Die Fans dürfen sich beim Spiel der Hoffenheimer gegen den VfB auf eine Partie auf Augenhöhe freuen: Jeweils 57 Punkte haben die Kontrahenten auf dem Konto, der Sieger kann die bislang vagen Planungen für die Königsklasse langsam intensivieren.
Auf Augenhöhe begegnen sich auch die beiden Torhüter des Spitzenspiels: Oliver Baumann und Alexander Nübel werden nach aktuellem Stand die Nummer 1 und die Nummer 2 bei der im Sommer anstehenden WM sein.
Nübel mit besseren Werten als Baumann
Der Hoffenheimer hat im Nationalteam die Nase vorn, obwohl Nübel in der Liga die besseren Werte aufweist. Der Stuttgarter wehrte 69 Prozent der Bälle auf sein Tor ab, während Baumann "nur" auf 67 Prozent kommt. Auch in Sachen vereitelter Großchancen ist Nübel (24 Prozent) vor Baumann zu finden (15 Prozent).
Zudem blieb Nübel in dieser Saison schon elf Mal ohne Gegentor, während Baumann sechs Mal eine weiße Weste wahrte. Und trotzdem dürfte Baumann seinen Stammplatz bei der WM sicher haben. Dafür gibt es auch gute Gründe: So zeigte der 35-Jährige in seinen bislang elf Länderspielen gute bis sehr gute Leistungen. Der Routinier lässt sich nach über 400 Bundesligaspielen so leicht nicht aus der Ruhe bringen.
Südwest-Duell um die Königsklasse Hoffenheim kämpft im Duell mit dem VfB Stuttgart gegen kuriose Statistik
Die TSG Hoffenheim empfängt den VfB Stuttgart zum Kampf um die Königsklasse. Die Kraichgauer scheinen für den Endspurt gerüstet, kämpfen aber gegen eine kuriose Statistik.
Nübel mit Länderspiel als "Belohnung"
Baumann besticht bei der TSG Hoffenheim seit Jahren mit starken Leistungen, Fehler unterlaufen dem früheren Freiburger selten. Mit dieser Konstanz und Ruhe scheint er auch bei Julian Nagelsmann zu punkten. Nach der abermaligen Verletzung von Marc-André ter Stegen legte sich der Bundestrainer zeitnah auf Baumann als neue Nummer 1 fest.
Für Nübel dürfte beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko nur die Rolle des Vertreters bleiben, auch wenn er zuletzt beim Testspiel gegen Ghana Ende März mit einem Einsatz vor heimischen Publikum belohnt wurde. Ein "Casting für die Torhüterposition" sei das aber nicht, beeilte sich Nagelsmann zu betonen.
Kampf um die Champions League VfB Stuttgart zielt auf "ganz fettes i-Tüpfelchen"
Das Saisonziel ist erreicht, jetzt greift der VfB nach der Königsklasse. Oder, wie es Trainer Hoeneß formulierte: "Wir können da nochmal ein ganz fettes i-Tüpfelchen draufsetzen."
Diskussionen um Manuel Neuer beendet - vorerst
Ein "Casting" sind offenbar auch die Champions-League-Spiele des FC Bayern nicht. Dort brillierte der 40-jährige Manuel Neuer im Frühjahr derart, dass nicht wenige Experten eine Rückkehr ins DFB-Team und die späte Berufung zum WM-Keeper forderten.
Zu Baumanns (und Nübels) Glück sind diese Diskussionen zuletzt eingeschlafen. Vielleicht auch ein wenig, weil Neuer beim epischen Halbfinal-Duell bei Paris St. Germain fünf Bälle aufs Tor bekam, aber keinen davon entschärfen konnte. Schuld an einem Gegentreffer hatte er zwar nicht, aber eine erneute Über-Leistung wie im Spiel bei Real Madrid hätte die Diskussionen wohl wieder befeuert.
Junge Keeper drängen ins DFB-Team
So wird das DFB-Team mit Baumann einen WM-Keeper bekommen, der sicherlich das Zeug dazu hat, der benötigte Rückhalt für ein erfolgreiches Abschneiden zu sein. Der fünf Jahre jüngere Nübel wird seinen Fokus auf die EM 2028 als nächstes großes Ziel richten.
Wobei dem gebürtigen Paderborner die jüngere Konkurrenz bereits im Nacken sitzt: Jonas Urbig, Finn Dahmen und Noah Atubolu drängen schon auf einen Platz in der Nationalmannschaft, zumal es für Baumman vielleicht das erste und letzte große Turnier als Nummer 1 sein könnte. Das alles aber ist Zukunftsmusik: Am Samstag geht es für Nübel und Baumann im 2000. Bundesligaspiel des VfB erstmal um die Qualifikation zur Königsklasse.