Da seien Prognosen schwierig, erklären Trainer Ty Harrelson und Manager Thomas Stoll bei der Teamvorstellung und der Pressekonferenz zum Beginn der neuen Basketball-Saison. Schließlich sind aus der letzten Saison lediglich zwei Nachwuchsspieler bei ratiopharm Ulm geblieben. Der Sommer sei stressig gewesen, berichtet Manager Stoll über die vielen Spielerverpflichtungen und fügt hinzu: "Am meisten beschwert sich darüber meine Frau."
Dennoch habe er einen positiven ersten Eindruck von dem völlig runderneuertem Team. "Die Mannschaft macht viel Spaß. Die wollen alle rennen", sagt Stoll. Trainer Harrelson wird etwas präziser. "Wir wollen dieses Jahr schneller und mit mehr Athletik spielen", kündigt der Coach an. Den Ulmer Fans verspricht er bereits einen aufregenden Basketball.
Trotzdem sei es schwierig und "noch viel Arbeit", aus all den neuen unterschiedlichen Spielern ein Team zu formen. "Wir legen derzeit viel Wert auf Team-Chemie. Das habe ich letztes Jahr vielleicht etwas vernachlässigt", erklärt Harrelson. Es sei wichtig, dass sich die Spieler auch abseits des Feldes gut verstehen und Vertrauen bilden.
Michael Rataj als Hoffnungsträger und Führungsspieler
Einer der Hoffnungsträger ist Michael Rataj, der vom Deutschen Meister Alba Berlin an die Donau gekommen ist. Der 22-jährige gebürtige Augsburger will sich für eine größere Rolle empfehlen. "Vielleicht kann ich eine Führungsperson für die anderen jungen Spieler sein", meint er. Er sei nach Ulm gewechselt, weil sich hier schon viele Basketballer zu internationalen Top-Spielern entwickelt hätten.
Als Ziel gibt Manager Stoll erstmal ganz bescheiden den Klassenerhalt in der Basketball-Bundesliga an. "Und dann sehen wir, wie weit wir kommen." Schmerzlich aus Ulmer Sicht sind die vielen Abgänge nach München. Sportdirektor Thorsten Leibenath ist zum FC Bayern Basketball gewechselt, ebensoTopspieler Tobias Jensen und der ehemalige Ulmer Meistertrainer Anton Gavel.
FC Bayern hat mindestens den zehnfachen Spieleretat
Angesichts dessen spricht Manager Stoll bereits scherzhaft von "Ulm II", wenn er an die Bayern denkt. Doch werden die Ulmer künftig noch mithalten können gegen die scheinbar übermächtige Konkurrenz an der Isar? "Finanziell rücken sie immer weiter von uns weg", sagt Stoll, der den Spieleretat des FC Bayern Basketball auf das Zehn- bis 15-fache im Vergleich zu ratiopharm Ulm schätzt. "Bei denen kostet der teuerste Spieler mehr als bei uns das ganze Team."
Trotzdem sieht der 59-jährige Vereinsboss die ratiopharm-Organisation gut aufgestellt. "Wir müssen natürlich immer mehr tun, um die große Lücke zum FC Bayern irgendwie aufzufangen." Er hofft, dass es im Basketball nie so werden wird wie im Fußball, "wo immer nur einer gewinnt". Da müsse man einfach alles dafür tun, dass es nie so werde.
Ligastart für Ulm mit Derby gegen Ludwigsburg
Auch wenn die Münchner Korbjäger in der vergangenen Saison keinen Titel gewonnen haben, gelten sie als Favorit in der Spielzeit 2026/27. Die Ulmer hoffen, dass aus ihrem unbekannten Team eine Wundertüte wird und sie oben mitmischen können. Vier Testspiele stehen noch an, unter anderem ein öffentliches Heimspiel gegen Rom, gegen den BC Roma SPQR. Die Liga beginnt dann am 20. September mit dem Derby Ulm gegen Ludwigsburg.