26., 27. Februar und 1. März 2026

François-Xavier Roth

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INHALT

Konzerttermine
Programm
Kurzinfos zum Konzert
Werkeinführungstext
Künstlerbiografien
Orchesterbesetzung
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KONZERTTERMINE

Do 26. Februar 2026, 20 Uhr
Fr 27. Februar 2026, 20 Uhr

Stuttgart, Liederhalle
So 1. März 2026, 19 Uhr
Freiburg, Konzerthaus

Kostenlose Einführungen jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn

PROGRAMM

Wolfgang Rihm
(1952 – 2024)
"IN-SCHRIFT" für Orchester
ca. 20‘

Pause

Richard Wagner
(1813 – 1883)
Erster Aufzug aus der Oper "Die Walküre" (konzertant)
ca. 70‘

Mitwirkende
Johanni van Oostrum, Sopran (Sieglinde)
Maximilian Schmitt, Tenor (Siegmund)
Mika Kares, Bass (Hunding)
SWR Symphonieorchester
François-Xavier Roth, Dirigent

Live-Videostream · Freitag, 27. Februar 2026 ab 20.03 Uhr auf SWR.de/so
Radiosendung · Freitag, 27. Februar 2026 ab 20.03 Uhr auf SWR Kultur
Konzerteinführungen · Meinhard Saremba

KURZINFOS ZUM KONZERT

WERKEINFÜHRUNGSTEXT

Virtuelle Klangräume
Rihms Orchesterstück "IN-SCHRIFT"

Raumkompositionen, von den antiphonalen Gesängen des frühen Mittelalters bis zur Nachkriegsavantgarde und unmittelbaren Gegenwart, haben eine jahrhundertelange Tradition. Besonderer Schauplatz bei ihrer Entwicklung war die Kathedrale von San Marco in Venedig, an der sich unter Adrian Willaert, Andrea Gabrieli und dessen Neffen Giovanni die sogenannte "Mehrchörigkeit" entwickelte – eine Musizierpraxis, bei der man vier- und mehrstimmige Tonsätze auf zwei oder mehrere an verschiedenen Positionen des Raums aufgestellte Teil-Ensembles (sogenannte "Chöre") verteilte. Die besondere architektonische Anlage des gewaltigen Sakralbaus, dessen Grundriss die Form eines griechischen Kreuzes mit Schiffen von gleicher Länge hat, ermöglichte es, zwei Orgeln an gegenüberliegenden Emporen zu platzieren und die Musiker an räumlich getrennten Orten aufzustellen: Auf der linken Nordempore der Basilika befand sich die damalige Hauptorgel aus dem Jahr 1588. Auf der Empore gegenüber, der rechten Nordempore, stand eine weitere, kleinere Orgel. An dieser zweiten Orgel stellte sich der Chor auf, der vom "maestro di capella" geleitet wurde. Ein Wechselspiel zwischen dem Chor auf der rechten Seite und dem Orchester beziehungsweise der Hauptorgel auf der gegenüberliegenden Seite war problemlos möglich, weil der Chorleiter auch von der anderen Empore aus gut zu sehen war und seinerseits auch immer beide Ensembles im Blick hatte. Einfache zweichörige Motetten sind auf diese Weise ausgeführt worden. Bei drei- und mehrchörigen Werken konnte man die sogenannten "Katzenstege" nutzen, die nördlich der Zentralkuppel den Altarraum durchziehen und weiteren Musikern Platz boten.

Giovanni Gabrieli, langjähriger Organist an San Marco, sowie sein Nachfolger Claudio Monteverdi, schrieben zahlreiche mehrchörige Werke, die wohl nur im Umfeld der besonderen Akustik der Basilika entstehen konnten – Stücke, die die Musikgeschichte entscheidend beeinflusst haben. Denn bald galt das dialogische Prinzip nicht mehr nur ornamentaler Echowirkung oder Frage- und Antwortspielen im Sinne dramaturgischer Textausdeutung. Vielmehr führte die räumlich getrennte Aufstellung der Musiker zur Ausweitung kompositorisch relevanter Formprinzipien, etwa indem die einzelnen Klanggruppen farblich ausdifferenziert, das heißt hinsichtlich ihrer Instrumentation festgelegt wurden, was damals nicht üblich war. Zudem schlug sich der räumliche "Ausdruck" von Musik während der weiteren musikgeschichtlichen Entwicklung im konzertierenden Prinzip nieder, indem man im Concerto grosso die Doppelchörigkeit durch zwei unterschiedlich besetzte Ensembles gewissermaßen abstrahierte – eine wesentliche Anregung zur Formbildung in der Instrumentalmusik Europas.

