Europa League

Platter Ball und Fan-Protest - Freiburgs skurriler Sieg in Nizza

Der SC Freiburg bleibt in der Europa League unbesiegt, erlebt in Nizza aber Kurioses: Erst gab es Ärger um einen platten Ball, dann protestierten die Fans.

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Stand

Julian Schuster hatte schlechte Laune. "Ich habe erst nach dem Spiel davon mitbekommen. Das merkt man vielleicht auch an meiner Stimmung", sagte der 40-Jährige Chefcoach des SC Freiburg nach dem 3:1-Sieg beim OGC Nizza. Es war den etwa 1.500 mitgereisten Fans verboten, direkt ans Stadion anzureisen. Stattdessen mussten sie sich in der Innenstadt sammeln und sollten mit Shuttlebussen geschlossen zum Stadion gebracht werden.

Freiburger Fans mussten stundenlang in Busses ausharren

Diese Touren lief jedoch bei weitem nicht reibungslos. Mehrere Fans mussten mehr als anderthalb Stunden in den Bussen auf die Abfahrt warten. "Wenn man über mehrere Stunden im Bus gefangen ist - wenn dann der Bus voll ist, die Sonne scheint drauf, man kann nicht zur Toilette - das wünscht man keinem", sagte er bezüglich der Polizei-Maßnahmen gegen Freiburger Fans.

Die Freiburger Fans hielten dieses Vorgehen der Ordnungskräfte in Nizza für völlig überzogen und schwiegen aus Protest während des gesamten Spiels. "Das ist schade, wenn wir auf internationaler Reise sind und uns alle gemeinsam auf dem Weg machen, dass man dann solche Zustände vorfindet, die man absolut kritisieren muss", kommentierte Schuster.

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Der ausbleibende Support störte die Spieler während des Spiels aber offenbar nur wenig. "Ich habe immer Verständnis für unsere Fans", sagte Grifo nach dem Spiel. "Aber während des Spiels kriegt man das gar nicht so mit."

Ein platter Ball irritiert den SC Freiburg

Die kuriosen Szenen während des Spiels waren hingegen für Matthias Ginter und Co. eher zum Schmunzeln: "Ich schaue ab und zu mal bei meinen Kumpels in der Kreisliga vorbei. Da ist es manchmal so, dass der Ball nicht aufgepumpt ist", sagte der Verteidiger des SC Freiburg bei RTL. Ein platter Ball in der Kreisliga, klar, aber in der Europa League? Das dürfte es zumindest noch nicht oft gegeben haben. "Das war schon skurril", fand Ginter. Und das hatte auch Schiedsrichter Tasos Sidiropoulos so gesehen.

Kurz nach dem Freiburger Ausgleich durch Johan Manzambi (29. Minute) war der Referee sichtlich verärgert in Richtung der Trainerbänke geeilt, um sich wohl beim Zeugwart der Franzosen zu beschweren. Es hatte sich zwar nur um einen halbwegs platten Ball gehandelt, wie Ginter später berichtete. Aber dieser habe eben immer wieder seinen Weg ins Spiel gefunden, bis Sidiropoulos dem Treiben ein Ende setzte. Geschadet hat das dem Sport-Club nicht. Denn kurz darauf sorgten Vincenzo Grifo (39./Foulelfmeter) und Derry Scherhant (42.) für den Endstand.

Freiburg trifft auf den FC St. Pauli

Für Erholung haben die Freiburger nicht viel Zeit, denn schon am Sonntag (ab 15:30 Uhr live im Audiostream auf Sportschau.de) tritt der SC gegen den FC St. Pauli an. Für die Breisgauer ist die Partie gegen die Norddeutschen eine wichtige Standort-Bestimmung. Nur mit einem Sieg können Grifo, Ginter und Co. den Anschluss an die Europapokal-Plätze wiederherstellen.

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Michael Richmann
Michael Richmann ist Sportredakteur, Podcast- und Feature-Autor für SWR Sport und SWR Kultur.

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