Nach 15 Monaten Verletzungspause ist Weitspringerin Mikaelle Assani zurückgekehrt. Die 22-Jährige vom Karlsruher SC sprang bei ihrem Comeback in Stuttgart 6,33 Meter – und setzte damit ein wichtiges Zeichen nach einer langen Leidenszeit. "Der Wettkampf ist das offizelle Ende meiner Reha-Zeit. Jetzt geht es darum wieder Routine zu finden", freut sich die Weitspringerin.
Schwere Verletzung stellte Karriere in Frage
Der Weg zurück war für Assani lang und beschwerlich. Bei der Hallen-Europameisterschaft im niederländischen Apeldoorn im März 2025 musste die Weitspringerin unter Tränen im Rollstuhl aus der Halle gebracht werden. Die Diagnose: ein Sehnenabriss sowie ein weiterer Anriss in der linken Oberschenkelmuskulatur – ausgerechnet im Sprungbein.
Zeitweise war sogar unklar, ob die deutsche Nachwuchsathletin jemals wieder auf höchstem Niveau würde springen können. Nach einer erfolgreichen Operation und monatelanger Reha kämpfte sich Assani jedoch Schritt für Schritt zurück. Ihr erster Wettkampf nach mehr als einem Jahr Pause war ein emotionaler Befreiungsschlag.
6,33 Meter bedeuten mehr als nur eine Weite: "Ohne Druck, für's Gefühl"
Ihr Start beim Cannstatter Springer-Cup in Stuttgart erfolgte bewusst ohne große Ankündigung. Nach der schweren Verletzung wollte sich die EM-Vierte von 2024 vollständig auf ihr Comeback konzentrieren: "Es war ein verrückter Moment. Beim letzten Wettkampf war die Verletzung, jetzt wieder die ersten Sprünge. Der Plan war einfach nur im engsten Kreis, mit meinem Trainer und meiner Familie, den Wettkampf zu machen. Ohne Druck und für's Gefühl."
Mit 6,33 Metern gelang ihr ein ordentliches Ergebnis nach der langen Pause. Eine Weite, die früher möglicherweise hinter ihren Erwartungen geblieben wäre. Diesmal überwogen jedoch Erleichterung, Dankbarkeit und Freude darüber, wieder gesund im Wettkampf stehen zu können: "Ich hab sechs Sprünge gemacht, ich habe mich gut gefühlt, das hat mich einfach glücklich gemacht."
EM-Norm noch entfernt – Potenzial ist da
Zur EM-Norm für Birmingham von 6,77 Meter und ihrer persönlichen Bestleistung von 6,91 Meter fehlt noch ein Stück. Trotzdem macht der Auftritt in Stuttgart Mut. "Ich bin eine ehrgeizige Athletin. Der Fokus liegt zwar darauf, Spaß zu haben und gesund zu bleiben aber wenn es für die EM reicht, nehme ich das gerne mit", erklärt Assani mit Blick auf den Saisonhöhepunkt in Birmingham (10.8. - 16.8.)
Einer ihrer ungültigen Sprünge lag im Bereich von 6,50 Metern. Zudem absolvierte Assani den Wettkampf noch mit verkürztem Anlauf und unter schwierigen Windbedingungen. Die Karlsruherin, die insbesondere von ihrer hohen Anlaufgeschwindigkeit profitiert, dürfte ihr Potenzial damit noch längst nicht ausgeschöpft haben.
Assani bereits auf dem Sprung zum nächsten Wettkampf
Der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg zurück ist bereits geschafft. In Dessau (Freitag, 19.06) steht für Assani bereits der nächste Wettkampf auf dem Programm. Dort will die 22-Jährige an ihre Leistung von Stuttgart anknüpfen und vielleicht ja schon in Richtung EM-Zug aufspringen.