15., 16. und 18. Januar 2026

François-Xavier Roth und Emmanuel Pahud

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INHALT

Konzerttermine
Programm
Kurzinfos zum Konzert
Werkeinführungstext
Künstlerbiografien
Besetzung MDR-Rundfunkchor
Orchesterbesetzung
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KONZERTTERMINE

Do 15. Januar 2026, 20 Uhr
Fr 16. Januar 2026, 20 Uhr

Stuttgart, Liederhalle
So 18. Januar 2026, 19 Uhr
Freiburg, Konzerthaus

Kostenlose Einführungen jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn

PROGRAMM

Claude Debussy
(1862 – 1918)
"Prélude à l‘après-midi d‘un faune"
ca. 10‘

Philippe Manoury
(*1952)
"Saccades" für Flöte und Orchester
ca. 25‘

Pause

Maurice Ravel
(1875 – 1937)
"Daphnis et Chloé", Ballett in drei Teilen
Teil I: Introduction et danse religieuse – Danse générale – Danse grotesque de Dorcon – Danse légère et gracieuse de Daphnis – Danse de Lyceion – Danse lente et mystérieuse des Nymphes
Teil II: Introduction – Danse guerrière – Danse suppliante de Chloé
Teil III: Lever du jour – Pantomime (Les amours de Pan et Syrinx) – Danse générale (Bacchanale)
ca. 52‘

Mitwirkende
Emmanuel Pahud, Flöte
MDR-Rundfunkchor
(Katharina Morin, Einstudierung)
SWR Symphonieorchester
François-Xavier Roth, Dirigent

Live-Videostream · Freitag, 16. Januar 2026 ab 20.03 Uhr auf SWR.de/so
Radiosendung · Freitag, 16. Januar 2026 ab 20.03 Uhr auf SWR Kultur
Konzerteinführungen · Rafael Rennicke

KURZINFOS ZUM KONZERT

WERKEINFÜHRUNGSTEXT

Claude Debussy
"Prélude à l’après-midi d’un faune"

"Kleines Bild" – "Idyll" (Eidilion), so hießen in der griechischen Antike jene kunstvollen Geschichten, die in ländlicher Ursprünglichkeit, in einem fernen Arkadien spielten. Eine ganze Literaturgattung, die Bukolik, entstand im zweiten Jahrhundert vor der Zeitenwende ausgehend von den Gedichten des Theokrit. Sie erzählten in Wechselgesängen der Hirten etwa von mythologischen Begebenheiten, von Sehnsucht, Liebe und Eifersucht. Eine dieser Fabeln, die erzählt werden mochte, ist die von Pan und Syrinx, die als genuin musikalische Verwandlungsgeschichte von einem Urmythos der Musik handelt: Die schöne Nymphe Syrinx verwandelt sich auf der Flucht vor dem Gott in Schilfrohr. Pan schneidet es in verschieden lange Teile und bindet es zur Flöte. Die Panflöte, Syrinx genannt, die ihn fortan symbolisiert, kann auf zauberische Weise glissandierende Klänge erzeugen.

Claude Debussy, 1904
Claude Debussy, 1904 akg images

"Ein anderes Geheimnis Debussys: die Modernität – in dem Sinn, den Baudelaire diesem Wort gab. Vielleicht findet man dieses Kriterium kaum der Rede wert? 'Mit der Modernität verhält es sich wie mit der Frucht und dem Messer, das sie zerschneidet: Beide gehören eng zusammen, und doch lässt sich nicht wieder aneinanderfügen, was einmal getrennt wurde.' Soviel steht fest: Nach der Flöte des Fauns oder dem Englischhorn der "Nuages" atmet die Musik anders (…) 'Die Modernität ist das Vergängliche, das Flüchtige, das Ungewisse, die eine Hälfte der Kunst, deren andere Hälfte das Ewige und Unwandelbare ist.' Sie bleibt bei Debussy in engem Zusammenhang mit der Form seiner Musik, einer Form, die er mit dem Augenblick verband." Pierre Boulez

