Auf dem Gestüt St. Stephan passiert zurzeit alles gleichzeitig: Während Team-Olympiasiegerin Dorothee Schneider auf Hengst Segantini trainiert, werden andere Pferde schon für die lange Fahrt ins neue Zuhause vorbereitet. Vor den Stallungen steht im Schneegestöber schon ein Transporter samt Pferdeanhänger bereit. Zwei Helfer verladen Sättel, voll gepackte Kisten und Taschen. Das ganze Team steckt mitten im Umzug.
"Mir fällt es nicht leicht, hier wegzugehen. Das ist definitiv so", erzählt Dorothee Schneider, die 1990 zusammen mit ihren Eltern nach Framersheim (Kreis Alzey-Worms) kam. "Ich habe hier in meinem Betrieb sehr viele Emotionen und das ist einfach mein Zuhause. Deswegen ist es im Moment spannend, auch emotional so ein bisschen auf und ab. Aber das ist, glaube ich, normal."
Gestüt Famos: Schneider leitet Dressurausbildungszentrum
Für Dorothee Schneider geht es vom heimischen Framersheim ins 500 Kilometer entfernte Syke in Niedersachsen - auf das Gestüt Famos von Maik Kanitzky. In dem neu geschaffenen Dressurausbildungszentrum sollen Träume wahr werden. "Die Vision von Herrn Kanitzky und mir ist, nochmal wirklich sportlich durchzustarten", erzählt Dorothee Schneider mit leuchtenden Augen. Team-Weltmeisterin, Team-Europameisterin und Team-Olympiasiegerin ist sie bereits. Ihre letzten großen Erfolge feierte sie 2021.
Der Traum von einer erneuten Teilnahme an einem Championat spornt die 56-Jährige an: "Da schlägt das Herz schon höher." Dass die Perspektive aus ihrer Sicht so gut ist, liegt auch an so talentierten Nachwuchspferden wie Hengst Segantini, der Gestütsbesitzer Maik Kanitzky gehört. Mit ihm arbeitet Dorothee Schneider schon länger zusammen. "Seit vier bis fünf Jahren habe ich Pferde von Herrn Kanitzky hier bei mir in Ausbildung", erklärt sie.
Ich bin Leistungssportler. Ich liebe es, Pferde auszubilden und die Perspektive dort ist wirklich gut.
Bis Mitte Februar ziehen 20 Pferde und sechs Angestellte mit nach Niedersachsen. Der Betrieb in Framersheim soll langfristig verkauft werden. Bis es soweit ist, läuft er erstmal in kleinem Rahmen weiter. "Es werden drei Mitarbeiter hier sein, die sich um die Pferde kümmern, sie füttern, pflegen und auf die Koppel bringen."
Framersheim bleibt Dorothee Schneiders Zuhause
Auch Dorothee Schneider will zukünftig immer wieder nach Framersheim zurückkehren. "Meine Mama ist weiterhin hier. Ich werde ab und zu natürlich auch hier sein", kündigt die 56-Jährige an. "Und ja, meine älteren Pferde sind erst mal noch hier. Grundsätzlich ist das hier mein Zuhause, solange es nicht verkauft ist."