11., 12. und 14. Juni 2026

Antoine Tamestit und Riccardo Minasi

Teilen

Stand

INHALT

Konzerttermine
Programm
Kurzinfos zum Konzert
Werkeinführungstext
Künstlerbiografien
Orchesterbesetzung
Konzertvorschau
Download
Service

KONZERTTERMINE

Do 11. Juni 2026, 20 Uhr
Fr 12. Juni 2026, 20 Uhr

Stuttgart, Liederhalle
So 14. Juni 2026, 19 Uhr
Freiburg, Konzerthaus

Kostenlose Einführung eine Stunde vor Konzertbeginn

PROGRAMM

Richard Wagner
(1813 – 1883)
Ouvertüre zur Oper „Tannhäuser“
ca. 14‘

Béla Bartók
(1881 – 1945)
Konzert für Viola und Orchester Sz 120
(Revidierte Fassung von Nelson Dellamaggiore und Peter Bartók)
Allegro moderato – (Ritornello) Parlando, attacca
Lento – Scherzo, attacca
Finale. Allegretto
ca. 25‘

Pause

Antonín Dvořák
(1841 – 1904)
Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 („Aus der Neuen Welt“)
Adagio – Allegro molto
Largo
Scherzo. Molto vivace
Allegro con fuoco
ca. 45‘

Mitwirkende
Antoine Tamestit, Viola
SWR Symphonieorchester
Riccardo Minasi, Dirigent

Live-Videostream · Freitag, 12.Juni 2026 ab 20.03 Uhr auf SWR.de/so
Live-Radiosendung · Freitag, 12.Juni 2026 ab 20.03 Uhr auf SWR Kultur
Konzerteinführungen · Tabea Dupree

KURZINFOS ZUM KONZERT

WERKEINFÜHRUNGSTEXT

Richard Wagner
Ouvertüre zur Oper „Tannhäuser“

Richard Wagner braucht nur wenige Töne, um zu Beginn seiner „Tannhäuser“-Ouvertüre eine religiöse Welt entstehen zu lassen. Der Klang der Hörner wird durch die beiden Klarinetten noch weicher gemacht und durch das Fagott geerdet. Die Tempobezeichnung „Andante maestoso“ und die Vortragsangabe „sehr gehalten“ nehmen jede Eile. Dieser „Pilgerchor“ wandelt in gemessenem Schritt. Auch wenn Celli und Bratschen einsteigen, die Violinen mit den Holzbläsern den Orchesterklang allmählich aufhellen und die Trompeten die Musik zum Strahlen bringen, bleibt die Würde und Reinheit des Pilgergesangs erhalten. Den Raum hat Wagner hier gleich mitkomponiert, wenn der ganz nah gekommene Pilgerchor allmählich in einem Diminuendo wieder verschwindet und mitten in einer Phrase durch eine emporschießende Figur der Bratschen und ein nervöses Tremolo der Violinen eine ganz andere, sinnlich überbordende Welt einbricht.

Richard Wagner, 1871
Richard Wagner, 1871 AKG Images

Das ist nicht mehr die ehrwürdige Wartburg oder das heilige Rom, wo der Minnesänger Tannhäuser Vergebung sucht, sondern der Venusberg mit seinen erotischen Freuden und der völligen Hingabe an den Rausch und die Ekstase. Hier befindet sich Tannhäuser zu Beginn der Oper. Was vorher in der Ouvertüre geordnet war, ist nun in unruhiger Bewegung, die von den Sextolen der Celli erzeugt wird. Eine sehnsüchtige Melodie schraubt sich immer weiter nach oben, ein mit Akzenten versehenes, aufsteigendes Thema vermittelt Energie und Lebenslust. Die gewaltigen Steigerungen erscheinen wie Fieberwellen, ehe der Pilgerchor in den Bläsern zurückkehrt. Die Venusbergmusik bleibt noch in den kleinteiligen, fallenden Sechzehntelfiguren der Violinen erhalten, wird aber durch den anschwellenden religiösen Gesang zur Girlande, die den Sieg des Geistlichen schmückt. Das von Wagner zelebrierte Ende gleicht einem Triumph.

