Am 11. Dezember ist die Darts-Weltmeisterschaft in London gestartet. Mit dabei ist Niko Springer, für den es die zweite Teilnahme im Alexandra Palace werden wird. Der 25-Jährige aus Mainz reist mit Selbstvertrauen an - und Ergebnissen, die das rechtfertigen.
Im September gewann Springer die Hungarian Darts Trophy - seinen ersten Titel auf der European Tour. In Budapest bezwang der "Meenzer Bub" nacheinander Gian van Veen, Rob Cross und Luke Humphries, den aktuellen Weltranglistenzweiten. "Dass ich nicht nur ein Finale spiele, sondern auch direkt ein Turnier gewinne, hätte ich so früh nicht erwartet", sagte Springer. "Mir zugetraut habe ich es schon, aber dass es gleich im ersten Jahr so passiert, öffnet natürlich viele Türen."
Grand Slam als erfolgreiche Generalprobe
Beim Grand Slam of Darts in Wolverhampton schlug Springer zuletzt gleich zwei frühere Weltmeister. Gegen Gary Anderson gewann er zum Auftakt 5:3, gegen Michael van Gerwen einen Tag später 5:4. Damit sicherte sich der aus Siefersheim stammende Springer frühzeitig den Einzug ins Achtelfinale - sein bisher bestes Ergebnis bei einem Major-Turnier, auch wenn er im folgenden Spiel knapp gegen seinen deutschen Kollegen Lukas Wenig ausschied.
"Deutsch-deutsche Duelle sind für die Spieler nie wirklich cool, man kennt sich ja auch immer - gehört aber auch ein bisschen dazu", sagte Springer über die internen Vergleiche. "Am Ende schaut man aber immer auf sich und versucht, möglichst weit zu kommen."
Auch bei der WM sind die Chancen hoch, dass es zu solch einem Match kommt: Acht deutsche Spieler waren dieses Jahr bei der Darts-WM an den Start gegangen - so viele wie noch nie. Zunächst gilt es aber, die erste Hürde zu überspringen. Am späten Dienstagabend (16.12.) trifft Springer auf den Australier Joe Comito. Der 44-Jährige war vor der Darts-WM nicht in der "PDC Order of Merit" - der offiziellen Weltrangliste - aufgeführt.
Springer steht aktuell auf Rang 52 dieser Weltrangliste. Dass er dort noch nicht weiter oben auftaucht, liegt am Modus: Die PDC-Wertung läuft über zwei Jahre. Seit Januar spielt der Mainzer erst auf der Tour. Die Konstanz, mit der er sich seither bewegt, fällt allerdings auf.
Seine Karriere begann in Rheinland-Pfalz: Springer spielt für den DC Nostra Dart Mus Kaiserslautern in der Bundesliga. 2019 folgten erste Auftritte auf der Development Tour, später die Super League, mehrere 9-Darter und schließlich der Aufstieg in die Profi-Serie - inklusive Tour Card, die zur Teilnahme an allen Players Championships und vielen Qualifikationsspielen berechtigt.
Springer: "Gehe mit positivem Gefühl in die zweite WM"
Im Vergleich zur vergangenen WM geht es für Springer nicht mehr ums Dabeisein, die Ansprüche sind gewachsen: "Ich gehe mit einem positiven Gefühl in die zweite WM", sagte Springer. "Letztes Jahr war die Atmosphäre atemberaubend, jetzt kenne ich die Abläufe besser und kann mich gezielter einstellen, [...] Es wird Zeit, dass ich bei einem Major endlich mal die erste Runde überstehe."
Die erste Runde der Darts-WM geht acht Tage, bei einem Weiterkommen wird Springer vor seinem zweiten Auftritt noch mal in die Heimat fliegen und Kräfte sammeln. Ein mögliches Zweitrunden-Match würde am 23.12. stattfinden - entweder gegen den Nordiren Josh Rock oder die Engländerin Gemma Hayter.