Debussys epochemachendes Orchesterwerk "Prélude à l’après-midi d’un faune" hat schon bei der Uraufführung am 22. Dezember 1894 unter Gustave Doret fasziniert: Das Stimmungsgemälde illustriert Stéphane Mallarmés gleichnamiges Gedicht, welches wiederum selbst nur Impression ist: Ein Faun ergeht sich im wollüstigen Nickerchen in Erinnerungen an die Nymphen. Debussys knappe Tondichtung fand den Beifall des Dichters Stéphane Mallarmé: "Ihre Illustrierung des Après-midi d'un Faune bildet keine Dissonanz zu meinem Text, sie übertrifft ihn wahrlich eher an Sehnsucht, und an Licht, mit ihrer Feinheit, ihrer Schwermut, ihrem Reichtum ..."

Die Komposition schaffte eine "geheimnisvolles, rätselhaftes Universum, das sich aus sich selbst erzeugt und wieder zerstört", beschrieb Debussys Biograph, der Komponist Jean Barraqué – und sie leitete einen unumkehrbaren Umbruch in der Geschichte der Orchestermusik ein. Das viertaktige, schwebend unregelmäßige Flötensolo am Beginn führt in einen Prozess der fortwährenden Transformation seiner Bestandteile, der chromatisch gleitenden Figur, einem prägnanten Sprung zum Tritonus, dem diatonischen Abschluss der Phrase, die auch die ganze Großform bestimmen. Im verschleierten Klangbild dominieren weiche Farben der Holzbläser. Die Harfe ist im "Prélude" ein wesentliches Element des Klanggefüges, der Orchestersatz ist ohne ihr rauschendes Klangbild als Pendant zu dem glissandierenden Hauptthema der Soloflöte kaum denkbar.

"Erst als ich zum ersten Mal 'L’après-midi d’un faune' gehört hatte, wusste ich, was Musik ist." Maurice Ravel

Philippe Manoury
"Saccades" für Flöte und Orchester

Der 1952 geborene Philippe Manoury gilt als einer der wichtigsten französischen Komponisten und als Forscher und Wegbereiter auf dem Gebiet der Musik mit Live-Elektronik. Große Orchester- und Bühnenwerke, zuletzt das in Köln uraufgeführte multimediale Musiktheater "Die letzten Tage der Menschheit", prägen seinen Werkkatalog sowie der forschende Umgang mit Raum- und Klangkonzepten, die auch für das klassische Orchester höchst spannende Ergebnisse hervorgebracht haben. Seine für den Flötisten Emmanuel Pahud komponierten "Saccades" für Flöte und Orchester in fünf Teilen, 2018 in Köln vom Gürzenich Orchester unter François-Xavier Roth uraufgeführt,  stellt die Auseinandersetzungen zwischen Soloinstrument und Tutti unter den Titel "Rückungen" oder "ruckartige Verschiebungen", was einiges über den Werkcharakter aussagt: Hier sind nicht nur sanft fließende Verläufe zu erwarten, die Flöte bedient sich beim gesamten virtuosen Repertoire bis zum kraftvoll durchdringenden und perkussiven Klangvokabular des Instruments.

Philippe Manoury
Philippe Manoury Tomoko Hidaki

Eine Anleihe bei Ravels Ballettmusik "Daphnis et Chloë" verklammert das Programm: Eine kleine melodische Floskel ist eine von vielen Bausteinen, die im ersten Teil entwickelt werden. Die Soloflöte steht im Vordergrund, sie beginnt solistisch, Orchesterstimmen treten hinzu, sie schaffen eine schimmernde Aura zu intensivierenden virtuosen Solofiguren, einem melodischen Baukasten, der transformiert, neu beleuchtet und entwickelt. Immer wieder wird der Fluss durchbrochen, das Geschehen in neu auftretendes Vokabular versetzt. Dieser erste Teil mündet in eine Solokadenz. Spielte das Orchester bisher eine untergeordnete Rolle, folgt nun eine vehemente Eruption des Orchesters.