Béla Bartók
Konzert für Viola und Orchester

„Ich kann Ihnen mit Freude mitteilen, dass der Entwurf des Bratschenkonzertes abgeschlossen ist, so dass nur noch die Partitur geschrieben werden muss, was gewissermaßen eine rein mechanische Arbeit ist“, schreibt Béla Bártok am 8. September 1945 an seinen Auftraggeber William Primrose. „Die Orchestrierung wird eher durchsichtig sein, durchsichtiger als in einem Violinkonzert. Auch der dunkle, männlichere Charakter Ihres Instruments übte einen gewissen Einfluss auf den allgemeinen Charakter des Werkes aus. [...] Das Konzert ist in ziemlich virtuosem Stil gehalten. Höchstwahrscheinlich werden sich einige Passagen als unbequem oder unspielbar herausstellen. Darüber können wir später diskutieren.“ Zu diesen Diskussionen kam es leider aber nicht mehr, weil Béla Bártok wenige Tage nach dem Schreiben des Briefes ins Krankenhaus eingeliefert wurde, wo er am 26. September verstarb. Das Manuskript des Konzertes enthält 13 Blätter mit der vollständigen, zum Teil verkürzt notierten Solostimme und einige Skizzen zur Orchestrierung. Bartóks Schüler Tibor Serly – Bratschist, Dirigent und Komponist – machte sich 1947 daran, aus dem überlieferten Material eine vollständige Orchesterpartitur zu erstellen. Dabei weicht seine Ausarbeitung bisweilen von den Skizzen ab. Außerdem fügt er gerade bei den Überleitungen zwischen den Sätzen einige Takte hinzu, was den ungarischen Musikwissenschaftler György Kroó zu folgender Einschätzung kommen ließ: „Komposition von Tibor Serly, geschrieben auf Grund von Themen, Skizzen und Ideen Béla Bartóks.“

Béla Bartók
Béla Bartók AKG Images

Antoine Tamestit und das SWR Symphonieorchester spielen die 1995 angefertigte Fassung von Peter Bartók und Nelson Dellamaggiore, die näher am Original ist. Alle von Tibor Serly ergänzten Takte sind eliminiert. Auch die Instrumentation wurde in einigen Passagen verändert, wie zu Beginn und am Ende des ersten Satzes, wo nun die Solobratsche nur mit der Pauke in Dialog tritt. Auch nachträglich hinzugefügte Oktaven, die den Solopart noch virtuoser und klangvoller machen sollten, strichen die beiden Herausgeber. Die von Serly stammende Satzbezeichnung „Adagio religioso“ für den zweiten Satz änderten sie zu einem neutralen „Lento“. Von Beginn an steht in diesem Konzert die Viola im Zentrum. Sie stellt das mit einem markanten Sextsprung beginnende, gesangliche Hauptmotiv vor, aus dem sich schon nach wenigen Takten ein starker Bewegungsimpuls entwickelt. Ein zweiter, kontrastierender Gedanke im „Meno Mosso“ besteht aus mal chromatischen, mal diatonischen Triolenketten, die von scharfen Akkordschlägen im Orchester kommentiert werden. In der Durchführung dieser freien Sonatenform spielt sich die Viola mehr und mehr in den Vordergrund bis hin zu einer Solokadenz. Dann ist mit der Rückkehr des Hauptthemas in Flöte und Horn die Reprise erreicht. Ein „Ritornello“ genanntes, von der Solobratsche und drei Hörnern gestaltetes Zwischenspiel verbindet den Kopfsatz mit dem Lento. Hier entfaltet sich auf einem Streicherteppich eine echte Idylle. Die Viola zaubert in hoher Lage eine weit ausgreifende Kantilene. Das sich beschleunigende Tempo führt zu einem wilden Scherzo-Teil, der direkt in das von schnellen Nachschlägen aufgeheizte Finale überleitet. In den rasenden Sechzehntelketten, den starken Akzenten und den vielen Trillern ist die ungarische Volksmusik ganz nah. Auch die begleitenden Bordun-Quinten im langsameren Mittelteil, in dem die Viola Flageoletts spielt, haben einen folkloristischen Tonfall. Danach zieht Bartók das Tempo wieder an, um den erstaunlich kurzen Finalsatz noch in ein effektvolles Finish münden zu lassen.

