Volleyball | VfB Friedrichshafen

Häfler erzwingen Spiel drei - Emotionaler Böhme-Abschied nach Halbfinal-Krimi

Der VfB Friedrichshafen hat mit einem 3:2-Sieg im zweiten Spiel der Halbfinal-Serie gegen Berlin ein Entscheidungsspiel erzwungen. Am Ende gab es große Emotionen.

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Von Autor/in Pirmin Styrnol

Mit glitzernden Augen und einem stillen Lächeln ging Marcus Böhme noch einmal auf die Ehrenrunde. Die vollbesetzte Halle in Friedrichshafen spendete dem 40-Jährigen stehenden Applaus, aus den Lautsprechern erklang Frank Sinatras "My Way". Nach einem echten Halbfinal-Krimi im zweiten Spiel der "Best-of-Three"-Serie gegen die Berlin Recycling Volleys verabschiedete sich der VfB Friedrichshafen von seinem MIttelblocker. Nach 21-Profijahren beendet Marcus Böhme seine Karriere zum Saisonende. Neun Jahre lang war der 2,12 Meter große Volleyballer insgesamt für den VfB Friedrichshafen aktiv gewesen.

Im Jahr 2009 war Böhme von Berlin nach Friedrichshafen gewechselt. Drei Jahre später folgte der Schritt ins Ausland, wo er in Italien, Polen, der Türkei, Griechenland und Russland spielte. 2020 kehrte Marcus Böhme nach Friedrichshafen zurück. "Es ist folgerichtig, dass ich hier meine Karriere beende", so Böhme, der als Nationalspieler 2014 WM-Bronze und 2017 EM-Silber mit dem DVV-Team gewinnen konnte.

VfB Friedrichshafen siegt in Krimi gegen Berlin Recycling Volleys

Einen Sieg zum Abschluss seiner großen Karriere wollten die Berlin Recycling Volleys dem 40-Jährigen am Samstagabend eigentlich aber trotzdem nicht gönnen - ging es doch um den Einzug ins Finale. Die im "Best-of-Three"-Modus bereits mit 0:1 im Rückstand liegenden Friedrichshafener brauchten unbedingt einen Sieg im Heimspiel um die Serie noch offen zu halten, ein Sieg für Berlin wäre bereits die Entscheidung. Schon im ersten Satz machten die Berliner klar, dass sie ihr Matchpoint-Spiel um den Finaleinzug nicht aus der Hand geben wollten. Mit 25:16 holten sich die Berliner den ersten Durchgang souverän.

Friedrichshafen kam aber zurück, gewann den zweiten Satz mit 25:22 und blieb auch im dritten Satz lange dran, doch gegen Mitte des Durchgangs gelang es den Berlinern, sich immer stärker abzusetzen. Letztlich ging Satz drei mit 25:21 wieder an Berlin. Im vierten Satz dann das umgekehrte Bild. Plötzlich war Friedrichshafen wieder das bessere Team, zog gegen Ende des Satzes davon und schaffte den Satzausgleich. Es ging in den entscheidenden Fünften.

Böhme nochmal MVP zum Abschied

Dieser wurde zum Krimi - mit dem besseren Ausgang für Friedrichshafen. Mit 15:12 gewannen die Häfler den entscheidenden fünften Satz und damit die Partie. Und eine Kirsche gab es noch obendrauf: Die obligatorische MVP-Auszeichnung zum Spieler des Spiels ging an - natürlich - Marcus Böhme, der sein Karriereende nun um mindestens ein weiteres Spiel verschieben muss. Seinen offiziellen Abschied vor heimischer Kulisse genoss der 40-Jährige aber offensichtlich dennoch. "Mich erfüllt das alles mit sehr viel Stolz. Danke!", erklärte er unter dem Applaus der Zuschauer am Hallenmikrofon. Mit Frank Sinatras "My Way" und vielen leuchtenden Handylichtern bedankten sich die Fans ihrerseits.

In einer Woche dürfen die Friedrichshafener also noch einmal ran – dann geht es im dritten Spiel der "Best-of-Three"-Serie in Berlin um den Einzug ins Finale (26. April, 17 Uhr).

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Autor/in
Pirmin Styrnol