23., 24. und 25. April 2026

Inmo Yang und Eva Ollikainen

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Stand

INHALT

Konzerttermine
Programm
Kurzinfos zum Konzert
Werkeinführungstext
Künstlerbiografien
Orchesterbesetzung
Konzertvorschau
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KONZERTTERMINE

Do 23. April 2026, 20 Uhr
Fr 24. April 2026, 20 Uhr

Stuttgart, Liederhalle
Sa 25. April 2026, 20 Uhr
Freiburg, Konzerthaus

Kostenlose Einführung eine Stunde vor Konzertbeginn

PROGRAMM

Jean Sibelius
(1865 – 1957)
Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 47
Allegro moderato
Adagio di molto
Allegro, ma non tanto
ca. 35‘

Pause

Anton Bruckner
(1824 – 1896)
Sinfonie Nr. 4 („Romantische“, Fassung Nowak 1878/1880) WAB 104
Bewegt, nicht zu schnell
Andante quasi allegretto
Scherzo. Bewegt – Trio. Nicht zu schnell. Keinesfalls schleppend
Finale. Bewegt, doch nicht zu schnell
ca. 65‘

Mitwirkende
Inmo Yang, Violine
SWR Symphonieorchester
Eva Ollikainen, Dirigentin

Live-Videostream · Freitag, 24. April 2026 ab 20.03 Uhr auf SWR.de/so
Live-Radiosendung · Freitag, 24. April 2026 ab 20.03 Uhr auf SWR Kultur
Konzerteinführungen · Meinhard Saremba

KURZINFOS ZUM KONZERT

WERKEINFÜHRUNGSTEXT

Orchestrale Paralleluniversen
Kompositionen von Jean Sibelius und Anton Bruckner

In Wien und in der Region um Linz gibt es zahlreiche Denkmäler und Gedenkplaketten für Anton Bruckner. Immerhin stifteten im Jahr 1951 die Wiener Philharmoniker mit dem Verkehrsverein sogar eine Gedenktafel für Sibelius in der Wiener Waaggasse. Unglücklicherweise wurde sie zunächst am falschen Haus im 4. Bezirk angebracht (Wiedner Hauptstraße 36/Waaggasse 2), bevor sie aufgrund neuerer Erkenntnisse 2004 an das korrekte Gebäude in die Waaggasse 1 (Ecke Wiedner Hauptstraße 38) versetzt wurde. Der Text lautet: „Hier wohnte 1890-91 der Tondichter Jean Sibelius, des finnischen Volkes großer Sohn.“ Im Oktober 1890 reiste Jean Sibelius (1865-1957) nach Wien in der Hoffnung, Kompositionsschüler von Anton Bruckner (1824-1896) zu werden. Damals war der anerkannte Sinfoniker für Sibelius der „größte gegenwärtig lebende Komponist“ (später nannte er noch als die für ihn wichtigsten Musiker des 20. Jahrhunderts Richard Strauss, Béla Bartók und Dmitrij Schostakowitsch). Da Bruckner sich von seiner Lehrtätigkeit am Konservatorium zurückgezogen hatte und Brahms keine Schüler annahm, kümmerten sich die Komponisten und Musikpädagogen Carl Goldmark und Robert Fuchs um den jungen Finnen. Immerhin konnte Sibelius bei seinem Wien-Aufenthalt die Erstaufführung der überarbeiteten Fassung von Bruckners 3. Sinfonie erleben. Über dessen 5. Sinfonie äußerte er wenige Jahre nach Vollendung seines Violinkonzerts einmal, dass ihn eine Aufführung zu Tränen gerührt und tief beeindruckt habe. Stilistisch trennten beide indes Welten. Sibelius sah sich, wie er selbst sagte, als „Sklaven der Themen“, der sich „ihren Forderungen unterwirft“. Wenn er mit den verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten jonglierte, war ihm mitunter „als ob Gott einige Steinchen zu einem Mosaik herabgeworfen habe und nun bat, sie wieder richtig zusammenzufügen“. Bruckner hingegen schrieb seine sich zu majestätischen Finalsätzen aufschwingenden Sinfonien zum Lobe Gottes, weil der ihm die Begabung zum Komponieren geschenkt habe. Bruckner war sein eigenes Seelenheil wichtiger als der Ruhm im Schatten Beethovens. „Ich will aber weiterwirken“, betonte er. „Wenn mich der liebe Gott einst zu sich ruft und fragt: ‚Wo hast du die Talente, die ich dir gegeben habe?‘, dann halte ich ihm die Notenrolle mit meinem ‚Te Deum‘ hin, und er wird mir ein gnädiger Richter sein.“