Wolfgang Rihm
Wolfgang Rihm

Vor diesem musikhistorischen Hintergrund ist es sicher keine leichte Aufgabe, ein Werk für den Markus-Dom zu komponieren – eine Herausforderung, die Wolfgang Rihm mit seinem Orchesterstück „IN-SCHRIFT“ im Auftrag der Biennale di Venezia 1995 angenommen hat. Hierbei hatte er natürlich Gabrieli, Monteverdi und ihre Zeitgenossen im Blick. Kopieren wollte er sie allerdings nicht, weshalb er auf eine Verteilung unterschiedlicher Instrumentengruppen im Kirchenraum verzichtete. Stattdessen suchte Rihm (wie schon zahlreiche Komponisten vor und nach ihm) nach Möglichkeiten, mit rein musikalischen Mitteln virtuelle Klangräume zu erschaffen: "Alle Räumlichkeit", so der Komponist, "sollte in die Musik einbeschrieben sein. Den Nachhall versuchte ich durch eine konsistente Harmonik zu überlisten: die Stimmen bewegen sich meist in einem fest umrissenen Akkordrahmen, so dass auch schnelle Musik möglich wurde ohne Verwischung." Und weiter: "Die Grundidee ist lapidar: die einer INSCHRIFT. Dieses geschieht musikalisch IN SCHRIFT, die Klangzeichen wie Schriftzeichen; in den Klang eingeschriebene, spruchartige Linien."

Tatsächlich wird die Idee der Mehrchörigkeit in Rihms Orchesterstück aufgegriffen und auf die unterschiedlichen Instrumentengruppen des außerordentlich farben- und kontrastreichen Ensembles auf dem Podium projiziert. Auch die Orchesteraufstellung ist unkonventionell, da die tiefen Streicher – ausschließlich Violoncelli und Kontrabässe – hinter Holzbläsern und Harfe platziert sind. In ihrem Rücken wiederum befinden sich die chorisch agierenden Blechbläser sowie fünf Schlagzeuger – eine ungewöhnliche Besetzung, die Rihm treffend als "abgedunkelt" bezeichnet hat, wobei das Ganze innerhalb der abschattierten Grundstimmung "zur Schärfe" gelange. Der Verlauf des rund 20-minütigen Werks wird von charakteristischen Klanggesten geprägt, eingeleitet von einem Glockenschlag, dem das Pulsieren der Flöten auf einem Ton (fis) folgt, unter das sich die verhauchten, am Steg zu spielenden spröden Klänge der je sieben Violoncelli und Kontrabässe schieben. Tropfenartige Akzente der Holzbläser, die sich durch das gesamte Stück ziehen, werden später zu abfallenden Skalen erweitert. Die von Rihm erwähnten, in den Klang eingeschriebenen "spruchartigen Linien" treten schließlich in einer an einen gregorianischen Choral erinnernden Tonfolge der Blechbläser in den klanglichen Vordergrund. In modifizierter Weise wird dieser "Choral" mehrfach als instrumentaler Dialog wiederholt, was im Inneren der Komposition den Eindruck interner Gruppierungen und damit musikalischer Verräumlichung entstehen lässt. Der erste große Formteil endet etwa zur Mitte des Stücks mit einer Reminiszenz an den Anfang. Nachdem die akkordischen Bläserakzente wieder Oberhand gewonnen haben, folgt im perkussiven Spiel der Bongos eine dramatische Steigerung, bevor "der kleine Woodblock die eigentliche Inschrift hörbar meißelt" (Rihm). Was folgt ist eine stark verkürzte Reprise, bevor Harfenklänge das Stück überraschend beenden.