Das musikalische Verfahren, aus dem Manoury die Form generiert, nennt er "Grammaires musicales génératives" (Generative musikalische Grammatiken). "Das Verfahren", so der Komponist, "besteht darin, mit bestimmten Klangeinheiten – das kann ein Motiv sein, eine Figur, aber auch ein einfaches Klangbild oder eine besondere Situation, etwa ein Solist gegenüber einer Gruppe – Phrasen zu konstruieren, die in einer präzisen Anordnung aneinandergefügt sind." Aus musikalischen "Momenten" wird eine komplexe "Grammatik" erbaut, die sich auch auf Klangbeziehungen oder räumliche Aspekte beziehen kann. "Wenn ich dies so schreibe, beziehe ich mich dabei ausdrücklich auf die von Stockhausen so geschätzte Moment-Form, der ich nicht peinlich genau folge, von der ich aber einige Reminiszenzen übernehme."

Mit dem Wiedereinsetzen der Flöte beginnt ein Prozess des Ineinandergreifens, das Gegeneinander von Solo und Tutti wird abgelöst durch eine Annäherung, bis "alle immer miteinander spielen" in einer Art übergreifendem Tutti mit quasi chorischen Momenten. Ein schneller vierter Teil wendet dies in scherzose, turbulente Sphären, die sich im fünften Teil mit Reminiszenzen an den ersten wieder auflösen und in einen suchenden, quasi improvisierenden Gestus der nun wieder vereinzelten Solo-Stimme führen. Hier singt ein Einzelner, alleine. Dieser innehaltende Gestus findet sich in der gesamten Komposition immer wieder mit Halte-Takte, die "non mésuré" bezeichnet sind.

Maurice Ravel
"Daphnis et Chloé", Ballett in drei Teilen

Dort das kleine Idyll, hier das große, überbordende Gemälde: Mit "Daphnis et Chloé" schuf Maurice Ravel von 1909 bis 1913 seine umfangreichste und größtbesetzte Partitur für Orchester überhaupt, in der ein textlos in Vokalisen geführter Chor mitwirkt. "Meine Absicht war, ein großes musikalisches Freskogemälde zu komponieren, weniger auf Archaik bedacht als auf Treue zu dem Griechenland meiner Träume, das sich gern verwandt fühlt zu einem Griechenland, wie es die französischen Künstler am zu Ende des 18. Jahrhunderts sich vorgestellt und geschildert haben." Nichts weniger als ein neuartiger Orchesterklang schwebte ihm für seine Symphonie choréographique vor, der über alles bisher Dagewesene hinausreichte, eine Farbendramaturgie, die den idealischen Ort des Geschehens heraufbeschwört.

Maurice Ravel
Maurice Ravel akg images

Die Ballettmusik "Daphnis et Chloé" beauftragte Sergej Diaghilew 1909 für seine "Ballets russes" bei Ravel und schlug als Sujet den Roman des spätantiken Dichters Longos vor. Die Handlung schildert "ein bukolisches Hellas, in dessen Frieden Piraten einbrechen. Sie rauben die Mädchen, die im Heiligtum des Pan Schutz suchen, darunter Chloé, die Geliebte des Daphnis. Bei der Freudenfeier der Frevler, wenn Chloé für den Räuberhauptmann Byraxis tanzt, schickt der Gott Pan Erdflammen, Satyrn und Fabelwesen in die Felsenbucht mit dem Versteck der Piraten. Diese fliehen und lassen Chloé zurück, die zu dem Geliebten heimkehrt." (H.H. Stuckenschmidt). Das Szenario entwarf der Choreograph Michail Fokine. Er konzentrierte die verästelte Romanhandlung auf prägnante, szenisch wirksame Momente, die vor allem die Errettung Chloés durch Pan in den Vordergrund rückte. In drei Tableaus rahmen zwei, in einem "Heiligen Wald" situierte bukolische Spielorte die dramatische Szenerie im Piratenlager des mittleren Tableaus ein. Im dritten Teil wird der Mythos von Pan und Syrinx (mit Soloflöte!) erzählt.

