Eishockey | DEL-Playoffs

Adler Mannheim müssen nachsitzen: Ohne Torjäger O’Donnell gegen Bremerhaven

Im Playoff-Viertelfinale verloren die Adler Mannheim die vierte Partie bei den Fischtown Pinguins deutlich mit 1:6. Bereits am Donnerstagabend kommt es in der heimischen Arena zum fünften Duell. Torjäger Brendan O’Donnell fehlt wegen Kieferbruch.

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Stand

Von Autor/in Kersten Eichhorn

Rüde ging`s zu im letzten Drittel am Dienstagabend in Bremerhaven. Im Frustgefühl der deutlichen Niederlage lieferten sich die Adler mit den Pinguins in den Schlussminuten einige unnötige Scharmützel und Disziplinlosigkeiten, 102 Strafminuten standen schließlich in Summe für beide Teams zu Buche. 1:6 hieß es am Ende nach Toren aus Mannheimer Sicht, die bislang weiße Weste war erstmals kräftig befleckt.

Statt mit dem vierten Sieg im vierten Spiel und damit einem sogenannten "Sweep" den Einzug ins Halbfinale zu schaffen, konnte Bremerhaven die Best-of-Seven-Serie auf 1:3 verkürzen. "Sie sind ein schwer zu schlagendes Team und uns war klar, dass wir nicht davon ausgehen können, glatt in vier Spielen durch zu sein", lobte Adler-Trainer Dallas Eakins die Pinguins, "sie sind gut gecoacht, spielen strukturiert. Man kommt selten ohne eine Niederlage durch die Playoffs". 

Mannheimer Chancenwucher in Bremerhaven

Aus Mannheimer Sicht war die erste Saisonniederlage überhaupt gegen die Bremerhavenen eigentlich völlig unnötig, hatten doch die Kurpfälzer in den ersten 20 Minuten eine Menge hochkarätiger Chancen, scheiterten aber immer wieder am Bremerhavener Keeper Leon Hungerecker, der diesmal vor Stammkeeper Kristers Gulevskis den Vorzug erhalten hatte und die Cracks um Kapitän Marc Michaelis verzweifeln ließ. "Wir sind noch gut in die Partie gestartet, haben im Mitteldrittel aber zu schnell die Gegentore bekommen und gleichzeitig unsere Chancen nicht genutzt", analysierte Nationalstürmer Alexander Ehl auf der Adler-Homepage treffend. 

Und nach der altbekannten Sportregel passierte in der Tat Folgendes: Wer vorne nicht trifft, der kassiert die Tore eben hinten. Nach dem zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich durch Nationalstürmer Justin Schütz im zweiten Abschnitt legten die Fischtown Pinguins gegen eine jetzt indisponierte Adler-Abwehr noch satte fünf Tore nach. Mannheim war bedient.

Bremerhaven

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Die Bremerhavener schlugen die Adler mit 6:1 (1:0, 3:1, 2:0) und wendeten damit das Play-off-Aus ab. Für die Pinguins war es der erste Sieg im vierten Duell der Viertelfinalserie.

Nächster Matchball für die Adler

Ärgerlich zwar, dass die Adler jetzt mindestens in einem fünften Duell nachsitzen müssen. Dennoch besitzt das Team um Trainer Dallas Eakins mit 3:1-Siegen noch immer eine hervorragende Ausgangsbasis für den möglichen Halbfinal-Einzug. Ein weiterer Erfolg am Donnerstagabend (19:30 Uhr) daheim in der Mannheimer Arena - und der Sprung in die Runde der letzten Vier wäre geschafft.

"Entscheidend ist, dass wir in der Serie 3:1 führen", bestätigt auch Routinier Matthias Plachta die prima Ausgangsposition vor der fünften Partie, "wir wussten, dass es nicht einfach wird, dass Bremerhaven eine gute Mannschaft ist. Das haben sie gezeigt. Wir haben aber trotzdem nie die Köpfe hängen lassen und am Donnerstag jetzt die Chance, vor heimischem Publikum einen neuen Anlauf zu nehmen.“

Mannheims Torhüter Maxi Franzreb
Mannheims Torhüter Maxi Franzreb

Kieferbruch bei O’Donnell - Comeback von Greco?

Nach den beiden deutlichen Heimsiegen in den Spielen eins und drei (5:2, 5:1) zählt der Vorrunden-Zweite trotz der Schlappe von der Nordsee weiter als großer Favorit in der Serie, sollte sich dafür an diesem Donnerstag aber wieder komplett auf seine personellen Stärken und sein spielerisches Vermögen konzentrieren. Verzichten muss Coach Eakins aus einen Stürmer Brendan O’Donnell. Der Kanadier zog sich am Dienstag in Bremerhaven einen Kieferbruch zu und wurde bereits am Mittwoch erfolgreich operiert. "Brendan hat seit seiner Ankunft mit vollem Einsatz gespielt und sich zu 100 Prozent unserem Spielstil verschrieben. Wir werden ihn in unserer Mannschaft sehr vermissen", sagte Dallas Eakins zum Ausfall des 33-Jährigen.

Dafür könnte im fünften Duell mit den Pinguins der zuletzt fehlende Adler-Top-Scorer Anthony Greco sein Comeback feiern. Die Torgefährlichkeit des schnellen US-Amerikaners (16 Tore und 31 Assists in der Vorrunde) würde Mannheim sicherlich gut tun, um die unbequemen Bremerhavener entscheidend zu knacken.

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Kersten Eichhorn