die TSG Hoffenheim als erster Club feste Regelungen ein. Wird eine Spielerin im letzten Vertragsjahr schwanger, verlängert sich der Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr. Viele Vereine der Bundesliga arbeiten aktuell an ähnlichen Regelungen - RB Leipzig hat sie eigenen Angaben zufolge bereits implementiert.
Auch beim SC Freiburg erhält Meret Felde in ihrer Schwangerschaft Unterstützung. In Absprache mit ihrem Mann arbeiteten Felde und der Sport-Club Freiburg dann an einer möglichst reibungslosen Rückkehr. Zu Auswärtsspielen fährt Felde mit ihrem Mann und der kleinen Tochter, die Fahrtkosten übernimmt der Sportclub. Seit der Schwangerschaft von Ex-Trainerin Theresa Merk gibt es außerdem einen Stillraum, den Felde nutzen kann.
Auch Feldes Mitspielerinnen haben sich längst an das neue Vereinsmitglied gewöhnt. Stürmerin Lisa Kolb sagt: "Es tut der Stimmung manchmal auch ganz gut. Es ist vor dem Spiel dann doch immer angespannt und wir freuen uns einfach alle, dass sie dabei ist." Ihrem Team die Anspannung nehmen, dürfen Meret Felde und Tochter Frida das nächste Mal am Sonntag vor dem Auswärtsspiel der Freiburgerinnen bei Carl Zeiss Jena.