Ravel erarbeitete das Konzept für sein einstündiges Ballett anhand einer kürzeren Klavierfassung, die bereits vorab 1910 gedruckt wurde und in der wesentliche musikalische Elemente noch nicht enthalten waren. So etwa der Fünfvierteltakt des abschließenden Danse générale, der für die Tänzer schwierig zu realisieren war, oder die metrische Ambivalenz und Länge des Finales. 1911 veröffentlichte er einen Teil der Komposition als Suite, die am 2. April 1911 in den Concerts colonne uraufgeführt wurde. Die szenische Uraufführung der gesamten Ballettfassung am 8. Juni 1912 im Théâtre du Châtelet unter der Leitung von Pierre Monteux stand im Schatten von Vaclav Nijinskys erotisch aufgeladener Interpretation des "Prélude à l’après-midi d’un faune", die heftige Ablehnung bei Presse und Publikum erntete und womöglich von Ravels Uraufführung ablenkte. Im folgenden Jahr 1913 ließ Ravel daraufhin eine weitere Suite als Konzertfassung uraufführen, die "Fragments symphoniques - 2e Série", die endlich der Musik zum Durchbruch verhalf. Sie enthielt das 3. Tableau mit dem üppig suggestiven "Lever du jour", der Pantomime, dem Danse générale und dem abschließenden, höchst wirkungsvollen Bacchanale.

Der neuartige Orchesterklang, den Ravel hier schuf, entsteht in der Auffächerung der Klangspektren, etwa in den vielfach geteilten, solistisch geführten Holzbläsern, um eine üppige, übergangslos ineinandergreifende Farbpalette bei schärfster Konturierung der einzelnen Klangcharaktere zu erhalten. Vielfach bewundert war die Leuchtkraft der Orchesterfarben – bisher nicht gehört und laut Strawinsky "eines der schönsten Produkte der gesamten französischen Musik."

Marie Luise Maintz • ist Musikwissenschaftlerin und Dramaturgin. Sie studierte und promovierte in Bonn. Als Opern- und Konzertdramaturgin war sie an der Staatsoper Stuttgart, der Alten Oper Frankfurt, am Staatstheater Darmstadt, an der Oper Bonn sowie am Theater Aachen tätig. Bei den Bayreuther Festspielen konzipierte und kuratierte sie von 2017 bis 2023 das Rahmenprogramm "Diskurs Bayreuth", das Uraufführungen, Konzertveranstaltungen, Symposien und digitale Formate umfasste. Seit 2007 ist sie beim Bärenreiter-Verlag in Kassel tätig, wo sie zunächst als Projektleiterin für Zeitgenössische Musik und Dramaturgie verantwortlich war und seit 2023 bei der Alkor-Edition/Bärenreiter als Leiterin der Promotion Bühne und Orchester wirkt. Als Autorin und Referentin arbeitet sie für Rundfunkanstalten, Orchester, Festivals und Hochschulen.

KÜNSTLERBIOGRAFIEN

Emmanuel Pahud, Flöte

Der französisch-schweizerische Flötist Emmanuel Pahud begann mit sechs Jahren Musik zu studieren. Er schloss mit dem 1er Prix des Pariser Conservatoire ab und studierte weiter bei Aurèle Nicolet. Er gewann den ersten Preis bei den Wettbewerben in Duino, Kobe und Genf und übernahm mit 22 Jahren die Stelle des Ersten Solo-Flötisten bei den Berliner Philharmonikern unter Claudio Abbado, eine Position, die er nach wie vor innehat. Darüber hinaus verfolgt er eine internationale Karriere als Solist und Kammermusiker.

Emmanuel Pahud gibt weltweit Konzerte bei führenden Orchestern, Konzertserien und Festivals und hat als Solist mit Dirigenten wie Abbado, Antonini, Barenboim, Boulez, Fischer, Gergiev, Gardiner, Harding, Järvi, Maazel, Nezet-Séguin, Orozco-Estrada, Perlman, Pinnock, Rattle, Rostropovich und Zinman zusammengearbeitet.