Drama im Drama
"Die Walküre", erster Aufzug

Mit seiner monumentalen Tetralogie "Der Ring des Nibelungen" schuf Richard Wagner eine gewaltige Sozialutopie samt Kapitalismuskritik, die der irische Dramatiker, Politiker, Satiriker, Musikkritiker und Pazifist George Bernard Shaw als einer der ersten entschlüsselt hat. Denn vor der Hintergrundfolie mythischer Sagen erzählt Wagner als Abbild der Industriegesellschaft seiner Zeit die Geschichte einer von der Politik heruntergewirtschafteten Welt, deren Macht auf der Vernichtung der Weltesche gründet – einer Ursünde, die für die ausbeuterische Zerstörung der Natur durch den Menschen steht. In der gewaltigen Parabel wird der Anarchismus allen Anfangs von einem durch Verträge geregelten, strategischen Handeln abgelöst, bei dem Göttervater Wotan mehrfach gegen die eigenen Regeln verstößt. Der "Vorabend" der Tetralogie, "Das Rheingold", führt in eine urtümliche Welt, die nur von Göttern und Elementarwesen bevölkert wird: In den Wellen tummeln sich die Rheintöchter, die das Gold – Symbol des "unproduktiven" Naturreichtums – auf dem Grund des Flusses bewachen. Gegenüber Zwerg Alberich plaudern sie dessen Geheimnis aus: "Der Welt Erbe gewänne zu eigen, wer aus dem Rheingold schüfe den Ring, der maßlose Macht ihm verlieh’". Doch nur wer der Liebe entsagt, kann ihn schmieden. Genau das tut Alberich. Er stiehlt den Schatz und wird im Tausch von Liebe gegen Macht zum Plutokraten. Göttervater Wotan wiederum wollte seinen Herrschaftsanspruch untermauern, weshalb er sich die Burg Walhall bauen ließ. Als Belohnung hat er den beiden Riesen Fasolt und Fafner Freia, die Göttin des Frühlings und der Liebe, versprochen – obwohl er genau weiß, dass er dieses Versprechen nicht wird halten können. Sein Versuch, beide abzuspeisen, schlägt fehl. In zerstörerischer Selbsttäuschung setzt er nun auf den rettenden Einfall von Loge, der tatsächlich eine "Lösung" hat: Wotan soll die Riesen mit dem gestohlenen Rheingold bezahlen: "Was ein Dieb stahl, das stiehlst Du dem Dieb: ward leichter ein Eigen erlangt?" Die Riesen sind mit dem Handel einverstanden. Man vertagt sich, doch als Fasolt und Fafner mit Freia als Pfand abgezogen sind, spüren die Götter die Folgen: Sie beginnen ohne die Jugend spendende Äpfel der Göttin rapide zu altern. Die Zeit drängt also, weshalb sich Wotan und Loge auf den Weg nach Nibelheim machen, wo sie Alberich überlisten und ihm Gold und Ring abjagen. Obwohl Alberich letzteren mit einem Fluch belegt ("Wer ihn besitzt, den sehre die Sorge, und wer ihn nicht hat, den nage der Neid! Jeder giere nach seinem Gut, doch keiner genieße mit Nutzen sein’"), will ihn Wotan behalten. Erst nach der düsteren Warnung Erdas, Mutter der Nornen, die den Schicksalsfaden spinnen, gibt er ihn zur Bezahlung Walhalls her. Fasolt wird als erstes Opfer von Alberichs Fluch von seinem Bruder erschlagen, der den Ring für sich will. Während die Götter in forcierter Fröhlichkeit nach Walhall ziehen, beklagen die Rheintöchter den Verlust des Goldes, mit dem Wotan seine Schulden bezahlt hat: "Falsch und feig ist, was dort oben sich freut!" Durch Unrecht ist kein Unrecht zu tilgen, weshalb Loge den Anfang vom Ende der Götterwelt prophezeit: "Ihrem Ende eilen sie zu".

Richard Wagner, 1871
Richard Wagner, 1871

Doch zunächst folgt der "erste Tag" bzw. zweite Abend der Tetralogie: "Die Walküre", deren rund einstündiger erster Aufzug ein in sich fast eigenständiges Drama bildet – inklusive Ehebruch und Inzest, was für Wagners damaliges Publikum eine echte Herausforderung war. Wotans Lavieren im Rheingold hatte fast zur Katastrophe geführt, weshalb er nun einen neuen Plan ausgeheckt hat (der allerdings auf ganzer Linie scheitern wird). Die fragwürdige Idee: Ein anderer soll für den Gott das vollbringen, was ihm selbst verboten ist. Mit einer Menschenfrau zeugte Wotan daher das Zwillingspaar Siegmund und Sieglinde, die "Wälsungen" ("Wal" bedeutet Kampf, Walküren sind die, die den Kampf "küren", also wählen). Während die Mutter stirbt und ihre Tochter entführt wird, wächst Siegmund in Anarchie als ruheloser Outlaw auf, der nicht einmal seinen Namen kennt. Der erste Aufzug der Walküre beginnt mit einem tobenden Gewittersturm: Wotan, in dem Wagner den Skeptizismus Schopenhauers auf die Theaterbühne brachte, schwebt über der Menschenwelt als finstere Wolke und lässt der Entladung seiner inneren Spannungen freien Lauf. Siegmund flieht vor dem Unwetter mit letzter Kraft in ein Haus, in dem er namenlos, waffenlos und verletzt auf Sieglinde trifft, die ihn versorgt. Ihr bald heimkehrender Ehemann Hunding erweist sich als sein Todfeind, doch das Gastrecht gewährt Siegmund Schutz bis zum nächsten Morgen. Der verletzte Held hofft auf Hilfe und erinnert sich an eine alte Prophezeiung: "Ein Schwert verhieß mir der Vater, ich fänd’ es in höchster Not".

