Leichtathletik-WM in Tokio

Leo Neugebauer: "Der Zehnkampf ist wie eine Wundertüte"

Am finalen Wochenende der Leichtatheltik-WM steht aus Südwest-Sicht noch ein Highlight auf dem Programm: Der Zehnkampf mit den Medaillenkandidaten Niklas Kaul und Leo Neugebauer.

Teilen

Stand

Für Medaillenkandidat Leo Neugebauer (Stuttgart) wird der Zehnkampf bei der Leichtathletik-WM in Tokio eine Wundertüte. "Im Zehnkampf kann immer alles passieren. Wenn man jetzt vor ein paar Monaten mal einen richtig guten Zehnkampf hatte, kann es sein, dass es dann nicht mehr so gut läuft", sagte der Olympia-Zweite auf der abschließenden Pressekonferenz im Teamhotel der deutschen Mannschaft. Prognosen seien kaum möglich, sagte der 25-Jährige: "Es bringt einfach nichts". Seit seinem Silber-Coup bei Olympia in Paris vor einem Jahr ist Neugebauer Profi - trainiert aber weiter in Austin/USA.

Leistungssteigerung bei Neugebauer nötig

Ganz rund lief es für den Sonnyboy der deutschen Leichtathletik in diesem Jahr bei seinem einzigen Zehnkampf in Götzis mit 8555 Punkten noch nicht, aber natürlich hat der deutsche Rekordhalter (8961 Punkte) die Klasse für die nächste Medaille. "Man versucht immer, so gut wie möglich abzuschneiden", sagte Neugebauer: "Man versucht einfach nur, einen soliden Zehnkampf hinzubekommen, alles, was man im Training gemacht hat, umzusetzen. Und dann geht man einfach von Disziplin zu Disziplin."

Niklas Kaul hat auch Medaillenchancen

Auch Ex-Weltmeister Niklas Kaul vom USC Mainz rechnet sich im Nationalstadion von Japan am Wochenende etwas aus. Zumal Olympiasieger Markus Rooth aus Norwegen verletzt fehlen wird. Dessen Landsmann Sander Skotheim gilt aber als Gold-Favorit mit einer Saisonbestleistung von 8909 Punkten.

Kaul kommt an den Ort der Niederlage zurück

Kaul hat bei der Rückkehr in die Stadt seines Olympia-Dramas einen großen Unterschied festgestellt. "Bisher war es sehr anders als zu den Olympischen Spielen, weil ich schon mal was von der Stadt gesehen habe". Herzzerreißend waren die Bilder, als er verletzt den Wettkampf in Tokio 2021 abbrechen musste. Die Hände vor das Gesicht geschlagen, wurde er in einem Rollstuhl davon geschoben. Erinnerungen an damals blendet Kaul aus: "Das spielt im Kopf eigentlich keine Rolle mehr".