Emmanuel Pahud
Emmanuel Pahud Josef Fischnaller

Als begeisterter Kammermusiker spielt er regelmäßig Rezitals mit Pianisten wie Éric Le Sage, Alessio Bax, Yefim Bronfman, Hélène Grimaud, Stephen Kovacevich und im Jazzbereich mit Jacky Terrasson. Im Jahr 1993 gründete er das Summer Music Festival in Salon de Provence gemeinsam mit Éric Le Sage und Paul Meyer, bis heute ein einzigartiges Kammermusikfestival. Er gestaltet Aufnahmen mit "Les Vents Français" in Zusammenarbeit mit Kollegen wie François Leleux, Paul Meyer, Gilbert Audin und Radovan Vlatkovic.

Besonders am Herzen liegt ihm die Erweiterung des Flötenrepertoires. Deshalb gibt er jedes Jahr neue Werke bei Komponisten wie Elliott Carter, Marc-André Dalbavie, Thierry Escaich, Toshio Hosokawa, Michaël Jarrell, Philippe Manoury, Matthias Pintscher, Christian Rivet, Eric Montalbetti, Luca Francesconi und Erkki-Sven Tüür in Auftrag.

Seit 1996 hat Emmanuel Pahud 40 Alben exklusiv für EMI / Warner Classics aufgenommen, die alle von der Kritik einhellig gelobt und mit Preisen bedacht wurden und einen der bedeutendsten Beiträge zur Flötenmusik darstellen.

Emmanuel Pahud ist Träger des Léonie-Sonning-Musikpreises 2024. Er wurde für seinen Beitrag zur Musik mit dem Chevalier dans l'Ordre des Arts et des Lettres geehrt und ist Honorary Member der Royal Academy of Music. Außerdem ist er Botschafter für Unicef.

MDR-Rundfunkchor

Wenn große Orchester im In- und Ausland ein Werk mit Chorbeteiligung planen, steht der MDR-Rundfunkchor auf der Wunschliste ganz oben. Der größte und traditionsreichste Chor des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gilt unter Experten als einer der besten. Seit Beginn der Saison 2025/26 ist Josep Vila i Casañas sein Chefdirigent.

Im Jahr 2024 feierte der MDR-Rundfunkchor sein 100-jähriges Bestehen. Weltweit gefragt, haben Dirigenten wie Herbert von Karajan, Kurt Masur, Claudio Abbado, Herbert Blomstedt, Sir Simon Rattle, Seiji Ozawa, Riccardo Muti, Daniel Barenboim oder Christian Thielemann dem Chor ihre Reverenz erwiesen. Regelmäßig sind die Sängerinnen und Sänger auch gemeinsam mit dem MDR-Sinfonieorchester zu erleben und widmen sich dem chorsinfonischen Repertoire. Weitere künstlerische Partner der Saison 2025/2026 sind u. a. das Mahler Chamber Orchestra unter Thomas Adès, das Gewandhausorchester unter Andris Nelsons und Alan Gilbert, das NDR Elbphilharmonie Orchester unter Manfred Honeck, das hr-Sinfonieorchester unter Alain Altinoglu sowie das SWR Symphonieorchester unter François-Xavier Roth. Über die Chorsinfonik hinaus beeindruckt das Ensemble auch mit viel beachteten A-cappella-Interpretationen.

MDR-Rundfunkchor
MDR-Rundfunkchor Tom Schulze

Weltliche und geistliche Musik, Ensemblegesang sowie Chorsinfonik gehören gleichermaßen zum Repertoire, das nahezu 1000 Jahre Musikgeschichte umspannt. Als Spezialensemble für zeitgenössische Musik haben sich die Sängerinnen und Sänger zudem durch zahlreiche Ur- und Erstaufführungen einen Namen gemacht. So erlebte im Januar 2024 James MacMillans großes Chorstück "Ordo virtutum" seine vielbeachtete Premiere in der Leipziger Peterskirche.

