Ehre, wem Ehre gebührt. Gesa Krause und Olivia Gürth sind beim Flutlichtmeeting in Trier für ihre Medaillen bei der EM in Birmingham geehrt worden. Vor knapp drei Wochen hatte sich Krause mit einem fulminanten Finish den Titel geholt, Gürth feierte den Gewinn der Bronzemedaille.
Die Athletinnen von Silvesterlauf Trier starteten am Mittwochabend in unterschiedlichen Rennen. Während Gürth im B-Lauf über die 800 Meter in 2:04,14 Minuten gewann, landete Krause über 1.500 Meter auf dem fünften Rang.
Gesa Krause: "Hat viel Spaß gemacht"
Die aktuellen sportlichen Ergebnisse traten aber angesichts der starken Leistungen beim Saisonhöhepunkt in Birmingham in den Hintergrund. Mit dem Gewinn ihres dritten EM-Titel hatte sich Krause noch einmal einen Traum erfüllt, der alles andere überstrahlt.
"Es war eine traumhafte Saison", sagte Krause im Interview mit SWR Sport. "Ich bin auch einige Bestzeiten gelaufen - über 1.500 Meter und im Halbmarathon. Es war eine sehr große Bandbreite und es hat viel Spaß gemacht."
Die Saison 2026 hat aber auch ihre Spuren hinterlassen. "Hinten heraus sind die Kräfte einfach aufgebraucht und ich bin froh, dass jetzt eine Pause ansteht", sagte die Europameisterin. Der Titel gebe ihr sicher Rückenwind für das Jahr 2027, nun brauche sie aber "Zeit, um alles sacken zu lassen".
Gürth feiert Bronze wie den Titel
Sacken lassen muss die Saison auch Olivia Gürth. Die Ehrung in Trier ließ sie "noch einmal an diese wunderschöne Zeit in Birmingham" zurückdenken. Die Bronzemedaille ordnete sie schon direkt nach dem EM-Rennen wie einen persönlichen Titel ein.
Knapp drei Wochen später hat sich daran nichts geändert. "Ich bleibe bei der Aussage. Der ganze Moment war toll, durch Gesas Goldmedaille konnte ich ja auch bei der Siegerehrung die Nationalhymne hören", sagte Gürth. "Eine Medaille alleine gewinnen, ist auch schön." Der Moment sei aber intensiver, wenn "man jemandem in die Arme fallen kann und gemeinsam auf die Ehrenrunde gehen kann".
Auch für Gürth ist die Saison inoffiziell vorbei, lediglich ein Auftritt als Pacemakerin steht noch auf dem Programm. Danach werden die Akkus aufgeladen. "Der Urlaub ist schon geplant. Es geht zum Wandern in die Berge", sagte Gürth, die sich aber jetzt schon auf den Saisonhöhepunkt 2027 freut. "Als eine der besten Läuferinnen Europas zur Weltmeisterschaft zu fahren, ist etwas, das ich in die neue Saison mitnehmen kann", so Gürth, die weiter ausführte: "Dann ist das Ziel, wie beim letzten Mal wieder eine Bestzeit zu laufen."