Antonín Dvořák
Sinfonie Nr. 9 in e-Moll op. 95 „Aus der Neuen Welt“

Im Juni 1891 erhielt Antonín Dvořák ein Telegramm aus Amerika. Der Absender: Jeanette Thurber, Präsidentin des von ihr gegründeten New Yorker Conservatory of Music. Sie machte dem tschechischen Komponisten ein verlockendes Angebot. Für 15.000 Dollar im Jahr könne er die auf zwei Jahre befristete Stelle des Institutsdirektors antreten. Dvořák zögerte nicht lange, schließlich verdiente er auf diesem Posten das 25-fache seines Prager Professorengehalts. Im Dezember 1891 unterzeichnete er den Vertrag. Der als betont nationaler Komponist geltende Tscheche sollte Amerika eine musikalische Identität geben: „Die Amerikaner erwarten große Dinge von mir, vor allem soll ich ihnen den Weg ins gelobte Land und in das Reich der neuen, selbständigen Kunst weisen, kurz, eine nationale Musik schaffen!“, berichtet Dvořák in einem Brief. Der Komponist nimmt das finanziell attraktive Angebot an und reist im September 1892 von Bremen aus gemeinsam mit seiner Frau und seinen beiden ältesten Kindern nach New York. Dort macht er sich gleich ans Werk. Von seinem Schüler, dem schwarzen Bariton Harry Thacker Burleigh, lässt er sich fast täglich Spirituals und Plantagenlieder aus den Südstaaten vorsingen, der befreundete Musikkritiker Henry Eduard Krehbiel legt ihm Transkriptionen von Melodien indigener Völker Amerikas vor. Er entdeckt prägnante rhythmische Wendungen wie Synkopen. Auch pentatonische Skalen, die in den fünf Tönen auf Halbtonschritte verzichten, und bestimmte melodische Figuren notiert er sich in sein Skizzenbuch. Er möchte aber keine musikalische Feldforschung betreiben, sondern nur Anregungen gewinnen, aus denen er in künstlerischer Freiheit etwas Neues schafft.

Antonín Dvořák
Antonín Dvořák AKG Images

Die 1893 komponierte 9. Sinfonie in e-Moll „Aus der Neuen Welt“ ist Dvořáks wichtigstes und bekanntestes Werk, das in Amerika entstanden ist. Von Beginn an entwickelt die Sinfonie einen besonderen Tonfall. Gleich in den ersten Takten der langsamen Einleitung sind Synkopen zu hören, die in den Fortissimo-Einwürfen der Streicher noch mit einem Akzent versehen werden; auch das Hauptthema im Allegro molto präsentiert zwei Synkopen an markanter Stelle. Diese rhythmischen Besonderheiten können sicherlich von den Melodien der African American-Spirituals abgeleitet werden, zumal das dritte, von der Flöte in tiefer Lage gespielte Thema starke Ähnlichkeit zum bekannten Spiritual „Swing low, sweet chariot“ aufweist. Auch die vielen pentatonischen Passagen könnten ihr Vorbild in indianischen und afroamerikanischen Melodien haben. Da Synkopen und Pentatonik allerdings auch in vielen anderen Musikstilen wie beispielsweise in der böhmischen Volksmusik vorkommen, ist eine eindeutige Zuweisung problematisch. Die in der tschechischen Literatur einsetzende Vereinnahmung des Werkes als slawische Sinfonie zeigt diesen großen Deutungsspielraum, zumal das Scherzo wirklich böhmisch-folkloristische Züge trägt.

Das in sich ruhende Englischhornsolo auf gedämpften Streichern entrückt das Largo. Nur im bewegteren Mittelteil kommt die Musik nicht zuletzt durch die fast swingenden Pizzicati der Kontrabässe ins Fließen. Ein kurzer klanglicher Ausbruch – dann kehrt das Englischhorn und damit auch die introvertierte Stimmung des Beginns zurück. Das mächtig anrollende Finale Allegro con fuoco präsentiert nach zehn Takten ein eingängiges, mit Akzenten beschwertes Thema, das von den Hörnern und Trompeten zum Strahlen gebracht wird. Es zieht sich als roter Faden durch den Satz und wird in der Durchführung auch mal zur rhythmischen Begleitfigur, über der die Holzbläser das Englischhornthema des Largos singen. Nach vielen lyrischen Einsprengseln entfesselt Dvořák in der Coda nochmals alle Orchesterkräfte. Er kombiniert im Blech die beiden Kopfmotive der Außensätze und schlägt so den Bogen zum Beginn. Der letzte harte Akkordschlag verklingt leise in den Bläsern. Selbst im letzten Ton bleibt der Komponist dem Melos treu.

