Am kommenden Montag wird es ernst. Für die Mannschaft des VfB Stuttgart und ganz speziell für Nick Woltemade. Denn am Montag (28.07.) fährt der VfB-Tross bis zum 01. August ins Trainingslager nach Rottach-Egern am Tegernsee. Und mit im Mannschaftsbus wird dann auch Torjäger Woltemade sitzen. Es ist der erste Arbeitstag nach dem verlängerten Urlaub aufgrund der U21-EM des wechselwilligen Stürmers.
Am Montag erster Arbeitstag für Nick Woltemade nach dem Urlaub
Dessen möglicher künftiger Klub, der FC Bayern München, ist mit den ersten beiden Ablöse-Angeboten zwischen 40 und 50 Millionen Euro am Neckar abgeblitzt. Fraglich, ob sich in der Personalie Woltemade bis zum Beginn des Trainingscamps nächste Woche noch Entscheidendes tun wird, nachdem den Münchnern zuletzt nachgesagt wurde, sie würden vorerst kein weiteres neues Angebot hinterherschieben. Zuerst sollen sich die VfB-Verantwortlichen zu Gesprächen mit den Bayern-Bossen bereit erklären, heißt es in diversen Medien. Bislang lehnten der Stuttgarter Vorstandschef Alexander Wehrle und Sportvorstand Fabian Wohlgemuth jedoch Verhandlungen mit den Münchner Bossen Jan-Christian Dreesen und Max Eberl entschieden ab.
Stand jetzt spielt Jung-Nationalstürmer Nick Woltemade, mit laufendem Vertrag ohne Ausstiegsklausel bis 2028 beim VfB in Lohn und Brot, also auch in der kommenden Saison im Stuttgarter Trikot. Viele andere Namen in Sachen Kaderplanung beim VfB stehen bereits fest, weitere Zu- und Abgänge sind zur Zeit noch offen. Hier ein Überblick:
Wer kommt?
Der erste Neuzugang der Schwaben hieß Lorenz Assignon. Der französische Außenverteidiger wechselte vom französischen Erstligisten Stade Rennes zum DFB-Pokalsieger. Der 24-Jährige, dessen Ablösesumme auf bis zu 13 Millionen Euro taxiert wird, unterschrieb beim VfB einen Vertrag bis 2029. Assignon gilt als offensivfreudiger Außenbahnspieler. Er absolvierte in der abgelaufenen Saison für Rennes 34 Pflichtspiele, erzielte dabei vier Tore und bereitete fünf weitere Treffer vor.
Große Hoffnungen verbinden sich beim VfB mit den beiden jungen Neuzugängen zwei und drei. Das frühere Freiburger Top-Talent Noah Darvich (18) kam vom FC Barcelona. Der Kapitän des deutschen U19-Nationalteams soll sich in der Offensive ebenso zum Klassespieler entwickeln wie der schnelle Flügelspieler Lazar Jovanovic (ebenfalls 18 Jahre), der für kolportierte fünf Millionen Euro von Roter Stern Belgrad verpflichtet wurde. Jovanovic ließ mit seinen Treffern in der bisherigen Vorbereitung seine Torgefährlichkeit bereits aufblitzen.
Wer geht?
Woo-yeong Jong, Luca Pfeiffer, Dennis Seimen, Fabian Rieder, El Bilal Touré und Jacob Bruun Larsen haben den VfB Stuttgart bereits verlassen. Während es Jong nach seiner Leihe in der abgelaufenen Saison nun fest zu Union Berlin zog, die Ablösesumme soll sich auf rund vier Millionen Euro belaufen, ging Pfeiffer zur SV Elversberg in die 2. Liga. Torhüter-Toptalent Seimen wurde an den SC Paderborn ausgeliehen, wo er ein Jahr reifen soll. Rieder (Stade Rennes) und Touré (Atalanta Bergamo) verließen den VfB nach nur einem Jahr wieder, ihre Leihverträge wurden nicht verlängert.
Der Ex-Hoffenheimer Bruun Larsen wiederum hat den VfB nach nur einem halben Jahr bereits "Auf Wiedersehen" gesagt (15 Bundesligaspiele, ein Tor), der dänische Außenbahnspieler wechselte für rund fünf Millionen Euro zurück nach England zum FC Burnley. Mittelfeldtalent Laurin Ulrich, in der vergangenen Saison eine Halbserie beim SSV Ulm am Ball, wurde erneut verliehen. Den 20-Jährigen zog es zum 1. FC Magdeburg in die 2. Liga, wo der bisherige VfB-II-Coach Markus Fiedler neuer Trainer ist.
Wer könnte noch kommen?
Zwei Namen sind bereits seit Wochen in Stuttgart als weitere Neuzugänge im Gespräch: Zum einen der Nürnberger Mittelfeldspieler Caspar Jander. Für den 22-jährigen U-21-Nationalspieler sollen die Schwaben nach Medienberichten bereits mehrere Angebote an den Zweitligisten abgegeben haben, bislang aber noch ohne Erfolg. Die Nürnberger Schmerzgrenze liegt angeblich bei 15 Millionen Euro. Auch der Grieche Giannis Konstantelias (22) von PAOK Saloniki soll bei den Stuttgartern auf der Wunschliste stehen. Der hochbegabte Offensivspieler soll 20 Millionen Euro kosten.
Sollte der Transfer von Nick Woltemade zum FC Bayern München bis zum Ende des Transferfensters am 1. September doch noch über die Bühne gehen, müsste sich der VfB auch im Angriff um möglichst gleichwertigen Ersatz bemühen. Ohnehin schauen sich Wohlgemuth, Gentner und Co. im Sturm um. Neben Nick Woltemade, Deniz Undav und Ermedin Demirovic halten die Verantwortlichen die Augen nach einem Angreifer Nummer vier auf. Das gewünschte Profil: jung, entwicklungsfähig und vor allem dynamisch und schnell. Insbesondere eine hohe Endgeschwindigkeit soll hier ein Punkt sein, der das VfB-Spiel bereichern könnte.
Wer könnte gehen?
Offensivspieler Enzo Millot gilt schon längere Zeit als Wechselkandidat und könnte vor dem schnellen Absprung stehen. Der 22-jährige Franzose besitzt beim VfB eine Ausstiegsklausel für geschätzte 20 Millionen. Angeblich laufen inzwischen Gespräche zwischen Berater und Galatasaray Istanbul, dem neuen Klub von Ex-Bayern-Star Leroy Sané.
Unklar ist auch die Zukunft von Anrie Chase und Juan José Perea. Eine Ausleihe des 21-jährigen US-Japaners oder ein Verkauf – beides scheint bei Chase möglich. RB Salzburg soll Interesse an dem Youngster zeigen. Der zuletzt bereits ausgeliehene Perea gilt als Kandidat beim FC Zürich. Und dann ist da noch die Personalie Silas. Der wuchtige Außenstürmer war letzte Saison an Roter Stern Belgrad verliehen, ihm werden Kontakte zu Fenerbahce Istanbul nachgesagt.