Sieglinde gibt ihrem Mann einen Schlaftrunk und zeigt dem Gast das Schwert, das ein alter Wanderer (Wotan) an dem Tag, als sie unfreiwillig verheiratet wurde, in den Stamm einer Esche gestoßen hat. In beiden wächst das Gefühl, zueinander zu gehören und Sieglinde erkennt schließlich ihren Zwillingsbruder. Sie gibt ihm seinen Namen: Siegmund, der das Schwert ohne Mühe aus dem Stamm zieht. Jetzt erst offenbart sich ihm Sieglinde: Als Kinder wurden die Zwillinge voneinander getrennt, nun werden sie zum Liebespaar. Ihre Begegnung ist in einem großen dramatischen Bogen derart packend dargestellt, dass man fast vergessen könnte, was sich alles im Weltendrama vorher und nachher noch abspielt. Wie Wagner zu Beginn der "Walküre" mit instrumentalen Mitteln den Gewittersturm zeichnet, gehört zu den großen Naturschilderungen der Musik: die Welt in Aufruhr, das Wüten der Elemente als Vorbote fundamentaler Umwälzungen.

Neben den drei Gesangspartien bildet, wie überall im Ring, das Orchester eine eigene Stimme. Mit Hilfe der Leitmotive kommentiert es das Geschehen und verrät oft mehr, als die Figuren selbst wissen können, schlägt Brücken in Vergangenheit und Zukunft. Im Orchesterpart klingt auch der große Haken an Wotans Plan an. Das Problem ist nämlich, dass die Geschwister nicht aus eigenem Antrieb handeln. Der Göttervater lenkt Siegmund mittels Gewitter sowohl zu Sieglinde, als auch zum Schwert, das er dort vor langer Zeit platziert hat. Alles gehört zu seinem Weltenplan: "Nur Einer dürfte, was ich nicht darf". Ohne neues Unrecht zu begehen, kann Wotan die Konflikte nicht lösen, worin seine Tragik liegt. Und so wird sich die Prophezeiung, die Loge am Ende des Rheingold mokant äußerte ("Ihrem Ende eilen sie [die Götter] zu") auch erfüllen – nach Siegfried in der den Zyklus abschließenden "Götterdämmerung".

Harald Hodeige • studierte in Berlin Musikwissenschaft und deutsche Philologie. 2003 promovierte er mit der Arbeit "Komponierte Klangräume in den Sinfonien Gustav Mahlers" zum Dr. phil. Als Redakteur, Autor und Referent für Konzerteinführungen arbeitet er für Sinfonieorchester, Konzerthäuser, Musikfestivals und Rundfunkanstalten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er war viele Jahre Programmheftredakteur beim NDR. Seit 2009 ist er fester freier Mitarbeiter der Berliner Philharmonie gGmbH (Redaktion).

KÜNSTLERBIOGRAFIEN

Johanni van Oostrum, Sopran (Sieglinde)

Die südafrikanische Sopranistin Johanni van Oostrum besticht auf der Bühne durch ihre außergewöhnliche Ausdruckskraft und ist eine gefragte Interpretin wichtiger Partien ihres Fachs, besonders in den Opern von Richard Strauss, Richard Wagner und Leoš Janáček. Sie sang u. a. die Titelrolle in Antonín Dvořáks "Rusalka" an der Niederländischen Nationaloper in Amsterdam und als Eva in "Die Meistersinger von Nürnberg" beim Tokyo Spring Festival unter Marek Janowski. In der Spielzeit 2023/24 war sie außerdem als Chrysothemis in "Elektra" unter der Leitung von Kent Nagano in Hamburg und als Elsa in Kornél Mundruczós Neuproduktion von "Lohengrin" unter der Leitung von François-Xavier Roth an der Bayerischen Staatsoper zu erleben. Diese Rolle führte sie u. a. auch an das Bolschoi-Theater in Moskau, zum Tokyo Spring Festival 2022 und an das Hessische Staatstheater Wiesbaden. Außerdem wird sie sie erneut in München, an der Pariser Oper und an der Opéra national du Rhin in Straßburg singen. Darüber hinaus singt sie die Partie der Agathe in Webers "Der Freischütz" an der Semperoper Dresden, eine Rolle, in der sie zuvor am Barbican Centre in London, am BOZAR in Brüssel, in Aix-en-Provence, Luxemburg, im Theater an der Wien, bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen und am Théâtre des Champs-Élysées zu erleben war. Johanni van Oostrum ist als Senta in "Der fliegende Holländer" unter Nathalie Stutzmann in Turin zu erleben. Eine Rolle, in der sie auch in Bonn und Tampere brillierte. Im Sommer singt sie unter Petrenko Beethovens 9. in Valencia. Eine ihrer Paraderollen ist die Marschallin in Richard Strauss‘ "Der Rosenkavalier", die sie u. a. an der Wiener Staatsoper unter der Leitung von Philippe Jordan, an der Niederländischen Nationaloper unter der Leitung von Sir Simon Rattle, an der Königlichen Oper in Stockholm unter Alan Gilbert, am Bolschoi-Theater in Moskau, an der Komischen Oper Berlin, am Deutschen Nationaltheater Weimar und an der Estnischen Nationaloper gesungen hat.

