Triathlon

Zwischen Klinikalltag und Trainingsstunden: Triathlon-Weltmeisterin Janina Krug

Erst seit drei Jahren ist die 29-jährige Assistenzärztin Janina Krug Triathletin. Gleich bei ihrer ersten WM-Teilnahme holte sie den Titel über zwei km Schwimmen, 80 km Radfahren und 18 km Laufen.

Teilen

Stand

Von Autor/in Patricia Preis

In Krugs Wohnung wird allen Gästen schnell klar: Hier lebt eine Weltmeisterin. Neben Medaillen aus Ibiza, Roth oder Pamplona hängt auch ihre WM-Goldmedaille aus Katar neben der Tür. "Das ist meine Lieblingsmedaille", sagt sie stolz im Gespräch mit SWR Sport.

Bei einem T100 Triathlon legt sie eine Distanz von ingesamt 100 Kilometern zurück. Aufgeteilt in zwei km Schwimmen, 80 km Radfahren und 18 km Laufen. Gestartet wird in zwei Leistungsklassen: Profis und Amateure.

Krug startete sie bei der WM in Katar bei den Amateuren. Dabei konnte die 29-Jährige mit acht Minuten Vorsprung und einer Zeit von knapp 4:05:30 die internationale Konkurrenz hinter sich lassen. Für die Mainzerin ist das der größte Erfolg in ihrer erst dreijährigen Triathlon-Karriere. Dieser ist umso höher einzustufen, als sie auch noch einem fordernden Beruf nachgeht.

Zwischen 24 Stunden-Diensten und Triathlon-Training

Als Assistenzärtzin für Innere Medizin in Bad Kreuznach arbeitet Krug in 24 Stunden-Schichten. "Das ist eine große organisatorische Sache mit den drei Sportarten und der Arbeit nebenher", berichtet sie.

Sich nach der Arbeit noch zu Aktivitäten aufzuraffen, fiel dem Organisationstalent zwar nicht schwer, raubte ihr aber viel Energie. "Das Leben bestand viel aus Arbeit, Training und Schlaf, und ich hatte wenig Raum für was anderes. Teilweise habe ich den Spaß an Beruf und Arbeit verloren und es eher als Pflicht gesehen".

Nach ihrem WM-Titel von Katar erkannte die Athletin der TV Laubenheim, dass sich etwas ändern musste. Sie hörte auf ihren Körper und reduzierte ihre Arbeitszeit auf 60 Prozent. So könne sie "wieder mit mehr Herz beim Beruf sein", erklärt sie erleichtert.

Mit viel Gefühl zum WM-Titel im Triathlon

Vor ihrer Teilnahme bei der WM in Katar hatte Janina Krug "nach Gefühl trainiert und wenig strukturierte Pläne". Ein Trainingsplan ließ sich mir ihrem Dienstplan nicht vereinbaren. "Ich habe mich eingeengt gefühlt", erzählt die Sportlerin. Nach der Reduzierung ihrer Arbeitsstunden, hat sie nun mehr Raum für ein intensiveres Training und mehr Zeit, sich auf Wettkämpfe vorzubereiten.

Dabei wird die Weltmeisterin von ihrer Familie unterstützt. Im Training und auf Wettkämpfen ist Familie Krug mittlerweile ein eingespieltes Team. "Wettkämpfe werden eigentlich immer zum Familienevent", betont sie. Sie sei über die Verpflegung und die emotionale Unterstützung ihrer Familie während ihres Rennens froh.

Schritt für Schritt zum Triathlon

Krug sah sich selbst früher immer nur als Läuferin, aber nie als Triathletin. In der Oberstufe kam dann zunächst das Schwimmen hinzu. Vor dem Fahrradfahren hatte sie sich wegen des hohen Verletzungsrisikos lange gedrückt. "Deswegen habe ich das immer als Argument genommen, keinen Triathlon zu machen", erinnert sie. Dabei rieten ihr die Leute im Schwimmbad oft, es doch mal mit Triathlon auszuprobieren.

Nach ihrem Medizinstudium kaufte sie sich erstes Rad, überwand ihre Angst und meldete sich für ihren ersten Triathlon in Roth an. Heute sagt sie glücklich: "Spätestens als ich das zum ersten Mal gemacht habe, merkte ich eigentlich sofort, das mag ich wieder machen."

Der Traum von der Ironman-WM auf Hawaii

Auf ihrem heimischen Esstisch liegt die Biografie von Anne Haug, der ersten deutschen Ironman-Weltmeisterin von 2019. Dieser Triumph Haugs prägte Krug sehr. Damals stand sie als Fan an der Strecke auf Hawaii. "Das fand ich extrem motivierend. Es war damals noch die Zeit, in der ich mir selbst gesagt hatte, Triathlon ist nichts für mich." Heute bestreitet sie selbst sehr erfolgreich Triathlon-Wettbewerbe und formuliert große Ziele: "Ich würde sagen, dass Hawaii für mich in einigen Jahren ein Ziel sein könnte, das ich mal erreichen möchte."

Auf jeden Fall dürfen gerne weitere Medaillen für ihre Wohnung dazukommen.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Patricia Preis