Musikerstimmen

Mahler 2: Der Erlösung zum Greifen nah

Instrumentale Symphonik und gesungenes Wort: Diese Verbindung wagte Mahler bei seiner zweiten Sinfonie – einem Werk über Tod, Auferstehung und Erlösung. Musiker von SWR Symphonieorchester und SWR Vokalensemble sprechen über ihre Beziehung zu Gustav Mahlers Zweiten.

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Programm oder nicht Programm?

Fast sieben Jahre lang schrieb Mahler an seiner zweiten Sinfonie und knüpfte damit direkt an die erste an. Er nannte den Kopfsatz "Totenfeier" und trug hier laut eigener Aussage den Helden seiner ersten Sinfonie zu Grabe. Dabei hatte Mahler eigentlich ein sehr zwiespältiges Verhältnis zu Programmen, die einem musikalischen Werk mitgegeben werden. Einerseits lehnte er sie heftig ab, fand sie platt, unbefriedigend und unfruchtbar, frei nach dem Motto: "Pereat den Programmen – fort mit den Programmen". Andererseits schrieb er seiner Musik immer wieder Programme zu, wobei für ihn "ein Rest Mysterium immer bleibt, selbst für den Schöpfer!".

Worte der Erlösung

Mahler empfand nicht nur wegen der langen Entstehungszeit seiner zweiten Sinfonie Erlösung, als er sie vollendete. Durch die Einbindung des gesungenen Wortes in seiner zweiten Sinfonie schien es, als könne er sich endlich in vollem Maße darüber ausdrücken. "Das war das Ei des Kolumbus, daß ich in meiner Zweiten Symphonie mit dem Wort und der menschlichen Stimme einsetzte, wo ich es, um mich verständlich zu machen, brauchte. Schade, daß mir das in der Ersten noch gefehlt hat."