Johanni van Oostrum
Johanni van Oostrum

Zu weiteren Höhepunkten ihrer Karriere zählen die Elisabeth in Wagners "Tannhäuser" an der Opéra de Lyon, die Titelrolle in Richard Strauss‘ "Salome" an der Oper Graz, die Leonore in Beethovens "Fidelio" unter der Leitung von Adam Fischer, ihr Rollendebüt als Jenůfa am Konzert Theater Bern und Marietta in Korngolds "Die Tote Stadt" an der Opéra de Limoges. Außerdem sang sie die Gräfin Almaviva in Mozarts "Le nozze di Figaro" an der Bayerischen Staatsoper in München, Grete in Schrekers "Der ferne Klang" an der Oper Graz, Ellen Orford in Brittens "Peter Grimes" am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden und die Titelrolle in Janáčeks "Katja Kabanova" beim Janáček-Festival in Brünn und am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden. Auf dem Konzertpodium singt sie Mahlers 8. Sinfonie sowohl mit dem Bayerischen Staatsorchester unter Kirill Petrenko als auch mit dem Orchestre de Paris unter Daniel Harding. Zuvor trat Johanni van Oostrum mit Jonas Kaufmann auf dessen Konzerttournee "Mein Wien" in Nürnberg, Hamburg und Düsseldorf auf. Bei zahlreichen Auftritten mit der Staatskapelle Weimar interpretierte sie unter der Leitung von Bertrand de Billy Beethovens 9. Sinfonie und Beethovens "Ah! Perfido", sowie Strauss‘ "Vier letzte Lieder" in Bayreuth und beim Al Bustan Festival in Beirut. Als Konzertsolistin ist sie regelmäßig in Brahms‘ "Ein deutsches Requiem", Mendelssohn-Bartholdys "Elias", Zemlinskys "Lyrischer Symphonie", Giuseppe Verdis "Messa da Requiem", sowie als Interpretin von Liedern von Richard Strauss und südafrikanischen Komponisten zu hören. Sie hat mit Dirigenten wie Ivor Bolton, Yannick Nézet-Séguin, Bertrand de Billy, Asher Fisch, Antonello Manacorda, Oksana Lyniv, Laurence Equilbey Lothar Koenigs, Henrik Nánási, Stefan Soltesz und Regisseuren wie Harry Kupfer, Barrie Kosky, Tobias Kratzer, Francois Girard, Kirill Serebrennikov und Vera Nemirova zusammengearbeitet. Die gebürtige Südafrikanerin ist Absolventin der Universität von Pretoria. Sie erhielt ihre Gesangsausbildung bei Dr. Mimi Coertse und war Mitglied der Black Tie Opera. Sie erhielt den ersten Preis beim Erna Spoorenberg Dutch Vocal Competition und wurde im Jahr 2018 mit dem Fleur du Cap Theatre Award für die beste weibliche Hauptrolle ausgezeichnet.

Maximilian Schmitt, Tenor (Siegmund)

Maximilian Schmitt entdeckte seine musikalische Leidenschaft als Mitglied der Regensburger Domspatzen. Sein Gesangsstudium absolvierte er bei Prof. Anke Eggers an der Universität der Künste Berlin, ergänzt durch private Studien bei Roland Hermann; aktuell arbeitet er mit Tobias Truniger. Erste Bühnenerfahrung sammelte er im Opernstudio der Bayerischen Staatsoper und war anschließend vier Jahre Ensemblemitglied am Nationaltheater Mannheim, wo er sich ein breites Repertoire erarbeitete. Internationale Aufmerksamkeit erregte er 2012 mit seinem Debüt als Tamino an der Oper Amsterdam unter Marc Albrecht. Es folgten Rollen wie Idomeneo (Opéra du Rhin), Don Ottavio (Wiener Staatsoper) sowie Pedrillo in Mozarts Entführung aus dem Serail an der Mailänder Scala unter Zubin Mehta. Als Max in Webers "Freischütz" war er u. a. am Aalto Theater Essen und als Erik in Wagners "Der fliegende Holländer" an den Opernhäusern in Graz, Köln und am Théâtre des Champs-Élysées zu erleben. In der Spielzeit 2023/24 debütierte er als Siegmund in "Die Walküre" mit Concerto Köln unter Kent Nagano.

