Bundesliga

"Es wird genau so weitergehen": VfB Stuttgart will mit alter Wucht ins neue Jahr

Mit neuem Elan und einem neuen Stürmer ist der VfB Stuttgart ins neue Jahr gestartet. So will Trainer Sebastian Hoeneß den Tabellensechsten im Rennen um die Europapokal-Plätze halten.

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Stand

Bei sonnigen 0 Grad ist der VfB Stuttgart am Samstag (03.01.) ins Training fürs Fußballjahr 2026 gestartet. Etwa 3.000 Fans sahen unter anderem Neuzugang Jeremy Arévalo und Rückkehrer Ermedin Demirovic. Der Tabellensechste tritt am kommenden Montag (5. Januar) zum Testspiel gegen FC Luzern aus der Schweiz an, bevor die Schwaben zum Bundesliga-Knaller bei Bayer 04 Leverkusen reisen (10. Januar, 18:30 Uhr live im Audiostream auf Sportschau.de).

Auch Trainer Sebastian Hoeneß hat sich einen Eindruck über den aktuellen Leistungsstand seiner Mannschaft gemacht. SWR-Sportreporter Andreas Köstler hat mit ihm gesprochen.

SWR Sport: Wie ist der erste Eindruck von Neuzugang Jeremy Arévalo?

Sebastian Hoeneß: Der erste Eindruck war positiv. Ich glaube, er hat sich gleich ganz gut eingefügt und seine fußballerischen Qualitäten gezeigt. Aber bei ihm muss auch klar sein, dass wir hier einen 20-Jährigen haben, der seit einem halben Jahr auf Zweitliga-Niveau in Spanien seinen Kopf rausgestreckt hat. Aber das in so einer imposanten Art und Weise, dass wir überzeugt sind, dass er in Zukunft eine wichtige Rolle bei uns spielen kann. Wir hoffen natürlich, dass er uns direkt schon helfen kann. Aber er muss auch die Zeit bekommen anzukommen, sich hier zu integrieren und sich an das neue Land, die neue Liga und die neuen Mitspieler zu gewöhnen.

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Welche Qualitäten haben Sie überzeugt, ihn nach Stuttgart zu holen?

Er hat eine gute Kombination. Er ist 1,83 Meter groß und wuchtig. Er ist dadurch in der Lage, Bälle gut festzumachen und auch mal als Zielspieler zu agieren. Aber er kommt aus dem Mittelfeld. Er ist ein Spieler, der technisch gut ist und ein gutes Spielverständnis mitbringt. Er ist kein klassischer Mittelstürmer, sondern eher ein Spieler, der sich auch mal in den rechten Halbraum fallen lässt und dort seine Angriffe initiiert. Aber er kann Tore machen. Das hat er gezeigt. Wir wollen ihn jetzt natürlich noch mehr in Richtung Mittelstürmer entwickeln - ähnlich wie es bei Nick (Woltemade, d. Red.) der Fall war. Aber er hat wirklich interessante Anlagen.

Ermedin Demirovic kommt nach vier Monaten Pause zurück. Was ist wichtig, damit er schnell helfen kann, aber nicht überpaced?

Wie immer: Eine gute Dosierung und eine saubere Belastungssteuerung. Sicher wird es so sein, dass wir Medo bremsen müssen, weil er total motiviert ist. Aber er ist auch in einer guten Verfassung: Er ist top vorbereitet, war sehr gewissenhaft und sehr fleißig in der Reha. Er macht die Trainingseinheiten voll mit. Wir müssen nur hinsichtlich der Spiele schauen, wie wir es machen.

Was ist das Wichtige aus Trainer-Sicht, was in den kommenden harten Wochen die Belastungssteuerung betrifft?

Alles, was wir letztes Jahr auch schon kannten. Wir hatten viele Englische Wochen - und es wird genauso weitergehen. Wir sind im gleichen Rhythmus und wir kennen die Abläufe. Es geht darum, immer wieder zu schauen, wann der richtige Moment ist, um zu rotieren und den Spielern mal eine Pause zu geben. Wie dosieren wir im Training? Wie setzen wir die Jungs in der zweiten Mannschaft ein? Diese Fragen stellen sich Woche für Woche. Und das hat sich im neuen Jahr nicht geändert.

Vergangene Saison gab es nach dem Aus in der Champions League einen kleinen Spannungsabfall. Was macht sie zuversichtlich, dass das nicht noch einmal passiert?

Erstens sind wir noch weit vom Aus entfernt. Wir können aktuell sehr stark davon ausgehen, dass wir auch weiterhin in der Europa League vertreten sein werden. Wir gehen da positiv ran. Ich glaube, dass wir jetzt über die Spiele versuchen, mit einer guten Steuerung die Jungs in einer guten körperlichen und mentalen Verfassung zu halten. Das haben wir vergangenes Jahr schon begonnen, und das wird dieses Jahr mit der Europa League ein Tick leichter als in der Champions League. Deswegen wird das der Weg sein, da auch mehr Kontinuität reinzubringen.

Erstmals publiziert am
Stand
Onlinefassung
Michael Richmann
Michael Richmann ist Sportredakteur, Podcast- und Feature-Autor für SWR Sport und SWR Kultur.
Das Interview führte
Andreas Köstler