Die Adler Mannheim haben die Hauptrunde in der Deutschen Eishockeyliga mit einem 4:2-Sieg abgeschlossen: Im baden-württembergischen Duell gegen die Schwenninger Wild Wings zeigten sich die Mannheimer effizienter vor dem Tor. Die Wild Wings müssen sich nun - anders als die Adler - ihr Playoff-Ticket in den Pre-Playoffs verdienen.
Wild Wings geraten früh in Rückstand
In ihrem letzten Heimspiel der Hauptrunde hatten die Wild Wings am Freitag die Iserlohn Roosters mit 3:2 geschlagen und damit den sechsten Sieg aus den letzten acht Partien eingefahren. Dementsprechend wollten die von Steve Walker gecoachten Schwennninger auch im abschließenden Hauptrundenspiel bei den Adlern punkten, um sich den Heimvorteil für die Pre-Playoffs zu sichern.
Doch die Wild Wings erwischten keinen guten Start: Gut drei Minuten waren in der ausverkauften Arena in Mannheim erst gespielt, da geriet Schwenningen bereits in Rückstand. Mannheims Marc Michaelis setzte sich im Umschaltspiel an der Bande gegen Dominik Bittner durch und bediente den freistehenden Alexander Ehl, der die Scheibe links oben im Tor versenkte (4.)
Schwenningen offensiv zu selten gefährlich
Wie Schwenningen auf den frühen Rückschlag reagierte? Erst einmal gar nicht, denn Mannheim blieb am Drücker und verpasste knapp das 2:0 (5.). Die Wild Wings konnten die Mannheimer Defensive zunächst nicht in Bedrängnis bringen. Erst in der 9. Minute wurden die Gäste erstmals gefährlich, doch Linksschütze Philip Feist scheiterte freistehend vor Mannheims Keeper Maximilian Franzreb, der den Winkel geschickt verkürzte.
Im Gegenzug vergab Ehl die Möglichkeit zum 2:0. Ein Chancenfestival bekamen die Zuschauer im ersten Drittel allerdings nicht wirklich zu sehen. Vor allem die Gäste aus Schwenningen taten sich schwer, in aussichtsreiche Abschlussituationen zu kommen, und so blieb es bei der knappen Führung für die Adler.
Mannheimer Blitzstart auch im zweiten Drittel
Das zweite Drittel begann wie das erste - mit einem Tor für die Gastgeber, nur noch schneller als im ersten Durchgang: gerade einmal 25 Sekunden waren gespielt, als Yannick Proske einen starken Rückhandpass aufnahm, freistehend die Nerven behielt und Christopher Gibson im Tor der Wild Wings keine Chance ließ - 2:0 für die Adler (21.).
Schwenningen drängte in der Folge auf den Anschlusstreffer und kam zu seiner bis dahin besten Gelegenheit - doch in einem unübersichtlichen Durcheinander vor dem Mannheimer Tor fand die Scheibe ihren Weg nicht über die Linie (24.). Es blieb ein Baden-Württembegr-Derby, in dem Schwenningen keinesfalls deutlich unterlegen war. Allein: Es fehlte an der Effizienz im letzten Drittel.
Adler nutzen Powerplay zum 3:0
Fünf Minuten vor dem Drittelende unterlief den Schwenningern ein folgenschwerer Wechselfehler, Gästespieler Hakon Hänelt kassierte eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe - und Mannheim bekam das Powerplay. Einen ersten Adler-Abschluss konnte Gibson zwar noch abwehren, doch kurz darauf war es passiert: Das Team von Cheftrainer Dallas Eakins spielte seine Überzahl geduldig aus und legte sich die Wild Wings zurecht. Anthony Greco bewies Übersicht und fand Matthias Plachta, der den Puck annahm und aus spitzem Winkel zum 3:0 unters Tordach feuerte (36.). Allerdings sah Gibson im Gäste-Kasten in dieser Aktion nicht gut aus.
Schwenningen ließ sich zwar nicht hängen und reagierte mit einem Pfostenkracher, doch die Gäste blieben glücklos im eigenen Abschluss. Das Schussverhältnis nach dem zweiten Drittel (23:12 zugunsten der Adler) war ein Beleg dafür, dass die komfortable Führung der Hausherren verdient war.
Wild Wings betreiben Ergebniskosmetik - und sind in den Pre-Playoffs gefordert
Im letzten Drittel schraubte Maximilan Heim das Ergebnis für die Adler in die Höhe und stellte auf 4:0 (48.). Doch die Wild Wings bewiesen Moral und schafften es in der Schlussphase auch noch auf die Anzeigetafel: Topscorer Alexander Karachun traf binnen zwei Minuten (52., 54.) doppelt. Doch das Aufbäumen der Gäste kam zu spät.
Mannheim brachte das 4:2 über die Zeit und beendet die Hauptrunde damit hinter den Kölner Haien auf Platz Zwei. Die Wild Wings schließen die Saison als Neunter ab und müssen sich - anders als die Adler - ihr Playoff-Ticket erst noch verdienen: In den Pre-Playoffs ist das Steve-Walker-Team schon Mitte der kommenden Woche gegen die Grizzlys Wolfsburg gefordert.
Pikant: In der Abschlusstabelle zogen die Wolfsburger durch ihren Over-Time-Sieg gegen Augsburg noch an den Wild Wings vorbei und rutschten auf Platz Acht. Dadurch haben die Grizzlys nun in der Best-of-Three-Serie gegen Schwenningen das Heimrecht in der ersten und (möglichen) dritten Partie.