Maximilian Schmitt
Maximilian Schmitt

In der Saison 2025/26 folgen konzertante Aufführungen dieser Partie in Wuppertal sowie auf Tournee mit dem 1. Akt der "Walküre" gemeinsam mit dem SWR Symphonieorchester unter François-Xavier Roth. Auf den internationalen Konzertpodien ist Maximilian Schmitt regelmäßig zu Gast. Er arbeitete mit Orchestern wie dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Cleveland Orchestra, dem Tokyo Symphony Orchestra, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Concertgebouworkest Amsterdam, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und den Wiener Philharmonikern. Zu den Dirigenten, mit denen ihn eine enge Zusammenarbeit verbindet, zählen u. a. Franz Welser-Möst, Kirill Petrenko, Teodor Currentzis, Daniel Harding, Manfred Honeck, Fabio Luisi, Philippe Herreweghe, Thomas Hengelbrock und René Jacobs. Die Saison 2025/26 eröffnet Maximilian Schmitt mit seinem Rollendebüt als "Lohengrin" an der Staatsoper Hannover, wo er in einer umfangreichen Serie als Titelheld zu erleben ist. Es folgen Konzerte mit Beethovens 9. Sinfonie in Bukarest und Madrid sowie Haydns "Schöpfung" in Trondheim und Gateshead. In Wien war er im vergangenen September mit Franz Schmidts "Das Buch mit sieben Siegeln" unter der Leitung von Fabio Luisi im Konzerthaus zu hören. Ein besonderer Akzent liegt in dieser Saison auf großen Oratorien und sakralen Werken: In Amsterdam und Baden-Baden übernimmt er die Evangelistenpartie in Bachs "Matthäus-Passion" mit dem Concertgebouworkest. Es folgen Mendelssohns "Elias" in Lissabon, Mozarts "Requiem" in Monte Carlo sowie eine konzertante Aufführung von Beethovens „Fidelio“ beim Beethoven Festival in Warschau. Zudem interpretiert er erneut "Das Buch mit sieben Siegeln" mit dem NDR Elbphilharmonieorchester unter der Leitung von Manfred Honeck. Liederabende bleiben ein zentrales Element seines künstlerischen Schaffens. In Hannover interpretiert er Schuberts "Winterreise", begleitet von Gerold Huber. Gemeinsam gastierte das Duo u. a. beim Heidelberger Frühling, der Schubertiade Schwarzenberg, im Concertgebouw Amsterdam, in der Wigmore Hall London und der Kölner Philharmonie. Maximilian Schmitts umfangreiche Diskografie umfasst u. a. die Soloalben "Träumend wandle ich bei Tag", "Die schöne Müllerin" sowie "Wie freundlich strahlt der Tag". Mit der Akademie für Alte Musik Berlin nahm er Mozarts "Die Entführung aus dem Serail" unter René Jacobs (harmonia mundi) auf. Eine aktuelle Aufnahme als Siegmund in "Die Walküre" mit Concerto Köln unter Kent Nagano erscheint demnächst.

Mika Kares, Bass (Hunding)

Mika Kares ist einer der international gefragtesten Bässe der heutigen Zeit. Sein breit gefächertes Repertoire beinhaltet neben Mozart und den großen Verdi- und Wagner-Partien auch bedeutende slawische und finnische Werke. Er gastiert an den renommiertesten Opern- und Konzerthäusern sowie bei führenden Festivals und hat mit Dirigent:innen wie Teodor Currentzis, Nikolaus Harnoncourt, Hannu Lintu, Fabio Luisi, Marc Minkowski, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Klaus Mäkelä, Kent Nagano, Kirill Petrenko, Christian Thielemann, Franz Welser-Möst und Simone Young zusammengearbeitet.