Rhapsodisches und Beschwörungsrituale
Das Violinkonzert von Jean Sibelius

Als sich Sibelius Anfang des 20. Jahrhunderts dem Violinkonzert zuwandte, hatte er schon mit großem Erfolg zwei Sinfonien herausgebracht und arbeitete an einer dritten. Bereits seit 1899 trieben ihn Ideen zu einem Solokonzert um. „Ich habe daran gedacht, ein Violinkonzert zu komponieren“, schrieb er einem Freund. „Wenn alles mit der Bühnenmusik zu ‚König Kristian II‘ gut läuft, gebe ich meine anderen alten Werke niemandem, bevor ich sie gründlich überarbeitet habe.“ Der Finne war ein ungemein selbstkritischer Künstler, der Kompositionen eigentlich erst aus der Hand gab, wenn er sie für abgerundet hielt. Doch für die erste Fassung seines Opus 47 barst er geradezu vor Ideen. „Ich habe herrliche Themen für mein Violinkonzert gefunden“, verriet er seiner Ehefrau Aino. Diese verfolgte aufmerksam den Entstehungsprozess. „Janne ist die ganze Zeit in Hochstimmung gewesen (und ich auch!)“, berichtete sie. „Die Nächte hindurch wacht er, spielt wunderbar schön, kann sich nicht von den verzaubernden Tönen losreißen – er hat so viele Ideen, dass es kaum zu glauben ist. Und alle Motive so entwicklungsfähig, so voll von Leben.“ Problematisch wurde, dass die am 8. Februar 1904 in Helsinki vorgestellte Fassung geradezu überquoll von melodischen Einfällen und ornamentalem Zierrat im Violinpart. Abgesehen von zum Teil harscher Kritik, zeigte sich auch Sibelius selbst unzufrieden. „Ich nehme mein Violinkonzert zurück, es wird erst in zwei Jahren erscheinen“, schrieb er vier Monate später an seinen Förderer Axel Carpelan. „Der erste Satz muss gründlich umgearbeitet werden, auch die Proportionen im Andante usw.“

Jean Sibelius, Foto 1907
Jean Sibelius, Foto 1907

Sibelius besann sich auf das, was auch seine Sinfonik auszeichnet, nämlich, dass „Strenge, Stil und die tiefe Logik, die einen inneren Zusammenhang zwischen allen Motiven schaffen“ wesentliche Aspekte bilden müssen. Das Ziel der Überarbeitung bestand darin, stärkere Verbindungslinien zwischen den Hauptthemen des Konzerts aufzuzeigen, und dafür musste alles Überflüssige entfernt werden. Das „Aushämmern der ethischen Linie“, wie er es nannte, führte dazu, dass er unter anderem im ersten Satz eine von zwei langen Kadenzen tilgte und ein Zwischenspiel in der Art Mendelssohns strich. Nach tiefgreifenden Veränderungen wurde schließlich am 19. Oktober 1905 in Berlin jene Version uraufgeführt, die das Violinkonzert von Sibelius mit der Zeit zu einem der populärsten Solokonzerte überhaupt werden ließ. Den ersten Satz prägt nun ein intensiv rhapsodischer Duktus mit etlichen narrativen Passagen. Auch im zweiten Satz dominiert das reflektierende Element über die Virtuosität. In Bezug auf den dritten Satz hatte anfangs ein englischer Musikwissenschaftler, der offensichtlich nur rudimentäre Vorstellungen von der geographischen Lage Finnlands besaß, etwas von einer „Polonaise für Polarbären“ fantasiert. Wahrscheinlich hatte er wieder einmal eine ausgesprochen schwergängige Aufführung mit zähen Tempi durchstehen müssen, die auch den Komponisten stets verdrossen. Deswegen revidierte Sibelius die Tempobezeichnung später. Fand sich in den ersten beiden Versionen noch „Allegro (ma non tanto)“ (1904) bzw. „Allegro, ma non tanto“ (1905; Munter, aber nicht zu schnell), so belegt Sibelius’ Korrespondenz mit seinem Verleger, dass er für den Schlusssatz die Tempovorschrift „Allegro“ mit der zügigen Metronomangabe „Viertel = 108–116“ wünschte. Dementsprechend ist die Bezeichnung des angesehenen Sibelius-Forschers und -biografen Erik Tawaststjerna von der Rhythmik eines „Beschwörungsrituals“ viel zutreffender. Das Finale, das der Komponist einmal als „Danse macabre“ bezeichnet haben soll, steht auf diese Weise völlig in Einklang mit Sibelius’ gehaltvoller orchestraler Klangwelt.