Seit Beginn der Spielzeit 2025/26 ist Josep Vila i Casañas Chefdirigent des MDR-Rundfunkchors. Zu seinen Vorgängern in dieser Position gehören Herbert Kegel, Gert Frischmuth und Howard Arman, der auch das überaus erfolgreiche Format der Nachtgesänge entwickelte, sowie Risto Joost und Philipp Ahmann.

Nahezu 250 Schallplatten und CDs – viele davon preisgekrönt – hat das Ensemble bisher aufgenommen. So erhielten die Sängerinnen und Sänger 2017 für die Einspielung von Max Regers Motetten op. 110 den International Classical Music Award und für die Aufnahme von Sergej Rachmaninows Vesper unter Leitung von Risto Joost im März 2018 den Diapason d’Or. 2021 erschien unter Leitung von Philipp Ahmann eine Aufnahme mit Motetten von Anton Bruckner und Michael Haydn, 2023 eine Auswahl von geistlichen Chorwerken von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Über die Europäische Rundfunkunion wie auch auf Tourneen und Gastspielen weltweit zu hören, ist der 2013 mit dem Europäischen Kulturpreis ausgezeichnete MDR-Rundfunkchor erfolgreich als musikalischer Botschafter Mitteldeutschlands präsent.

François-Xavier Roth, Dirigent

François-Xavier Roth ist ein musikalischer Visionär und ungemein vielseitiger Dirigent. So paradox es klingen mag: François-Xavier Roth hat sich auf das Universelle spezialisiert. Sein Repertoire reicht von frühem Barock über das sinfonische Kernrepertoire und Klassiker der Moderne bis hin zur Musik der Gegenwart. Seit September 2025 ist François-Xavier Roth Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des SWR Symphonieorchesters. In seiner Antrittssaison stellt er seine stilistische Vielseitigkeit mit der Aufführung von Werken von Jean-Féry Rebel, Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Richard Wagner, Anton Bruckner, Richard Strauss, Maurice Ravel, Claude Debussy, Luciano Berio, Helmut Lachenmann, Wolfgang Rihm und Philippe Manoury unter Beweis – im Sendegebiet des SWR wie auch bei nationalen und internationalen Gastkonzerten.

François-Xavier Roth dirigiert

Roth, 1971 in Paris geboren, absolvierte zunächst am Pariser Konservatorium eine Ausbildung als Flötist, bevor er ins Dirigierfach wechselte. Von 2011 bis 2016 war er Chefdirigent des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg und von 2015 bis 2024 Generalmusikdirektor der Stadt Köln und Gürzenich-Kapellmeister. Das von ihm gegründete Originalklangensemble Les Siècles hat Roth innerhalb kürzester Zeit zu internationalem Erfolg geführt. Je nach Werk, und oftmals während eines Konzerts, passen die Mitglieder von Les Siècles ihr Instrumentarium dem jeweiligen Repertoire an und lassen so Altbekanntes mit geschärften Farben in neuem Licht erscheinen. Roth ist seit 2017 Principal Guest Conductor des London Symphony. Darüber hinaus steht er als Gastdirigent seit vielen Jahren regelmäßig am Pult von internationalen Spitzenorchestern wie den Berliner und Münchner Philharmonikern, der Staatskapelle Berlin, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Concertgebouw Orkest Amsterdam sowie den Orchestern von San Francisco, Cleveland und Boston.

Ein besonderes Anliegen von François-Xavier Roth ist es, neue Publikumsschichten für klassische Musik zu begeistern und ambitionierte Laienmusiker:innen zu fördern. Roths Diskografie ist umfangreich und preisgekrönt. Sie umfasst u. a. sämtliche Tondichtungen von Richard Strauss, die Ballette von Igor Strawinsky, die Orchesterwerke von Ravel und Berlioz, sämtliche Sinfonien von Bruckner, Mahler und Schumann sowie Alben zum 100. Geburtstag Debussys. 2020 wurde Roth als bis dahin jüngster Dirigent mit dem Ehrenpreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. 2017 wurde er in Frankreich zum Ritter der Ehrenlegion ernannt.

