Zwischen Ludwigsburg und Ulm gab es in der Basketball-Bundesliga schon spektakuläre Derbys. Am Sonntagabend war das eher ein unauffälliger Arbeitssieg der Heimmannschaft.
Ludwigsburg startet besser
Die ersten Minuten des Derbys gehören Ludwigsburg. Mit Einzelaktionen holen die Gastgeber die ersten Punkte. Ulm braucht ein paar Minuten, um warm zu werden. Chris Ledlum sorgt nach fünf Minuten per Dreier für die erste Führung der Gäste (8:9). Applaus aus dem Ulmer Fanblock gibt es nach sechs Minuten. Nach langer Verletzungspause kommt Tommy Klepeisz ins Spiel. Seit Januar hat der Österreicher kein Basketballspiel mehr bestritten.
In den nächsten Minuten wechselt die Führung immer wieder. Im Schlussspurt des ersten Viertels spielt sich Ludwigsburg eine 23 zu 16 Führung heraus.
Ludwigsburg hält Ulm auf Distanz
Spektakulär beginnt das zweite Viertel - aus Ludwigsburger Sicht. Elijah Hughes macht fünf schnelle Punkte. Sein Dreier von weit draußen zwingt Ulms Trainer Ty Harrelson schon nach 47 Sekunden zur Auszeit. Ludwigsburg spielt mit mehr Intensität. Es wirkt so, als würde Ulm das Eurocup-Spiel gegen Istanbul noch in den Knochen stecken. Ludwigsburg ist auch im zweiten Viertel die bessere Mannschaft. Die Führung ist bis zur Halbzeit noch ein bisschen angewachsen (47:37). Ulm muss in der zweiten Halbzeit vor allem die Trefferquote hoch schrauben, um noch einmal ins Spiel zurückzukommen. Hughes und Ledlum sind mit jeweils 16 Punkten die Topscorer ihrer Teams in Durchgang eins.
Ulm wird dynamischer aber nicht effektiver
Ganz offensichtlich ist in der Ulmer Kabine das Thema Geschwindigkeit angesprochen worden. Denn Ulm ist nach der Pause deutlich dynamischer unterwegs, offensiv und defensiv. Ludwigsburg kann sich aber gegen diese erste Sturm- und Drang-Phase der Gäste wehren. Der Deutsche Vizemeister läuft weiter einem Rückstand hinterher und lässt immer wieder Chancen aus, um diesen wesentlich kleiner zu machen. Ein insgesamt holpriges und häufig unterbrochenes Derby geht mit einer Ludwigsburger 70 zu 63 Führung ins letzte Viertel.
Ludwigsburg hat den längeren Atem
Für Nelson Weidemann ist das Spiel im Schlussviertel schnell vorbei. Nach einem normalen Foul holt er sich noch ein technisches Foul ab, sein fünftes. Kellman setzt für Ludwigsburg mit einem Drei-Punkt-Spiel noch eins drauf. Ulm lässt auch in den letzten zehn Minuten zu viele Würfe liegen. Zwar kommen die Ulmer in den letzten Minuten noch auf fünf Punkte ran. Am Ende holen sich die Ludwigsburger mit viel Einsatz und auch ein wenig Glück den Derby-Sieg. Endstand: 90 zu 81. Hughes und Ledlum sind auch nach vierzig Minuten die besten Werfer ihrer Teams.
In der Basketball-Bundesliga geht es für Ludwigsburg am kommenden Sonntag mit einem Auswärtsspiel beim MBC in Weißenfels weiter. Ulm hat am Samstag die Skyliners aus Frankfurt zu Gast.