Evolutionäre Klangarchitektur
Anton Bruckners vierte Sinfonie

Er war es gewohnt, die Schätze seiner Sinfonik mitunter jahrelang bei sich zu verwahren. Kaum war die Tinte auf dem Notenpapier seiner 3. Sinfonie getrocknet, begann der 49-jährige Anton Bruckner zwei Tage nach Vollendung der Erstfassung bereits im Januar 1874 mit seiner nächsten Sinfonie. Zufrieden mit dem Geschaffenen, legte er im November die Feder beiseite. Nachdem seine frühen Sinfonien hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren, wollte jedoch niemand seine neuen Werke aufführen. Trotzdem beschäftigte er sich schon mit seiner Fünften, als die beiden vorangegangenen Sinfonien der Öffentlichkeit noch unbekannt waren. Mit Unterstützung des Pädagogen und Musikschriftstellers Wilhelm Tappert hoffte Bruckner auf eine Aufführung seiner Vierten im Frühjahr 1877 in Berlin. Diese Pläne zerschlugen sich zwar, aber in der Korrespondenz mit Tappert präzisierte Bruckner sein Konzept und bezeichnete seine Sinfonie selbst als „Die Romantische“. Ein Ausgangspunkt für den Oberösterreicher war die Oper „Lohengrin“ seines Idols Richard Wagner, den er in Bayreuth persönlich kennengelernt hatte. Jedoch bezog sich dies eher auf die „romantische“ Klangaura als auf das idealisierte Mittelalter. Durch die begriffliche Zuschreibung bot sich nun ein Ansatzpunkt zur Überarbeitung. In der Folge entwarf Bruckner 1878 ein völlig neues Scherzo, das musikalisch eine Jagdszene illustriert. Er interessierte sich mehr für Charaktersinfonien als absolute Musik und studierte sorgfältig die Orchesterwerke von Beethoven, Berlioz, Liszt, Schubert und Mendelssohn. Allmählich gewöhnte sich der geduldige Bruckner daran, dass zwischen dem vermeintlichen Abschluss einer Komposition und der Uraufführung oft mehrere Jahre lagen. Bei Ablehnungen seiner Sinfonien mit den „Zyklopenstellen“ – wie es um die vorletzte Jahrhundertwende einmal hieß – suchte er den Fehler zumeist bei sich selbst. Dabei konnte er nicht aus seiner Haut und schrieb kaum Orchesterstücke, die unter einer Stunde dauern. „Die wolln, daß ich anders schreib“, wurde er einmal in seinem Dialekt zitiert. „Ich könnt’s ja auch, aber ich darf’s net! Unter Tausenden hat mich Gott begnadigt und grad mir das Talent geben. Ihm muß ich einmal Rechenschaft ablegen. Wie ständ i dann vor unserm Herrgott da, wann i den andern folgert und net ihm!“