Mika Kares
Mika Kares

Opernhöhepunkte waren u. a. Fasolt, Hunding und Hagen in Wagners "Der Ring des Nibelungen" an der Berliner Staatsoper, Hagen ("Götterdämmerung") an der Wiener Staatsoper und bei den Bayreuther Festspielen, Iwan Chowanski ("Chowanschtschina") und Wassermann ("Rusalka") in Berlin, Landgraf Hermann ("Tannhäuser") am Royal Opera House, Covent Garden, und am Opernhaus Zürich, Komtur ("Don Giovanni") an der Lyric Opera in Chicago und bei den Salzburger Festspielen, Daland ("Der fliegende Holländer") in Chicago, Fiesco ("Simon Boccanegra") an der Pariser Opéra, König Marke ("Tristan und Isolde") und Heinrich der Vogler ("Lohengrin") an der Bayerischen Staatsoper in München, Zaccaria ("Nabucco") an der Deutschen Oper Berlin, der Inquisitor ("Der feurige Engel") am Teatro Real in Madrid, der Großinquisitor ("Don Carlos") an der Mailänder Scala und Ramfis ("Aida") an der Monnaie in Brüssel. Bei den Salzburger Festspielen war er zuletzt 2022 als Blaubart ("Herzog Blaubarts Burg") zu erleben. In konzertanten Opernaufführungen sang er König René ("Iolanta") mit den Berliner Philharmonikern unter Kirill Petrenko, den Fürsten von Bouillon ("Adriana Lecouvreur") mit Anna Netrebko und unter Marco Armiliato bei den Salzburger Festspielen 2019 sowie Blaubart in einer Aufführung mit dem Philharmonischen Orchester Helsinki unter Susanna Mälkki, deren CD-Aufnahme (BIS Records) 2021 für einen Grammy nominiert wurde. Sein breit gefächertes Konzertrepertoire umfasst Werke wie Mozarts "Requiem", Rossinis "Stabat Mater", Beethovens 9. Sinfonie und "Missa solemnis", Verdis "Requiem", Mahlers 8. Sinfonie sowie Schostakowitschs 13. und 14. Sinfonie. Nach seiner Rückkehr zu den Salzburger Festspielen als La Roche in Capriccio ist Mika Kares in der Spielzeit 2024/25 u. a. erneuet als Hagen bei den Bayreuther Festspielen und als Fafner ("Das Rheingold") im neuen "Ring" der Pariser Opéra unter Pablo Heras-Casado in einer Inszenierung von Calixto Bieito zu erleben. Zudem verkörpert er die Rolle des Antti in Aulis Sallinens "Der Reitersmann" an der Finnischen Nationaloper und singt Iwan Chowanski in konzertanten Aufführungen von "Chowanschtschina" mit dem Finnischen Radio-Symphonieorchester unter Esa-Pekka Salonen.

François-Xavier Roth, Dirigent

François-Xavier Roth ist ein musikalischer Visionär und ungemein vielseitiger Dirigent. So paradox es klingen mag: François-Xavier Roth hat sich auf das Universelle spezialisiert. Sein Repertoire reicht von frühem Barock über das sinfonische Kernrepertoire und Klassiker der Moderne bis hin zur Musik der Gegenwart. Seit September 2025 ist François-Xavier Roth Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des SWR Symphonieorchesters. In seiner Antrittssaison stellt er seine stilistische Vielseitigkeit mit der Aufführung von Werken von Jean-Féry Rebel, Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Richard Wagner, Anton Bruckner, Richard Strauss, Maurice Ravel, Claude Debussy, Luciano Berio, Helmut Lachenmann, Wolfgang Rihm und Philippe Manoury unter Beweis – im Sendegebiet des SWR wie auch bei nationalen und internationalen Gastkonzerten.

François-Xavier Roth
François-Xavier Roth bei der offenen Probe mit dem SWR Symphonieorchester am 26.11.2025 in der Stuttgarter Liederhalle

Roth, 1971 in Paris geboren, absolvierte zunächst am Pariser Konservatorium eine Ausbildung als Flötist, bevor er ins Dirigierfach wechselte. Von 2011 bis 2016 war er Chefdirigent des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg und von 2015 bis 2024 Generalmusikdirektor der Stadt Köln und Gürzenich-Kapellmeister. Das von ihm gegründete Originalklangensemble Les Siècles hat Roth innerhalb kürzester Zeit zu internationalem Erfolg geführt. Je nach Werk, und oftmals während eines Konzerts, passen die Mitglieder von Les Siècles ihr Instrumentarium dem jeweiligen Repertoire an und lassen so Altbekanntes mit geschärften Farben in neuem Licht erscheinen. Roth ist seit 2017 Principal Guest Conductor des London Symphony. Darüber hinaus steht er als Gastdirigent seit vielen Jahren regelmäßig am Pult von internationalen Spitzenorchestern wie den Berliner und Münchner Philharmonikern, der Staatskapelle Berlin, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Concertgebouw Orkest Amsterdam sowie den Orchestern von San Francisco, Cleveland und Boston.