••••••••••••••••••••••••••••••••••••

Georg Rudiger • geboren 1970 in Bühl/Baden, Studium der Musikwissenschaft, Geschichte und Germanistik in Freiburg i. Br. und Wien (M.A.). Lebt als Musikjournalist (u. a. Badische Zeitung, Stuttgarter Zeitung, Neue Zürcher Zeitung, neue musikzeitung, Fono Forum) und Autor von Programmhefttexten (u. a. Lucerne Festival, Salzburger Festspiele, Elbphilharmonie Hamburg, Klosters Music) in Freiburg. Jurymitglied der Kritikerumfragen von „Opernwelt“ und „Die Deutsche Bühne“.

KÜNSTLERBIOGRAFIEN

Antoine Tamestit, Viola

Antoine Tamestit ist eine einzigartige Stimme in der Welt der klassischen Musik und definiert neu, was es bedeutet, im 21. Jahrhundert Bratschist zu sein. Tamestit hat Publikum und Kritiker gleichermaßen begeistert und sowohl beliebten Meisterwerken als auch zeitgenössischen Werken eine neue Perspektive verliehen. Seine einzigartige Kunstfertigkeit, die sich durch eine beispiellose Sensibilität und eine tiefe Verbindung zu seinem Instrument auszeichnet, macht ihn zu einem der herausragendsten Musiker unserer Zeit.

Tamestit eröffnet die Saison 2025/2026 beim Tanglewood Music Festival mit einem Rezital zusammen mit Leonidas Kavakos, Yo-Yo Ma und Emanuel Ax, gefolgt von weiteren Auftritten mit dem London Symphony Orchestra, dem Chicago Symphony Orchestra, dem Royal Concertgebouw Orchestra, dem Cleveland Orchestra, dem Gewandhausorchester Leipzig und dem Orchestre de la Suisse Romande. Weitere Höhepunkte sind sein Debüt mit der Filarmonica della Scala und dem Israel Philharmonic Orchestra, Kammermusik-Residenzen mit dem LSO, dem Orchestra of St. Luke's und in der SWR-Konzertreihe „Linie 2“ sowie die finnische Premiere von John Williams' Violakonzert mit dem Helsinki Philharmonic Orchestra.

Antoine Tamestit
Antoine Tamestit lenaka.net

In den vergangenen Spielzeiten trat Antoine Tamestit mit Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, der New York Philharmonic, den Wiener Symphonikern, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Tonhalle-Orchester Zürich und dem NHK Symphony Orchestra auf. Er tritt regelmäßig mit bedeutenden Dirigenten wie Sir John Eliot Gardiner, Daniel Harding, Paavo Järvi, Yannick Nézet-Séguin, Sir Antonio Pappano, Kirill Petrenko, Sir Simon Rattle, François-Xavier Roth, Christian Thielemann und Jaap van Zweden a

Zu den wichtigsten von Antoine Tamestit uraufgeführten Werken gehören Jörg Widmanns Violakonzert, Thierry Escaichs „La Nuit des Chants“, Bruno Mantovanis Konzert für zwei Violen mit Tabea Zimmermann sowie Gérard Tamestits „Sakura“ und Olga Neuwirths „Remnants of Songs“ und „Weariness Heals Wounds“. In der Saison 2023/2024 brachte er Nikodijevichs „Psalmodija“ mit dem SWR Symphonieorchester und Filideis Violakonzert mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zur Uraufführung. Als leidenschaftlicher Botschafter neuer Musik ist Tamestit davon überzeugt, dass die Aufführung zeitgenössischer Werke unerlässlich ist, um das Viola-Repertoire lebendig zu halten – eine künstlerische Verantwortung, der er sich stark verpflichtet fühlt.

Er war Gründungsmitglied des Trio Zimmermann mit Frank Peter Zimmermann und Christian Poltera, mit dem er mehr als zehn Jahre lang in den berühmtesten Konzertsälen Europas auftrat. Als leidenschaftlicher Kammermusiker spielt Antoine regelmäßig mit Emmanuel Ax, Martin Fröst, Leonidas Kavakos, Emmanuel Pahud, Yuja Wang, Shai Wosner und dem Quatuor Ébène. Er hatte Professuren an der Musikhochschule in Köln und am Pariser Konservatorium inne und unterrichtet derzeit an der Kronberg Academy.

