"Die Atmosphäre ist unglaublich und unvergesslich", sagte Darja Varfolomeev am Abschlusstag der Weltmeisterschaften in der Rhythmischen Sportgymnastik in Frankfurt am Main. Die 19-Jährige vom TSV Schmiden war der Star dieser WM, hat mit drei Gold- sowie einer Bronzemedaille abgeliefert. Und das, obwohl der Druck in diesem Jahr besonders groß war.
Darja Varfolomeev: Der Superstar der RSG-WM
Nachdem die Baden-Württembergerin bei den vergangenen zwei Weltmeisterschaften insgesamt zehn Goldmedaillen gewann, waren die Erwartungen an sie vor der Heim-WM riesig. Dass in der historischen Frankfurter Festhalle über die Tage verteilt weit mehr als 20.000 Fans vor Ort waren und unter der 40 Metern hohen Glaskuppe für ohrenbetäubenden Lärm sorgten, ließ auch die Olympiasiegerin nicht kalt.
Beim Auftakt in den Mehrkampf am Freitag wirkte sie angespannt, patzte mit dem Reifen. Es war kein guter Start, die Enttäuschung war ihr anzumerken. Doch Varfolomeev wäre nicht die Ausnahmeathletin, die sie ist, wenn sie nicht im Wettkampf den berühmten Schalter umlegen könnte.
In der Folge blieb sie makellos, zeigte drei Tageshöchstwertungen und gewann doch noch Gold im Mehrkampf.
Bei den Einzelgerätefinals am Sonntag war die Leichtigkeit der 19-Jährigen zurück. Varfolomeev gewann Bronze mit dem Reifen und Gold mit dem Ball sowie mit dem Band. Es waren die WM-Titel Nummer 13 und 14.
"Heute war ich viel entspannter. Ich war ruhig, ich wusste dass es klappen wird. Ich hatte ein gutes Gefühl auf die Fläche zu kommen und mit so einer Begeisterung im Publikum, mit so einer wunderschönen Halle, hat es einfach so viel Spaß gemacht."
Das Deutsche Team: Verletzungssorgen trüben Mannschaftsergebnis
Die vier Medaillen von Varfolomeev waren bei dieser Heim-WM aber die einzigen für Deutschland. In der Teamwertung verpasste das Quintett mit Alisa Datsenko, Helena Ripken und Anna-Maria Shatokhin (alle TSV Schmiden) sowie Anja Kosan und Alina Ott das Podest nur hauchdünn, war noch am nächsten an einer Medaille dran.
In den vergangenen Jahren war hinter Varfolomeev Verlass auf Anastasia Simakova (ebenfalls TSV Schmiden). Bei der WM 2025 gewann die 21-Jährige Bronze mit dem Reifen, schaffte es in Frankfurt aber nicht ins Finale. Bei den deutschen Meisterschaften Ende Juli in Hannover machte Simakova ihren ersten Wettkampf nach längerer verletzungs- und krankheitsbedingter Pause. Dass sie bei der WM überhaupt am Start war, ist schon positiv zu sehen.
Für Lada Pusch (TSV Schmiden), die deutsche Meisterin mit den Keulen, kam diese Heim-WM wohl noch etwas zu früh. Die 18-jährige Schülerin verpasste das Mehrkampffinale, sammelte aber wichtige Erfahrungen auf der ganz großen Bühne. Margarita Kolosov, die Olympiavierte im Mehrkampf, fehlte aufgrund eines Bänderrisses am Sprunggelenk und wurde schmerzlich vermisst.