Anton Bruckner, Foto 1880
Anton Bruckner, Foto 1880

In der Überzeugung, er sei „ja doch nur ausschließlich Symphoniker“, und im Vertrauen darauf, dass sich ein Interessent finden werde, feilte Bruckner weiter an der vierten Sinfonie. In diesem Entstehungs- und Reifungsprozess kristallisierte sich allmählich die grundlegende Architektur seiner Sinfonik heraus. Aus einem verhaltenen Beginn – in der Vierten ist es ein in allen Fassungen unverändertes Hornsignal über Streichertremoli im dreifachen Pianissimo – formt er eine Zelle, die zur Grundlage für eine evolutionäre Entwicklung wird, die sich auf den Verlauf der viersätzigen Sinfonie auswirkt. Die Ecksätze beziehen sich aufeinander und verwenden zumeist die Sonatenform oder sind sonatenähnlich. Die beiden Binnensätze bilden ein kontrastierendes Gegengewicht, wobei in ihnen – wie schon ein früher Beobachter feststellte – „der Grundcharakter nach allen Seiten gewendet und in seiner Fülle ausgesprochen“ wird. Bruckners Orchestersätze sind Charakterstücke, mit denen er sowohl satztechnische Perfektion als auch Expressivität anstrebte. Auf dem Weg zu einer zufriedenstellenden Form kürzte er 1880 zunächst das Finale seiner vierten Sinfonie drastisch. Dabei gestaltete er es zuweilen verspielt – wodurch sich die Bezeichnung „Volksfestfinale“ eingebürgert hat – und steuerte ohne Umschweife eine verknappte Coda an. Dies blieb indes eine Zwischenfassung. Als sich eine Aufführung in Wien abzeichnete, nahm er eine einschneidende Revision des Schlusssatzes vor, um eine ausgewogene Balance der Klangarchitektur zu gewährleisten. Bruckner überarbeitete instrumentale Details und erweiterte den vierten Satz mit spannenden Steigerungen hin zu einem krönenden Finale. Die Uraufführung in Wien am 20. Februar 1881 mit den Philharmonikern unter der Leitung von Hans Richter wurde zu Bruckners bisher größtem Erfolg. In Besprechungen war die Rede von einer „Fülle von Bildern“ in der Vierten und dass „die Symphonie den Eindruck eines Musikdramas ohne Text“ hinterlasse. Der Komponist schliff weiter an dem Werk, musste es sich aber gefallen lassen, dass für die Drucklegung 1889 der Dirigent Ferdinand Löwe die Orchestrierung abermals überarbeitete. Dieser fügte im Finale einen plumpen Beckenschlag hinzu, was dem Geist von Bruckners Sinfonik widersprach. Letzten Endes war der Komponist froh über jeden, der ihm wohlgesonnen war, auch wenn er sich dadurch zu häufigen Überarbeitungen gedrängt fühlte. „Ich habe hier gar keinen Menschen, dem ich mein Herz öffnen dürfte“, schrieb er einem Freund, „werde auch in mancher Beziehung verkannt, was mir oft heimlich sehr schwerfällt.“ Seine Sinfonik spiegelt die inneren und äußeren Konflikte. In der vierten Sinfonie trat erstmals deutlich der sogenannte „Bruckner-Rhythmus“ hervor, der durch eine Überlagerung von Dreier- und Zweiermetrum entsteht (z. B. von zwei Viertelnoten und einer Vierteltriole). Er tritt häufig in den Bläserstimmen auf, um die dramatische Stimmung zu intensivieren, die sowohl aggressiv als auch drängend empfunden werden kann. Auch diese Charakteristika gehören zu seiner Ästhetik, denn „weil die gegenwärtige Weltlage – geistig gesehen – Schwäche ist“, meinte Bruckner einmal, „flüchte ich zur Stärke und schreibe kraftvolle Musik.“

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Meinhard Saremba • ist musik- und kulturwissenschaftlicher Publizist, Herausgeber und Verfasser von zahlreichen Büchern zur Musikgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Er schrieb unter anderem Bücher über Leoš Janáček, Arthur Sullivan, Giuseppe Verdi, Clara Schumann und Johannes Brahms. Zuletzt erschienen beim Hamburger Osburg-Verlag seine Doppelbiografie „Britten und Schostakowitsch – Eine Künstlerfreundschaft im Schatten der Politik“ sowie „Sergej Rachmaninoff – Ein russischer Weltbürger“.

