DFB-Pokal

SC Sand: Der Underdog im Viertelfinale der Frauen

Der SC Sand steht im Viertelfinale des DFB-Pokals der Frauen. Als einzig verbliebener Zweitligist trifft das Team am Mittwoch (18:30 Uhr) auf den Bundesligisten FC Carl Zeiss Jena.

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Stand

Von Autor/in Madeleine Wandelt

Der DFB-Pokal schreibt seine eigenen Geschichten, und eine davon kommt dieses Jahr aus Baden-Württemberg, genauer gesagt aus Sand. Im Viertelfinale ist der Zweitligist SC Sand der einzige verbliebene Underdog im Wettbewerb, welcher am Mittwoch auf den vermeintlich einfachsten Gegner trifft, nämlich Bundesliga-Schlusslicht FC Carl Zeiss Jena.

Der Weg ins Viertelfinale hatte es für den SC Sand bereits in sich. In der ersten Hauptrunde setzte sich die Mannschaft aus dem Südwesten souverän mit 3:0 gegen den Liga-Konkurrenten SV Meppen durch. Die große Überraschung kam dann im Achtelfinale, wo Sand auf den Bundesligisten 1. FC Köln traf. Nach einer frühen Führung gewannen die Frauen vom SC 3:2 und sicherten sich so den Einzug ins Viertelfinale - eine kleine Sensation, die kaum einer auf der Liste hatte.

Erinnerungen an große Pokalzeiten

Dass Sand im Pokal weit kommen kann, hat der Verein schon bewiesen. In den Saisons 2015/16 und 2016/17 stand das Team jeweils im Finale des Wettbewerbs, unterlag allerdings beide Male dem Rekord-Pokalsieger VfL Wolfsburg.

SC-Kapitänin Jenny Gaugigl war bereits in der Saison 16/17 Teil der Mannschaft und erinnert sich noch gut an das Pokalfinale. "Jede Spielerin, die mal in Köln war, weiß, was das für ein Gefühl ist. Die Kulisse dort ist einfach unbeschreiblich", sagt sie. "Ein Pokalfinale ist immer etwas ganz Besonderes." Der Traum vom erneuten Finale lebt also weiter. Und der Weg nach Köln ist nicht mehr weit.

Ohne Druck gegen den Bundesligisten

Im Viertelfinale wartet mit Jena ein Team aus der Bundesliga, doch gegen einen höherklassigen Gegner zu spielen, sieht die Kapitänin als große Chance für ihr Team. Gaugigl betont, dass der Druck vor allem beim Bundesligisten aus Jena liege. Der SC Sand könne ohne großen Erwartungsdruck in die Partie gehen, befreit aufspielen und alles auf dem Platz lassen.

Die Vorbereitung auf das Spiel war intensiv. Zwar hätte die Mannschaft den positiven Rhythmus nach dem 3:0-Sieg aus dem letzten Saisonspiel gerne mitgenommen, doch andererseits bot die Länderspielpause auch genügend Zeit, um sich intensiv auf den Pokal vorzubereiten. Das Trainer-Team konnte den Gegner genau analysieren, um die Mannschaft bestmöglich auf die Gegnerinnen einzustellen.

Nun gilt voller Fokus auf den Pokal, bei dem die Einstellung entscheidend sein wird. "Unsere Mentalität muss stimmen. Wir müssen jeden Zweikampf annehmen und wirklich alles investieren", erklärt Gaugigl.

Der Traum von Köln lebt weiter

Auf dem Platz zeigte der SC Sand im Pokalwettbwerb eine starke Leistung. Besonders offensiv sorgt Pija Reininger für Gefahr, die mit bisher drei Treffern zu den besten Torschützinnen gehört und aktuell auf dem geteilten vierten Platz der Top-Scorer steht.

Durch das Erreichen von Achtel- und Viertelfinale hat der Verein rund 88.000 Euro allein an Prämien eingenommen, wodurch sich die Pokalreise bereits finanziell gelohnt hat. Gerade für einen kleinen Verein wie den SC Sand ist das schließlich eine beträchtlich große Summe. Viel wichtiger ist für die Mannschaft jedoch die sportliche Perspektive. Mit einem Sieg im Viertelfinale wäre der Traum vom Pokalfinale ganz nah. Die Halbfinals finden über Ostern Anfang April statt, ein genaues Datum steht allerdings noch nicht fest. Das große Finale steigt traditionell an Christi Himmelfahrt im RheinEnergieStadion in Köln.

Für Kapitänin Jenny Gaugigl ist das Ziel klar: das Finale in Köln. "Jetzt erstmal den ersten Schritt machen gegen Jena und dann hoffentlich weiter träumen können", hofft Gaugigl.

Ein möglicher Halbfinalgegner steht noch nicht fest

Auch die anderen Viertelfinals im DFB-Pokal der Frauen finden am Mittwoch ab 18.30 Uhr statt. Dann treffen unter anderem mit dem VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt der Zweitplatzierte auf den Drittplatzierten der Frauen-Bundesliga. Die SGS Essen spielt zuhause gegen die Frauen des SV Werder Bremen, und der Hamburger SV erwartet die aktuellen Tabellenführerinnen aus München, den FCB.

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Madeleine Wandelt