Im vergangenen Jahr überzeugte Olympiasiegerin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) zum 40. Jubiläum des Karlsruher Indoor-Meetings mit einem Meisterstück: Mit ihrem Sprung über 7,07 Meter hatte sie nicht nur eine persönliche Hallenbestleistung aufgestellt, sondern auch den mehr als 30 Jahre alten Meetingrekord von Weitsprung-Legende Heike Drechsler gebrochen.
Mihambo will sich in Karlsruhe steigern
In diesem Jahr ist sie mit 6,56 Metern in Düsseldorf (24. Januar) in die Saison gestartet und möchte sich in Karlsruhe (Sonntag, 8. Februar) deutlich steigern. "Ich freue mich riesig, in Karlsruhe an den Start zu gehen. Das Meeting ist für mich seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Hallensaison", verrät die 32-Jährige.
Neben Mihambo dürfen sich die Zuschauer in der ausverkauften Karlsruher Europahalle auf weitere Top-Stars der Leichtathletik freuen. Auch aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz können einige Athletinnen und Athleten vorne mitmischen. SWR Sport überträgt das Meeting ab 16 Uhr im Livestream.
Malaika Mihambo gegen starke internationale Konkurrenz
Malaika Mihambo bekommt es in Karlsruhe mit den besten Weitspringerinnen der Welt zu tun. Unter anderem sind mit der italienischen Hallen-Europameisterin Larissa Iapichino und der französischen Meisterin Hilary Kpatcha weitere Sieben-Meter-Springerinnen gemeldet.
Die 16-malige Deutsche Meisterin Mihambo lebt und trainiert nicht weit weg von Karlsruhe und setzt auf das heimische Publikum: "Das Publikum ist klasse! Und weil ich aus der Region komme, fühlt sich der Wettkampf für mich immer ein Stück nach zuhause an."
Auch die Stuttgarterin Laura Raquel Müller (Unterländer LG) möchte in Karlsruhe ihre Saisonbestleistung aus Düsseldorf von 6,41 Meter weiter steigern. Die Sportsoldatin aus Öhringen bei Heilbronn war bereits bei den Olympischen Spielen in Paris am Start und möchte im Sommer bei den Europameisterschaften in Birmingham (10.8 – 16.8) ins Finale springen.
Majtie Kolberg testet über die 1.500 Meter
Bisher sind die 800 Meter die Lieblingsdistanz von Majtie Kolberg (LG Kreis Ahrweiler). Trotzdem hat sie über die 1.500 Meter bereits bewiesen, dass sie auf der längeren Strecke viel Potenzial hat.
Unter anderem ist sie in der Halle über diese Distanz Deutsche Meisterin geworden und hat ihre Bestzeit im vergangenen Jahr auf 4:11,41 Minuten verbessert. In Karlsruhe kann sie zusammen mit Nele Weßel (Königsteiner LV) in einem internationalen Spitzenfeld eine persönliche Bestzeit angreifen. Nachwuchshoffnung Alexander Stepanov (VfL Sindelfingen) wird über die 800 Meter seine frisch aufgestellte Hallen-Bestzeit von 1:47,18 weiter nach unten schrauben wollen.
Die längste Distanz in der Europahalle ist standesgemäß das 3.000-Meter-Rennen. Über die 15 Hallenrunden möchten Elena Burkard (LG Badenova Nordschwarzwald) und Florian Bremm (LSC Höchstadt Aisch) den Sog der internationalen Spitzenathleten nutzen, um eine schnelle Zeit zu laufen.
Rosina Schneider: "Möchte die acht Sekunden knacken"
Hürdenläuferin Rosina Schneider (TV Sulz) traut sich in Karlsruhe einiges zu. "Ich habe gut trainiert und möchte die WM-Norm unterbieten", verrät sie im Interview mit SWR Sport.
Dafür muss die Stuttgarter Hürdenspezialistin unter 8,02 Sekunden bleiben. Das ist ihr im vergangenen Jahr bereits gelungen. Neben ihr hoffen auch Ricarda Lobe (MTG Mannheim), Franziska Schuster (TSV Bayer 04 Leverkusen) und Marlene Meier (TSV Bayer 04 Leverkusen) auf ein gutes Ergebnis.
Sollte es Schneider ins Hürden-Finale schaffen, könnte sie womöglich ihre WG-Mitbewohnerin und Freundin Laura Raquel Müller anfeuern, die sich im Weitsprung-Feld möglichst weit vorne platzieren möchte. Beide möchten im Sommer bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham gut abschneiden.
Christina Honsel fordert Weltrekordhalterin
Beim Hochsprung der Frauen bekommt es die deutsche Hochspringerin Christina Honsel (TV Wattenscheid 01) unter anderem mit der ukrainischen Weltrekordhaltern Yaroslava Mahuchick und ihrer Landsfrau Yuliia Levchenko zu tun. Im vergangenen Jahr knackte Honsel beim Hochsprung-Meeting in Heilbronn die international beachtete Zwei-Meter-Marke und hat sich damit in der Weltspitze etabliert.
Im Stabhochsprung können sich die Zuschauer auf Sprünge in Richtung Sechs-Meter-Marke einstellen. Unter anderem sind Athleten wie der Pole Piotr Lisek, der Norweger Sondre Mogens Guttormsen oder Ernest John Obiena von den Philippinen im Feld, die diese wichtige Marke bereits übersprungen haben. Aus deutscher Sicht ist Bo Kanda Lita Baehre (TSV Bayer 04 Leverkusen) gut durch das Wintertraining gekommen und hat mit übersprungenen 5,70 Meter (28.1., Cottbus) gezeigt, dass er in Karlsruhe um den Sieg mitspringen kann.
Karlsruhe als Sprungbrett zu WM und EM
Das Indoor-Meeting in Karlsruhe dient vielen Athletinnen und Athleten als Sprungbrett zu den Hallen-Weltmeisterschaften im polnischen Toruń (20.3 bis 22.3) und den Europameisterschaften im Sommer. Weitsprung-Star Mihambo wird auf die Hallen-WM im März verzichten und sich auf den Höhepunkt im Sommer konzentrieren. Das bedeutet für sie aber nicht, dass sie in Karlsruhe mit einer Top-Leistung nicht für Begeisterung sorgen möchte.