Antoine Tamestits hochgelobte Diskografie spannt den Bogen von Bach, Berlioz und Hindemith bis hin zu zeitgenössischen Konzerten und Kammermusik. Seine preisgekrönten Aufnahmen umfassen Werke von Brahms, Schubert, Schönberg, Telemann und Widmann und vereinen historische Tiefe mit moderner Innovation. Zuletzt nahm er Joe Hisaishis neu komponierte Viola Saga mit der Deutschen Grammophon auf.

Geboren in Paris, studierte Tamestit bei Jean Sulem, Jesse Levine und Tabea Zimmermann. Im Jahr 2022 erhielt er den renommierten Hindemith-Preis der Stadt Hanau in Anerkennung seines Beitrags zur Förderung zeitgenössischer Musik.

Antoine Tamestit spielt auf der allerersten Bratsche von Antonio Stradivarius aus dem Jahr 1672, die ihm von der Habisreutinger Stiftung großzügigerweise zur Verfügung gestellt wird.


Riccardo Minasi, Dirigent

Der italienische Dirigent Riccardo Minasi ist derzeit Erster Gastdirigent des Ensemble Resonanz, das in der Hamburger Elbphilharmonie beheimatet ist, sowie künstlerischer Leiter des Orchesters La Scintilla an der Oper Zürich – Positionen, die er seit 2022 innehat. Zuvor war er von 2011 bis 2016 Mitbegründer und Dirigent von „Il Pomo d’Oro“, von 2017 bis 2022 Chefdirigent des Salzburger Mozarteumorchesters und von 2022 bis 2025 Musikdirektor des Teatro Carlo Felice in Genua.

In der Saison 2025/2026 ist Riccardo Minasi Artist in Residence in der Hamburger Elbphilharmonie, wo er vier Programme mit dem Ensemble Resonanz dirigiert, darunter eine konzertante Aufführung von Bellinis „I Capuleti e i Montecchi“ und Haydns „Die sieben letzten Worte“. Außerdem tritt er in Hamburg mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen im Rahmen seiner Europatournee mit Beatrice Rana auf, gefolgt von Konzerten in Südamerika zusammen mit James Ehnes. Weitere Höhepunkte der Saison sind seine Debüts mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Luxemburger Philharmonischen Orchester, dem SWR Symphonieorchester, dem BBC Philharmonic Orchestra, dem Scottish Chamber Orchestra und der Dresdner Philharmonie mit Martin Fröst. Auch bei den Münchner Philharmonikern steht Riccardo Minasi mit dieser Konzertserie zum ersten Mal am Pult.

Riccardo Minasi
Riccardo Minasi Drew Gardner

Seine fortlaufende Zusammenarbeit mit dem Ensemble Resonanz führt ihn zum Beethovenfest Bonn, in die Kölner Philharmonie und ins Concertgebouw Amsterdam, und ihr Debüt bei den BBC Proms 2024 wurde von der Kritik gefeiert. Im Sommer 2025 kehrte er mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment und der neuen Produktion von Mozarts „Le nozze di Figaro“, die zuvor in Glyndebourne aufgeführt wurde, zu den BBC Proms zurück. Zu seinen bisherigen Opernaufführungen zählen u. a. „Die Zauberflöte“, „Le nozze di Figaro“ und „Rodelinda“ an der Niederländischen Nationaloper, „Dialogue des Carmélites“ und „Don Giovanni“ im Palau de les Arts Reina Sofía, „Le nozze di Figaro“ und „Così fan tutte“ für die Glyndebourne Festival Opera und „Les Pêcheurs de Perles“ für die Salzburger Festspiele.

Riccardo Minasis Aufführungen zeichnen sich durch ihre musikwissenschaftliche Integrität aus. Er war als historischer Berater für das Orchestre symphonique de Montréal tätig. Außerdem war er zusammen mit Maurizio Biondi Kurator und Herausgeber der Bärenreiter-Kritischen Ausgabe von Bellinis „Norma“ aus dem Jahr 2016, ein Werk, das er später mit dem Ensemble Resonanz in Hamburg, Köln und am Teatro Carlo Felice aufführte, nachdem die Produktion 2022 beim Festival d’Aixen- Provence großen Erfolg hatte.

