Am Mittwochabend (20 Uhr) empfängt ratiopharm Ulm den FC Bayern zum zweiten Spiel der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft. Nach dem 66:82 in der ersten Partie in München stehen die Schwaben bereits unter Druck in der Best-of-Five-Serie.
Doch die Ulmer können auf ihre Heimstärke setzen. 15 von 16 Begegnungen in der Neu-Ulmer Arena konnte der Meister von 2023 während der regulären Saison gewinnen. Einzig die Academics Heidelberg konnten die Schwaben in eigener Halle bezwingen. Und: In Ulm haben sie gute Erinnerungen ans letzte Heimspiel gegen den FC Bayern. Anfang April wurde der Top-Favorit mit 109:94 wieder zurück nach München geschickt.
Ulms Coach setzt auf das Publikum
Am Mittwoch werden die rund 6.000 Zuschauer ihr Team wieder vom Anwurf weg lautstark unterstützen. Darauf baut auch Head Coach Ty Harrelson. "Ich glaube, die Fans freuen sich genauso wie wir auf dieses Spiel", sagte der 44-Jährige im SWR-Interview. "Ich hoffe, dass sie uns den entscheidenden Push geben und für eine großartige Final-Atmosphäre sorgen."
Die Stimmung wird maßgeblich vom Geschehen auf dem Parkett abhängen. Schon in München hatten die Ulmer über drei Viertel gezeigt, dass sie mithalten können, bevor die Münchner Distanzschützen in den letzten zehn Minuten heißliefen und dem Harrelson-Team gar nichts mehr gelang. Das soll nun verhindert werden, auch mit Hilfe des Publikums. "Wir hoffen auf den Heimvorteil, den wir brauchen", so der Coach.
Diskussionen über Terminierung
Eigentlich bietet die Finalserie rein sportlich schon genug Gesprächsstoff. Doch obendrein sorgt eine Terminkollission für Diskussionen. Die Ulmer Noa Essengue (18 Jahre) und Ben Saraf (19) sind nach den starken Vorstellungen in dieser Saison beim NBA-Draft dabei und werden mit hoher Wahrscheinlichkeit ab dem Herbst in der stärksten Liga der Welt spielen.
Das Problem: Der Draft kollidiert terminlich mit einem möglichen vierten und fünften Spiel der Finalserie zwischen Ulm dem dem FC Bayern. Heißt: Sollte ratiopharm Spiel zwei für sich entscheiden, müssten die beiden Youngster sich zwischen Finale und Draft entscheiden. Die BBL hatte die Kritik der Ulmer zuletzt zurückgewiesen. Dass die Debatte nicht spurlos am Duo vorbeizieht, war schon in München zu sehen, wo beide eine für ihre Verhältnisse mäßige Leistung zeigten.
Basketball | Bundesliga Terminstreit auf dem Rücken zweier Teenager: BBL gibt kein gutes Bild ab
In der Finalserie der Basketball-Bundesliga (BBL) zwischen München und Ulm geht es neben dem Titel auch um einen Terminstreit. Im Zentrum dieses Zwists: Die Teenager Ben Saraf und Noa Essengue, die für Ulm spielen. Das ist nicht fair, findet SWR Sport Reporter David Luding.
Harrelson hofft auf verbessertes Duo
"Natürlich hat das Einfluss auf die Leistung der beiden. Wie könnte das nicht sein? Aber jetzt müssen sie versuchen, sich auf das zweite Finalspiel zu fokussieren und ich glaube, das werden sie auch", sagte Harrelson. "Nachdem ihre Draft-Interviews und Workouts fertig sind, sollte es einfacher für sie sein. Ich gehe von einer besseren Leistung der beiden aus."
Eine Steigerung von Essengue und Saraf wäre die Basis dafür, dass die Ulmer weiter von der zweiten Meisterschaft nach 2023 träumen können. Damals gegen die Baskets Bonn wie heute gegen den FC Bayern waren die Schwaben als Außenseiter in die Serie gegangen.