Ein besonderes Anliegen von François-Xavier Roth ist es, neue Publikumsschichten für klassische Musik zu begeistern und ambitionierte Laienmusiker:innen zu fördern. Roths Diskografie ist umfangreich und preisgekrönt. Sie umfasst u. a. sämtliche Tondichtungen von Richard Strauss, die Ballette von Igor Strawinsky, die Orchesterwerke von Ravel und Berlioz, sämtliche Sinfonien von Bruckner, Mahler und Schumann sowie Alben zum 100. Geburtstag Debussys. 2020 wurde Roth als bis dahin jüngster Dirigent mit dem Ehrenpreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. 2017 wurde er in Frankreich zum Ritter der Ehrenlegion ernannt.

SWR Symphonieorchester

Das SWR Symphonieorchester hat in der Liederhalle Stuttgart und im Konzerthaus Freiburg sein künstlerisches Zuhause. Im September 2016 aus der Zusammenführung des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR und des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg hervorgegangen, zählen Interpretationsansätze aus der historisch informierten Aufführungspraxis, das klassisch-romantische Kernrepertoire sowie Musik der Gegenwart gleichermaßen zu seinem künstlerischen Profil. Seit September 2025 ist François-Xavier Roth Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des SWR Symphonieorchesters. Er folgt damit auf Teodor Currentzis, der von 2018 bis 2024 an der Spitze des Orchesters stand.

SWR Symphonieorchester
Das SWR Symphonieorchester in der Stuttgarter Liederhalle (c) SWR, Alexander Kluge

Zu den jährlichen Fixpunkten im Konzertkalender des SWR Symphonieorchesters zählen die SWR eigenen Konzertreihen in Stuttgart, Freiburg und Mannheim sowie Auftritte bei den Donaueschinger Musiktagen und den Schwetzinger SWR Festspielen. Seit 2020 ist das SWR Symphonieorchester das Residenzorchester der Pfingstfestspiele im Festspielhaus Baden-Baden. Einladungen führen das Orchester regelmäßig zu den Salzburger Festspielen, in die Elbphilharmonie Hamburg, nach Berlin, Köln, Frankfurt, Dortmund, Essen, Wien, Edinburgh, London, Barcelona, Madrid und Warschau.

International gefragte Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Peter Eötvös, Christoph Eschenbach, Pablo Heras-Casado, Manfred Honeck, Jakub Hrůša, Eliahu Inbal, Ingo Metzmacher, Kent Nagano, Sir Roger Norrington, Jonathan Nott, Andrés Orozco-Estrada, Petr Popelka, Michael Sanderling und Giedrė Šlekytė haben mit dem SWR Symphonieorchester zusammengearbeitet. Unter den hochkarätigen Solisten finden sich Leif Ove Andsnes, Yulianna Avdeeva, Renaud Capuçon, Sol Gabetta, Martin Grubinger, Isabelle Faust, Vilde Frang, Hilary Hahn, Janine Jansen, Alexandre Kantorow, Sabine Meyer, Emmanuel Pahud, Fazil Say, Gil Shaham, Antoine Tamestit und Christian Tetzlaff. Seit September 2024 steht die Geigerin Patricia Kopatchinskaja dem SWR Symphonieorchester als Artistic Partner für zwei Spielzeiten zur Seite.

Mit seinem umfangreichen Musikvermittlungsangebot erreicht das Orchester jährlich etwa 15.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Sendegebiet des SWR. Zahlreiche Live-Übertragungen auf SWR Kultur und Konzertstreams auf SWR.de/so ermöglichen vielen Musikfreunden in der ganzen Welt, an den Konzerten des Symphonieorchesters teilzuhaben.

ORCHESTERBESETZUNG

KONZERTVORSCHAU

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Sonstige Informationen
Wir weisen freundlich darauf hin, dass unautorisierte Bild- und Tonaufnahmen jeglicher Art bei dieser Veranstaltung untersagt sind.

Impressum
Sabrina Haane, Gesamtleitung SWR Symphonieorchester
Séverine Peter, Künstlerische Planung (interimistisch)
Tabea Dupree, Redaktion SWR Kultur
Henrik Hoffmann, Redaktion Programmheft
Matthias Claudi, Leitung Kommunikation SWR Ensembles und Festivals
Sämtliche Texte sind Originalbeiträge für dieses Programmheft.