Die Aussicht auf ein paar Sonnenstrahlen an der Côte d'Azur ließ Vincenzo Grifos Laune deutlich steigen. Im tristen November-Nieselregen von Berlin-Köpenick sollte das 0:0 beim 1. FC Union bei aller Aufregung um die vom Video-Referee einkassierten Tore keine Langzeitwirkung entfalten. "Absolut. Da waren wir noch nie. Deswegen können wir uns darauf mega freuen", sagte Grifo mit Blick auf die Partie in der Europa League am Donnerstag (18:45 Uhr) bei OGC Nizza.
Der Punkt bei den Eisernen hatte seinen Wert, auch wenn die Serie von nun fünf Bundesliga-Spielen ohne Sieg Spuren hinterlässt. "Wir wussten, wir haben drei Wettbewerbe. Dass du nicht in allen alle drei Tage punkten kannst, ist klar. Wir haben Nizza und St. Pauli vor der Brust. Da wollen wir viele Punkte holen", sagte Grifo. Der Blick geht bei ihm lieber voraus.
SC Freiburg mit zu wenig Offensiv-Power
Die Hatz der Breisgauer durch die Wettbewerbe beschrieb auch Torwart Noah Atubolu. "Wir haben kaum Zeit, nachzudenken, wir müssen regenerieren, analysieren", sagte er. Und doch schwang bei allen das Gefühl mit, dass der erste Bundesliga-Sieg bei Union im siebten Anlauf möglich gewesen wäre - unabhängig vom wegen Handspiels aberkannten Treffer von Matthias Ginter in einer dominanten ersten Halbzeit.
"Zu Null ist für uns als Team insgesamt wichtig, trotzdem wäre es insgesamt nicht so schlecht, wenn vorne nicht die Null steht, dass wir Tore schießen und richtig ins Laufen kommen", sagte Atubolu. In drei der letzten vier Bundesliga-Spiele gelang kein eigenes Tor.
SC Freiburg in trügerischer Sicherheit?
Julian Schuster fasste es recht simpel zusammen. "Ich bin kein Fan von Unentschieden", sagte der SCF-Coach. Und doch haben die Freiburger in dieser Saison nun schon vier Remis nach neun Spielen auf dem Konto - aktueller Spitzenwert in der Bundesliga.
Die Konsequenz: Mittelmaß in der Bundesliga - trotz des Vorsprungs von vier Punkten auf die Abstiegszone. Eine trügerische Sicherheit. Doch Atubolu will nicht negativ denken. "Es wäre Quatsch, wenn wir nach unten gucken. Es ist eine gute Bundesliga, deswegen ist es so eng nach oben und nach unten. Deswegen ist es wichtig, dass wir das Spiel heute nicht verloren haben", sagte er.