Tennis | WTA-Turnier

Jetzt Wimbledon-Geheimfavoritin? Tatjana Maria und ihr "besonderes Gespür für Gras"

Nach ihrem Überraschungs-Sieg beim WTA-Turnier in London geht Tatjana Maria mit großer Überzeugung in die weitere Rasensaison mit dem Höhepunkt Wimbledon.

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"Das gibt mir viel Selbstvertrauen, denn wenn man eine solche Trophäe gewinnt, kann sie einem niemand mehr wegnehmen", sagte die bald 38 Jahre alte Mutter und ergänzte strahlend: "Ich habe hier mehr als nur eine Top-20-Spielerin geschlagen. Das macht mich stolz."

Tatjana Maria "vertraut ihrem Spiel"

Sie hoffe, betonte Maria, "dass ich so weiterspielen kann. Ich vertraue meinem Spiel." Zum Grand-Slam-Höhepunkt in Wimbledon (ab 30. Juni) fährt sie nach dem 6:3, 6:4 im Finale gegen Amanda Anisimova jedenfalls als Geheimfavoritin. 2022 hatte die aus Bad Saulgau stammende Maria an der Church Road bereits das Halbfinale erreicht. Wenige Kilometer entfernt, im Queen's Club, stellte sie nun wieder ihr "besonderes Gespür für Gras'" unter Beweis.

"Queen of Queens"

Und sie feierte ihren Triumph gebührend: Unmittelbar nach dem verwandelten Matchball rannte Maria zu ihrem Ehemann und ihren Töchtern. "Wir halten immer zusammen. Ich liebe euch. Ich kann es nicht abwarten, mit euch zu feiern", sagte die Deutsche und gab sich selbst den Titel "Queen of Queens". 

Bad Saulgau

Tennis | WTA-Turnier London Sensation in London: Tatjana Maria feiert größten Erfolg ihrer Karriere

Tatjana Maria hat beim Rasenturnier in London für eine Riesen-Überraschung gesorgt und mit 37 Jahren erstmals ein 500er-Turnier auf der WTA-Tour gewonnen.

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Für Maria, die sich in London durch die Qualifikation kämpfen musste, war es der vierte Titel, zuvor hatte sie 2018 das Rasenturnier von Mallorca sowie 2022 und 2023 auf Sand in Bogota/Kolumbien gewonnen. Durch den Erfolg klettert Maria in der Weltrangliste auf Platz 43, nicht weit entfernt von ihrer bisherigen Bestmarke (42).

Mit unkonventionellem Slice Topspielerinnen entnervt

Mit ihrem unkonventionell geschlagenen Slice - auf der Vorhand- und Rückhandseite - hatte Maria, die mit ihrem Mann und den beiden Töchtern in Florida lebt, vor Anisimova bereits etliche Topspielerinnen entnervt: Im Turnierverlauf schlug sie die früheren Grand-Slam-Finalistinnen Leylah Fernandez (Kanada) und Karolina Muchova (Tschechien) sowie die Grand-Slam-Siegerinnen Jelena Rybakina (Kasachstan) und Madison Keys (USA).

Für Maria könnte der Titel von London die Trendwende in einer bislang verkorksten Saison einleiten. Vor dem Rasenevent in der britischen Hauptstadt steckte die Tennis-Mama in einem Formtief und hatte seit April kein Spiel mehr gewonnen. Nun muss man sie für Wimbledon auf dem Zettel haben.

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Redakteur/in
Johann Schicklinski

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