KÜNSTLERBIOGRAFIEN

Inmo Yang, Violine

Inmo Yang ist ein Geiger von außergewöhnlicher Tiefe und poetischer Empfindung, der für seinen bezaubernden Klang, seine emotionale Präzision und seine überragende Technik international anerkannt wird. Nach einem fulminanten Saisonauftakt mit seinem ausverkauften Debüt bei den BBC Proms mit dem BBC Symphony Orchestra unter der Leitung von Marie Jacquot standen und stehen in der Saison 2025/2026 zahlreiche weitere Debüts an, unter anderem beim Prager Radio-Sinfonieorchester, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, dem Mozarteumorchester Salzburg, den Münchner Symphonikern, dem Zürcher Kammerorchester, dem Konzerthausorchester Berlin, dem Taipei Symphony Orchestra, dem Macao Orchestra und nicht zuletzt beim SWR Symphonieorchester im heutigen Konzert.

Inmo Yang
Inmo Yang

In der laufenden Saison kehrt er zum BBC National Orchestra of Wales und zu den Festival Strings Lucerne zurück, bei deren erfolgreicher Asientournee er im Vorjahr bereits sein Debüt gegeben hatte. Außerdem tritt er in der Carnegie Hall mit Kirill Gerstein in einem Kammermusikprogramm auf. Yangs Solokarriere hat ihn auf die bedeutendsten Bühnen der Welt geführt, unter anderem mit folgenden Orchestern: New York Philharmonic, Los Angeles Philharmonic, Orchestre National de France, Orchestre de la Suisse Romande, Royal Philharmonic Orchestra, BBC Symphony Orchestra, Dresdner Philharmonie, Berliner Barock Solisten, Royal Stockholm Philharmonic Orchestra, Helsinki Philharmonic Orchestra, Finnish Radio Symphony Orchestra, Danish National Symphony Orchestra, Hong Kong Philharmonic Orchestra und Seoul Philharmonic Orchestra. Er hat mit vielen der angesehensten Dirigenten der Gegenwart zusammengearbeitet, darunter Marin Alsop, Myung-Whun Chung, Roberto Gonzales-Monjas, Hannu Lintu, Tianyi Lu, Fabio Luisi, Jonathan Nott, Sakari Oramo, Kristiina Poska, John Storgårds, Osmo Vänskä und Jaap van Zweden.

Weltweite Aufmerksamkeit erlangte Inmo Yang erstmals durch den Gewinn des Premio Paganini 2015 in Genua – dem ersten Preis seit 2006 –, wo er auch besondere Auszeichnungen für die beste Interpretation eines zeitgenössischen Werkes und den Publikumspreis erhielt. 2022 festigte er seinen Ruf mit dem ersten Preis beim Jean-Sibelius-Violinwettbewerb in Helsinki.

Inmo Yang veröffentlichte sein zweites Album „The Genetics of Strings“ 2021. Sein Debütalbum – „24 Capricen von N. Paganini“ – wurde live im Rahmen der Kumho Art Hall Residency aufgenommen und 2019 veröffentlicht. Yang studierte bei Namyoon Kim an der Korea National University of Arts, bei Miriam Fried am New England Conservatory of Music in Boston und bei Antje Weithaas an der Kronberg Academy und an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Yang spielt eine Violine von Giuseppe Guarneri del Gesù aus Cremona aus dem Jahr 1743, die sogenannte „Carrodus“, die ihm freundlicherweise von einem Mitglied der Stretton Society zur Verfügung gestellt wird.

Eva Ollikainen, Dirigentin

Mit ihrer eleganten, ausdrucksstarken Körpersprache, ihrer natürlichen Bühnenpräsenz und ansteckenden Musikalität zählt Eva Ollikainen zu den führenden Dirigentinnen unserer Zeit. Seit 2020 ist sie Chefdirigentin und Künstlerische Leiterin des Iceland Symphony Orchestra. Zuvor war sie Chefdirigentin des Nordic Chamber Orchestra.