SWR Symphonieorchester

Das SWR Symphonieorchester hat in der Liederhalle Stuttgart und im Konzerthaus Freiburg sein künstlerisches Zuhause. Im September 2016 aus der Zusammenführung des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart des SWR und des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg hervorgegangen, zählen Interpretationsansätze aus der historisch informierten Aufführungspraxis, das klassisch-romantische Kernrepertoire sowie Musik der Gegenwart gleichermaßen zu seinem künstlerischen Profil.

Seit September 2025 ist François-Xavier Roth Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des SWR Symphonieorchesters. Er folgt damit auf Teodor Currentzis, der von 2018 bis 2024 an der Spitze des Orchesters stand.

Zu den jährlichen Fixpunkten im Konzertkalender des SWR Symphonieorchesters zählen die SWR eigenen Konzertreihen in Stuttgart, Freiburg und Mannheim sowie Auftritte bei den Donaueschinger Musiktagen und den Schwetzinger SWR Festspielen. Seit 2020 ist das SWR Symphonieorchester das Residenzorchester der Pfingstfestspiele im Festspielhaus Baden-Baden. Einladungen führen das Orchester regelmäßig zu den Salzburger Festspielen, in die Elbphilharmonie Hamburg, nach Berlin, Köln, Frankfurt, Dortmund, Essen, Wien, Edinburgh, London, Barcelona, Madrid und Warschau.

SWR Symphonieorchester unter der Leitung von François-Xavier Roth
SWR Symphonieorchester unter der Leitung von François-Xavier Roth SWR/Markus Proßwitz

International gefragte Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Peter Eötvös, Christoph Eschenbach, Pablo Heras-Casado, Manfred Honeck, Jakub Hrůša, Eliahu Inbal, Ingo Metzmacher, Kent Nagano, Sir Roger Norrington, Jonathan Nott, Andrés Orozco-Estrada, Petr Popelka, Michael Sanderling und Giedrė Šlekytė haben mit dem SWR Symphonieorchester zusammengearbeitet. Unter den hochkarätigen Solisten finden sich Leif Ove Andsnes, Yulianna Avdeeva, Renaud Capuçon, Sol Gabetta, Martin Grubinger, Isabelle Faust, Vilde Frang, Hilary Hahn, Janine Jansen, Alexandre Kantorow, Sabine Meyer, Emmanuel Pahud, Fazil Say, Gil Shaham, Antoine Tamestit und Christian Tetzlaff. Seit September 2024 steht die Geigerin Patricia Kopatchinskaja dem SWR Symphonieorchester als Artistic Partner für zwei Spielzeiten zur Seite.

Mit seinem umfangreichen Musikvermittlungsangebot erreicht das Orchester jährlich etwa 15.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Sendegebiet des SWR. Zahlreiche Live-Übertragungen auf SWR Kultur und Konzertstreams auf SWR.de/so ermöglichen vielen Musikfreunden in der ganzen Welt, an den Konzerten des Symphonieorchesters teilzuhaben.

Seit 2024 ist das SWR Symphonieorchester offizieller Partner von „La Maestra“, dem international bedeutendsten Wettbewerb für Nachwuchsdirigentinnen.


ORCHESTERBESETZUNG

KONZERTVORSCHAU

Alle weiteren Konzerte finden Sie auch in unserem Konzertkalender.

DOWNLOAD

Über nachfolgenden Link können Sie sämtliche Texte dieses digitalen Programmhefts im A4-Format als pdf-Datei herunterladen.

SERVICE

Newsletter
Bleiben Sie immer auf dem Laufenden: In unserem Newsletter finden Sie aktuelle Informationen rund um die nächsten Konzerte des SWR Symphonieorchesters sowie Neuigkeiten aus dem Orchesterumfeld. Anmeldung hier.

Sonstige Informationen
Wir weisen freundlich darauf hin, dass unautorisierte Bild- und Tonaufnahmen jeglicher Art bei dieser Veranstaltung untersagt sind.

Impressum
Sabrina Haane, Gesamtleitung SWR Symphonieorchester
Séverine Peter, Künstlerische Planung (interimistisch)
Tabea Dupree, Redaktion SWR Kultur
Henrik Hoffmann, Redaktion Programmheft
Matthias Claudi, Leitung Kommunikation SWR Ensembles und Festivals
Sämtliche Texte sind Originalbeiträge für dieses Programmheft.