Aicher, Maier, Raimund und Co.

Vermarktung der Olympiaerfolge: Aus Gold mach Geld?

Kurz nach den Winterspielen ist der Hype um die deutschen Olympia-Stars noch groß. Sobald der Schnee schmilzt, wird es mit der Sponsorensuche wieder schwieriger. Wie gut lässt sich ein Olympiasieg vermarkten?

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Von Autor/in Andreas Köstler

Ski-Freestylerin Daniela Maier rauscht mit überragender Überlegenheit ins Ziel und zur ersten deutschen Olympia-Goldmedaille im Skicross. Skispringer Philipp Raimund erlöst eine Nation und wird von seinen Teamkollegen auf Schultern getragen und gefeiert - für den Olympiasieg. Es sind Momente für die Ewigkeit. Die Popularität ist auf dem absoluten Höhepunkt.

"Sponsoren, Medien, Medienanfragen, TV Shows, Interviews, oder irgendwelche Leute die sagen: 'Hey, wir kennen uns doch noch von früher!'", nach seinem Triumph auf der Normalschanze erreichten den Göppinger Philipp Raimund zahlreiche Anfragen.

Der beste Rat: Das "Gold schmieden solange es heiß ist"

Ratsam wäre es, die Gunst der Stunde zu nutzen, weiß DSV-Pressesprecher Ralph Eder: "Für den Individualsportler heißt es dann, das Gold zu schmieden, solange es heiß ist. Im direkten Anschluss kann man schon den ein oder anderen Partner akquirieren, weil die Aufmerksamkeit ganz einfach da ist. Und die sollte man nutzen."

Laut Medienberichten soll Philipp Raimund knapp 18.000 Euro brutto monatlich verdienen. Ein Großteil davon macht das Weltcup-Preisgeld von bisher 125.000 Euro aus. Das ist aber nicht immer garantiert. Und der goldene Glanz aus dem Winter verblasst schnell.

PR-Experte: "Viel Klinkenputzen gehört dazu"

Jens Zimmermann ist PR und Marketing-Profi und berät Philipp Raimund seit Olympia. Er weiß, dass es für die Sportler nicht immer einfach ist. "Die Saison ist Ende März vorbei und dann sind natürlich bei vielen Medienschaffenden die Winterspiele schon lange abgehakt", so der Experte. Im Fall von Raimund laufe es noch ausgesprochen gut. "Es ist eher die Ausnahme als die Regel, dass die Sportlerinnen und Sportler mit Anfragen von Unternehmen überhäuft werden. Eigentlich gehört viel Klinkenputzen dazu", meint Zimmermann.

Fast 50.000 neue Follower für Emma Aicher während Olympia

Klinkenputzen, oder auch ein astreiner Auftritt auf den sozialen Netzwerken: Knapp 23.000 neue Follower hatte Philipp Raimund während der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo dazugewonnen. Die Social-Media-Queen unter Deutschlands Olympioniken ist jedoch Skirennfahrerin Emma Aicher, die fast 50.000 neue Follower sammelte.

Neben ihren sportlichen Glanzleistungen begeisterte die zweifache Silbermedaillengewinnerin auch mit ihren direkten Antworten in zahlreich ausgespielten Interviewschnipseln. Das zeigt eine Analyse der Influencer-Agentur "Netzschreier", die die Reichweiten der Athleten bei Instagram vor und nach den Olympischen Winterspielen ausgewertet hat.

Deutschland blass im internationalen Vergleich

Die insgesamt 188 deutschen Sportler und Sportlerinnen sollen laut der Agentur während der Spiele rund 395.000 Follower dazugewonnen haben. Im internationalen Vergleich verblasst das deutsche Wachstum jedoch: Der Account der amerikanischen Eiskunstläuferin Alysa Liu, die mit ihrer Traum-Kür das Publikum verzaubert und im Team noch ein zweites Mal Gold gewonnen hatte, wuchs um knapp 4,4 Millionen Follower – von 210.000 auf 4,6 Millionen.

Doch egal, wie die Zahlen genau lautem, für Skicrosserin Daniela Maier ist die zusätzliche Aufmerksamkeit für ihre Sportart schon jetzt ein Gewinn: "Ich hoffe, dass wir den nächsten Entwicklungsschritt machen können und uns durch mehr Zuschauer und mehr Sponsoren auch wirtschaftlich weiterentwickeln können", so die Olympiasiegerin aus dem Schwarzwald.

Fest steht für die 30-Jährige aber auch: "Mir persönlich ist es am allerwichtigsten, dass ich Freude an dem Sport habe. Das ist das höchste Gut. Die Prämien kommen dann an zweiter Stelle", sagt Daniela Maier. Und das Beste ist: Die Goldmedaille bleibt für immer.

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Lena Bergmann
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Andreas Köstler