In der Saison 2025/2026 gibt Ollikainen ihr Debüt bei den Münchner Philharmonikern, dem WDR Sinfonieorchester, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Oslo Philharmonic Orchestra, dem Netherlands Philharmonic Orchestra, dem Toronto Symphony Orchestra sowie beim japanischen NHK Symphony Orchestra im Rahmen des NHK Music Festival. Darüber hinaus kehrt sie zu den BBC Proms mit dem BBC Symphony Orchestra zurück und dirigiert erneut das Helsinki Philharmonic Orchestra, das Swedish Radio Symphony Orchestra, das Belgian National Orchestra sowie das SWR Symphonieorchester, bei dem sie im Juli 2024 ihr Debüt mit Werken von Gubaidulina, Strauss und Sibelius gegeben hatte. Im März 2026 leitete sie die Europatournee des Iceland Symphony Orchestra.

Eva Ollikainen
Eva Ollikainen

Zu den Höhepunkten der vergangenen Spielzeiten zählen Debüts und Auftritte mit dem Orchestre National de France, dem Tonhalle-Orchester Zürich, den Wiener Symphonikern, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Royal Stockholm Philharmonic, dem Los Angeles Philharmonic, dem Baltimore Symphony Orchestra, dem BBC Symphony Orchestra und dem BBC Philharmonic. Im Opernbereich dirigierte sie unter anderem an der Staatsoper Berlin, der Semperoper Dresden, der Königlichen Oper Kopenhagen, der Kungliga Operan Stockholm, der Finnischen Nationaloper sowie an der Oper Göteborg.

Eva Ollikainen setzt sich auch für zeitgenössische Musik ein und hat mit dem Iceland Symphony Orchestra ein breites Repertoire zur Aufführung gebracht. Sie gilt als engagierte Interpretin der Werke der isländischen Komponistin Anna Thorvaldsdottir, mit der sie eine enge künstlerische Partnerschaft verbindet. 2023 veröffentlichten Ollikainen und das Iceland Symphony Orchestra das Album ARCHORA / AIŌN von Thorvaldsdottir beim Label Sono Luminus, das von der Kritik hoch gelobt wurde. Es wurde von der New York Times in die Liste der „Best Classical Music Albums of 2023“ aufgenommen und vom Boston Globe unter die „10 besten Klassikalben des Jahres“ gewählt. Die Veröffentlichung folgte auf die Uraufführung von ARCHORA, die Ollikainen 2022 bei ihrem Debüt bei den BBC Proms mit dem BBC Philharmonic dirigierte – ein Ereignis, das The Guardian als eines der „Classical Highlights of 2022“ würdigte.

Eva Ollikainen studierte an der Sibelius-Akademie bei Leif Segerstam und Jorma Panula und gewann im Alter von 21 Jahren den Jorma Panula Dirigierwettbewerb. Die Förderung junger Musikerinnen und Musiker liegt ihr besonders am Herzen. Sie unterrichtet regelmäßig an der Sibelius-Akademie und gibt Meisterkurse beim Fiskars Summer Festival, beim Nordisk Dirigentforum sowie an Institutionen wie dem Peabody Institute und der Royal Danish Academy of Music. 2021 gründete sie die Conducting Academy des Iceland Symphony Orchestra.

SWR Symphonieorchester

Das SWR Symphonieorchester hat in der Liederhalle Stuttgart und im Konzerthaus Freiburg sein künstlerisches Zuhause. Im September 2016 aus der Zusammenführung des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR und des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg hervorgegangen, zählen Interpretationsansätze aus der historisch informierten Aufführungspraxis, das klassisch-romantische Kernrepertoire sowie Musik der Gegenwart gleichermaßen zu seinem künstlerischen Profil.

Seit September 2025 ist François-Xavier Roth Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des SWR Symphonieorchesters. Er folgt damit auf Teodor Currentzis, der von 2018 bis 2024 an der Spitze des Orchesters stand.

