Es war eine tolle Saison für Marion Fromberger vom Aalener Mountainbike-Racingteam. Die 25-Jährige fuhr bei allen Weltcuprennen aufs Podest. Ihre bärenstarke Bilanz: Zwei Siege, viermal Zweite, bei jedem Rennen auf dem Treppchen, Gesamtsiegerin des Mountainbike-Eliminator-World-Cups. Dabei schrieb Fromberger Geschichte, denn dieser Erfolg war vor ihr noch keiner anderen Deutschen geglückt.
Emotionaler Höhepunkt eines mehr als außergewöhnlichen Jahres war für Fromberger der Sieg beim Heimspiel in Aalen. 10.000 Fans bejubelten ihren Erfolg an der Strecke. Als die gebürtige Bayerin über die Ziellinie fuhr, zeigte sie ihr Markenzeichen: den Herzjubel.
Marion Fromberger: "Bin unglaublich dankbar"
"Das war einfach das Zeichen dafür, dass ich so unglaublich dankbar bin für alle, die hinter dem Erfolg stecken", erinnert sich Fromberger im Gespräch mit SWR Sport. "Die so viel Arbeit reinstecken in das Ganze. Gerade hier in Aalen, wo sie den Weltcup für uns Sportler auf die Beine gestellt haben."
Dass sie Historisches geleistet hat, macht Fromberger unfassbar stolz - und sie ist immer noch dabei, den Erfolg zu realisieren. "Es war ein großes Ziel, auf das wir jahrelang hingearbeitet haben. Es ist einfach unglaublich und ich kann es nicht glauben, dass wir das geschafft haben."
Für Fromberger die Krönung einer langen Reise, für die sie viel investiert hat. Mit 18 Jahren fuhr Fromberger ganz alleine zur WM in China und kam mit Bronze im Gepäck und einem Vertrag für das Aalener Mountainbike-Racingteam wieder nach Hause. Seitdem wurde sie Schritt für Schritt aufgebaut - mit Simon Gegenheimer an der Seite.
Simon Gegenheimer: "Sie war ein Riesentalent"
"Als die Marion mit 19 Jahren zu uns ins Team gekommen ist, da hat sie ein Riesentalent gehabt, was wir früh erkannt haben. Aber um langfristig großen Erfolg zu haben, gehört weit mehr dazu. Fleiß, Ehrgeiz, da gehört Mut dazu und dann kommt es darauf an, was man daraus macht", erinnert sich der Weltmeister 2021 im Cross-Country Eliminator. "Wir als Team haben viel gearbeitet und das ist ein Grund, warum sie heute so erfolgreich ist und da oben steht."
Auch schmerzhafte Rückschläge gehörten zu Frombergers Weg. Stürze, etwa bei zwei Heimweltcups in Aalen. Bei der Weltmeisterschaft in der Türkei in diesem Jahr versagten der Favoritin die Nerven, sie schied im Halbfinale aus. "Alle Augen waren auf mich gerichtet und ich bin mit dem Druck nicht klargekommen", erinnert sich Fromberger.
Ein Mentaltrainer als Unterstützung
Sie hat aus diesem Misserfolg ihre Konsequenzen gezogen. "Ich habe mir danach einen Mentaltrainer gesucht, weil ich dieses Rennen nicht mit meiner Leistung, sondern wegen meinem Kopf verloren habe", erzählt Fromberger.
Eine Maßnahme, die gefruchtet und die einzige Frau im Aalener Mountainbike-Racingteam noch stärker gemacht hat. Trotz ihrer erst 25 Jahre hat Fromberger bereits viel erlebt - und dieses Wissen will sie teilen. Sie hält Vorträge, ist an der Planung von Bikeparks und Trails im Wald beteiligt.
Ein Herz für den Nachwuchs
Und der Nachwuchs liegt ihr ebenfalls sehr am Herzen. "Mir bedeutet es sehr viel, weil ich selber als Kind so aufgeschaut habe zu vielen Profis. Das ist einfach noch einmal was ganz anderes, wenn die Menschen nahbar sind,. Und das möchte ich zeigen."
Eine herzliche Art, die sehr gut zu Marion Fromberger passt. Ebenso wie ihr Herzjubel, den sie auch in Zukunft möglichst oft zeigen möchte.