SWR Symphonieorchester

Das SWR Symphonieorchester hat in der Liederhalle Stuttgart und im Konzerthaus Freiburg sein künstlerisches Zuhause. Im September 2016 aus der Zusammenführung des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR und des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg hervorgegangen, zählen Interpretationsansätze aus der historisch informierten Aufführungspraxis, das klassisch-romantische Kernrepertoire sowie Musik der Gegenwart gleichermaßen zu seinem künstlerischen Profil. Seit September 2025 ist François-Xavier Roth Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des SWR Symphonieorchesters. Er folgt damit auf Teodor Currentzis, der von 2018 bis 2024 an der Spitze des Orchesters stand.

Zu den jährlichen Fixpunkten im Konzertkalender des SWR Symphonieorchesters zählen die SWR eigenen Konzertreihen in Stuttgart, Freiburg und Mannheim sowie Auftritte bei den Donaueschinger Musiktagen und den Schwetzinger SWR Festspielen. Seit 2020 ist das SWR Symphonieorchester das Residenzorchester der Pfingstfestspiele im Festspielhaus Baden-Baden. Einladungen führen das Orchester regelmäßig zu den Salzburger Festspielen, in die Elbphilharmonie Hamburg, nach Berlin, Köln, Frankfurt, Dortmund, Essen, Wien, Edinburgh, London, Barcelona, Madrid und Warschau.

SWR Symphonieorchester unter der Leitung von François-Xavier Roth
SWR Symphonieorchester unter der Leitung von François-Xavier Roth wpsteinheisser

International gefragte Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Peter Eötvös, Christoph Eschenbach, Pablo Heras-Casado, Manfred Honeck, Jakub Hrůša, Eliahu Inbal, Ingo Metzmacher, Kent Nagano, Sir Roger Norrington, Jonathan Nott, Andrés Orozco-Estrada, Petr Popelka, Michael Sanderling und Giedrė Šlekytė haben mit dem SWR Symphonieorchester zusammengearbeitet. Unter den hochkarätigen Solisten finden sich Leif Ove Andsnes, Yulianna Avdeeva, Renaud Capuçon, Sol Gabetta, Martin Grubinger, Isabelle Faust, Vilde Frang, Hilary Hahn, Janine Jansen, Alexandre Kantorow, Sabine Meyer, Emmanuel Pahud, Fazil Say, Gil Shaham, Antoine Tamestit und Christian Tetzlaff. Seit September 2024 steht die Geigerin Patricia Kopatchinskaja dem SWR Symphonieorchester als Artistic Partner für zwei Spielzeiten zur Seite.

Mit seinem umfangreichen Musikvermittlungsangebot erreicht das Orchester jährlich etwa 15.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Sendegebiet des SWR. Zahlreiche Live-Übertragungen auf SWR Kultur und Konzertstreams auf SWR.de/so ermöglichen vielen Musikfreunden in der ganzen Welt, an den Konzerten des Symphonieorchesters teilzuhaben.

Seit 2024 ist das SWR Symphonieorchester offizieller Partner von „La Maestra“, dem international bedeutendsten Wettbewerb für Nachwuchsdirigentinnen.

BESETZUNG MDR-RUNDFUNKCHOR

ORCHESTERBESETZUNG

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Sonstige Informationen
Wir weisen freundlich darauf hin, dass unautorisierte Bild- und Tonaufnahmen jeglicher Art bei dieser Veranstaltung untersagt sind.

Impressum
Sabrina Haane, Gesamtleitung SWR Symphonieorchester
Séverine Peter, Künstlerische Planung (interimistisch)
Tabea Dupree, Redaktion SWR Kultur
Henrik Hoffmann, Redaktion Programmheft
Matthias Claudi, Leitung Kommunikation SWR Ensembles und Festivals
Sämtliche Texte sind Originalbeiträge für dieses Programmheft