Das SWR Symphonieorchester in der Stuttgarter Liederhalle
Das SWR Symphonieorchester in der Stuttgarter Liederhalle

Zu den jährlichen Fixpunkten im Konzertkalender des SWR Symphonieorchesters zählen die SWR eigenen Konzertreihen in Stuttgart, Freiburg und Mannheim sowie Auftritte bei den Donaueschinger Musiktagen und den Schwetzinger SWR Festspielen. Seit 2020 ist das SWR Symphonieorchester das Residenzorchester der Pfingstfestspiele im Festspielhaus Baden-Baden. Einladungen führen das Orchester regelmäßig zu den Salzburger Festspielen, in die Elbphilharmonie Hamburg, nach Berlin, Köln, Frankfurt, Dortmund, Essen, Wien, Edinburgh, London, Barcelona, Madrid und Warschau.

International gefragte Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Peter Eötvös, Christoph Eschenbach, Pablo Heras-Casado, Manfred Honeck, Jakub Hrůša, Eliahu Inbal, Ingo Metzmacher, Kent Nagano, Sir Roger Norrington, Jonathan Nott, Andrés Orozco-Estrada, Petr Popelka, Michael Sanderling und Giedrė Šlekytė haben mit dem SWR Symphonieorchester zusammengearbeitet. Unter den hochkarätigen Solisten finden sich Leif Ove Andsnes, Yulianna Avdeeva, Renaud Capuçon, Sol Gabetta, Martin Grubinger, Isabelle Faust, Vilde Frang, Hilary Hahn, Janine Jansen, Alexandre Kantorow, Sabine Meyer, Emmanuel Pahud, Fazil Say, Gil Shaham, Antoine Tamestit und Christian Tetzlaff. Seit September 2024 steht die Geigerin Patricia Kopatchinskaja dem SWR Symphonieorchester als Artistic Partner für zwei Spielzeiten zur Seite.

Mit seinem umfangreichen Musikvermittlungsangebot erreicht das Orchester jährlich etwa 15.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Sendegebiet des SWR. Zahlreiche Live-Übertragungen auf SWR Kultur und Konzertstreams auf SWR.de/so ermöglichen vielen Musikfreunden in der ganzen Welt, an den Konzerten des Symphonieorchesters teilzuhaben.

Seit 2024 ist das SWR Symphonieorchester offizieller Partner von „La Maestra“, dem international bedeutendsten Wettbewerb für Nachwuchsdirigentinnen.

ORCHESTERBESETZUNG

KONZERTVORSCHAU

Stuttgart

SWR Symphonieorchester | Stuttgart Riccardo Minasi dirigiert Werke von Wagner, Bartók und Dvořák

Werke von Wagner, Bartók und Dvořák. Mit Antoine Tamestit (Viola) un dem SWR Symphonieorchester unter der Leitung von Riccardo Minasi

Stuttgart

SWR Symphonieorchester | Stuttgart Riccardo Minasi dirigiert Werke von Wagner, Bartók und Dvořák

Werke von Wagner, Bartók und Dvořák. Mit Antoine Tamestit (Viola) un dem SWR Symphonieorchester unter der Leitung von Riccardo Minasi

Freiburg

SWR Symphonieorchester | Freiburg Riccardo Minasi dirigiert Werke von Wagner, Bartók und Dvořák

Werke von Wagner, Bartók und Dvořák. Mit Antoine Tamestit (Viola) un dem SWR Symphonieorchester unter der Leitung von Riccardo Minasi

Alle weiteren Konzerte finden Sie auch in unserem Konzertkalender.

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Sonstige Informationen
Wir weisen freundlich darauf hin, dass unautorisierte Bild- und Tonaufnahmen jeglicher Art bei dieser Veranstaltung untersagt sind.

Impressum
Sabrina Haane, Gesamtleitung SWR Symphonieorchester
Séverine Peter, Künstlerische Planung (interimistisch)
Tabea Dupree, Redaktion SWR Kultur
Henrik Hoffmann, Redaktion Programmheft
Matthias Claudi, Leitung Kommunikation SWR Ensembles und Festivals
Sämtliche Texte sind Originalbeiträge für dieses Programmheft.